Thermisches Vorspannen

Um die mechanische und thermische Festigkeit von Glas zu erhöhen, steht ab einer Glasdicke von ca. 3 mm das thermische Vorspannen als eine Möglichkeit zur Verfügung. Hierbei wird das Glas zunächst in einem Ofen gleichmäßig auf mehr als 600°C  erhitzt und anschließend mit kalter Luft angeblasen und somit schnell abgekühlt. Durch diesen definierten Prozess entsteht an den Oberflächen des Glases eine Druckspannungszone, die eine im Kern des Glases liegende Zugspannungszone umgibt. Durch dieses definierte Spannungsverhältnis weist ein thermisch vorgespanntes Glas eine ca. 3-4 fach größere mechanische und thermische Festigkeit auf als ein nicht vorgespanntes Glas.

Wird ein thermisch vorgespanntes Glas zerstört, zerbricht es in sehr feine Glaskrümel. Abhängig vom Grad der thermischen Vorspannung weist das Glas ein definiertes Bruchbild auf, das von sehr fein krümelig (Einscheibensicherheitsglas) bis grob bzw. dolchartig (teilvorgespanntes Glas) reicht.
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