Beleuchtung Faseroptik

Mobile Erlebnisse aus Licht und Glas

Von reiner Beleuchtung zur User Experience – dem Werkstoff Glas gelingt es immer besser, mit Licht stimmungsvolle Akzente zu setzen.

Von reiner Beleuchtung zur User Experience – dem Werkstoff Glas gelingt es immer besser, mit Licht stimmungsvolle Akzente zu setzen.

„In Diskussionen und Projekten mit unseren Partnern aus der Automobilindustrie beobachten wir vermehrt, dass auch die Außenbeleuchtung ins Visier zur Stimmungslenkung des Fahrgastes gerät“, äußert sich Stephan Schabacker, Leiter Sales Automotive bei SCHOTT Lighting & Imaging. Im Fahrzeug-Interieur überzeugt Licht bereits in dieser Rolle. Abseits von Frontscheinwerfern und Heckleuchten gewinnt nun auch die Exterieur-Beleuchtung an Bedeutung als Nutzererlebnis in Fahrzeug-Designkonzepten.

Standen früher Funktionalität und Sichtbarkeit im Vordergrund, so findet Beleuchtung zunehmend als Form der User Experience Anwendung. Dezente Akzent- und Konturbeleuchtung, zum Beispiel des Trittbretts oder der Dachreling, hat SCHOTT bereits in Fahrzeugen führender Hersteller umgesetzt. Diese Anwendungen geben nicht nur Orientierung, sondern versetzen den Nutzer bereits bei der Annäherung an das Fahrzeug in eine positive Stimmung, die im Fahrzeuginneren fortgesetzt wird.

Mit dem Aufkommen des autonomen Fahrens wird diese Entwicklung weitergehen und der Außenbeleuchtung eine neue Aufgabe zuweisen: die Kommunikation mit der Umwelt. „Dabei werden Lichtlösungen beispielsweise Signale an die Umgebung abgeben – sei es an nicht-autonome Fahrzeuge oder an Fußgänger“, erläutert Schabacker. So entstehen auch neue Einsatzszenarien für und Anforderungen an Lichtprodukte.

Aber zurück zu heute: Natürlich kommt es bei Licht auf Design und Wirkung an. Ebenso wichtig sind technische Faktoren wie Langlebigkeit und konstante Qualität des Produkts. Gerade im Exterieur-Bereich muss das Licht besonders robust sein und unter rauen Umweltbedingungen wie extremen Temperaturen, Streusalz oder kleinen Steinschlägen zuverlässig arbeiten. Als Kontur- oder Akzentbeleuchtung eignen sich dafür die SideLight-Produkte von SCHOTT.

SCHOTT SideLight ist eine patentierte Technologie mit Faser-optik, die der hohen Nachfrage nach Außen- und Innenbeleuchtungen im Automobil gerecht wird. In Kombination mit hochwirksamen LED-Lichtquellen lassen sich auch bei beengten Platzverhältnissen homogene Lichtegffekte erzielen.
10 Mio. Fahrzeuge verfügen über SCHOTT Faseroptikkomponenten.

Der faseroptische Lichtleiter erfüllt aber nicht nur die geltenden Regularien. Im Gegensatz zu Kunststofffasern sind die Glasfasern thermisch belastbarer und chemisch resistenter. Man kann sie als eigenständige Komponente oder als integralen Bestandteil einer Kunststoff-Lösung in deren Herstellungsprozess verarbeiten. Gleichzeitig lassen sie sich bis auf kleinste Radien biegen und bieten den Kunden absolute kreative Freiheit. Dank der Kombination aus Faser- optik-Komponenten und LED- oder Laser-Lichtquellen kann das Licht überall flexibel eingebaut werden und strahlt gleichmäßig ab. So lassen sich ästhetische Lichteffekte für Kontur- oder Akzentbeleuchtung erzielen.

Für die Fahrzeug-Außenbeleuchtung eignet sich auch ein weiteres innovatives Konzept von SCHOTT: Der LuminaLine Lichtstab basiert auf einem Glaskomposit, dessen Leuchtkraft in einer Glasfaser, der Seele, gebündelt wird und auch bei Tageslichtumgebung deutlich sichtbar ist. Dies gelingt bereits mit Lichtquellen geringer Leistung. Das thermisch vorgespannte Mantelglas widersteht mechanischen und chemischen Belastungen, UV-Licht und Temperaturen bis 400 Grad Celsius.

Im Exterieur-Einsatz ermöglicht der LuminaLine-Stab eine ästhetische und zuverlässige Funktions- oder Konturbeleuchtung, etwa als beleuchtete Einstiegshilfe oder zur Akzentuierung der Außentüren. Der 2018 mit dem Red Dot Award: Best of the Best und German Innovation Award prämierte Lichtleiter (siehe Interview) soll weitere Automotive- Erfolge bescheren.

Auto-Interieur neu denken

Prof. Lutz Fügener ist Juror des Red Dot Award. Der Leiter des Studiengangs Transportation Design an der Hochschule Pforzheim spricht im Interview über das Fahrzeug-Interieur von morgen und das 2018 prämierte LuminaLine Beleuchtungskonzept von SCHOTT.

Wie wird sich der Innenraum von Autos in Zukunft verändern?

Er wird sich verändern mit den sich wandelnden Funktionen, insbesondere mit Blick auf das autonome Fahren. Als Materialien sind Kunststoffe, transparente und multifunktionale Werkstoffe im Kommen. Eine Fläche kann zum Beispiel zu einem Display werden. Die Ausstattung wird so wesentlich variabler.

Welche Rolle werden dabei Licht und Glas spielen?

Licht ist ein großes Thema, weil wir im Innenraum unterschiedliche Situationen haben, zum Beispiel Tages- und Nachtlicht. Licht kann einen Raum zu 100 Prozent verändern und weit mehr als nur dekorative Funktionen übernehmen. Glas kann Augmented-Reality-Anwendungen voranbringen – etwa in Form einer Frontscheibe, die zugleich ein Bildschirm ist.

Was hat Sie beim Red Dot Award beeindruckt?

Konzepte, die den Weg vom Komplexen zum Einfachen gehen – zum Beispiel das LuminaLine Beleuchtungskonzept. Es ist so universell. Der Designer nimmt es in die Hand, und es eröffnet sich ihm sofort eine Welt von neuen, bisher nicht realisierbaren Nutzen. Solche Technologien ermöglichen Design-Sprünge.

31. Januar 2020

Kontakt

Dr. Haike Frank
Lighting & Imaging
SCHOTT AG

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