Wasserstoff als Schlüsseltechnologie für zukünftige Energiesysteme
Wasserstoff gilt als alternativer Treibstoff und spielt eine wichtige Rolle bei den weltweiten Bemühungen zur Dekarbonisierung. Als Lieferant bietet SCHOTT auch innovatives Spezialglas für viele Wasserstoffanwendungen an. Kristina Gruber, Projektmanagerin Wasserstoff bei SCHOTT Electronic Packaging, stellte uns einige Technologietrends in der Wasserstoffindustrie vor und erklärte, wie Spezialglas die Sicherheit und Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbessern kann.
Kristina Gruber ist Mitglied des Arbeitskreises P2X4A des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und Projektmanagerin Wasserstoff bei SCHOTT Electronic Packaging. Sie engagiert sich für die Verbesserung der Sicherheit in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette mit der Verschmelzungstechnik von SCHOTT.
Welche Rolle wird Wasserstoff aus Ihrer Sicht zukünftig spielen?
Aus meiner Sicht kann erneuerbar erzeugter Wasserstoff insbesondere in schwer elektrifizierbaren Industrie- und Transportanwendungen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen leisten. Dank seiner extremen Vielseitigkeit wird er in vielen Bereichen und Anwendungen eingesetzt. Einige Beispiele sind die Verwendung von sauberem Kraftstoff zur Erzeugung von Strom oder Wärme für die chemische Industrie und als Ersatz für fossile Brennstoffe im Mobilitätsbereich. Wasserstoff hat ein großes Potenzial zur Dekarbonisierung sogenannter schwer abbaubarer Sektoren wie der Stahl- oder Zementproduktion, der Luftfahrt und der Schifffahrt. Dabei handelt es sich um sehr energieintensive Sektoren, die allein durch Energieeffizienz keine Klimaneutralität erreichen werden oder für die eine Elektrifizierung eine enorme Herausforderung darstellen würde oder gar nicht möglich wäre.
Außerdem hat Wasserstoff den bedeutenden Vorteil, dass er in großen Mengen über lange Zeiträume hinweg gespeichert werden kann. Das bedeutet, dass er auch die Integration von schwankenden erneuerbaren Energiearten unterstützen kann.
Kohlenstoffarmer oder grüner Wasserstoff ist derzeit recht teuer, da die Produktionsmengen noch gering sind. Mit steigenden Mengen und immer effizienteren Elektrolyseuren dürften die Produktionskosten jedoch erheblich sinken.
Ist SCHOTT aktiv an der Wasserstoff-Wertschöpfungskette beteiligt?
Ja, SCHOTT hat die Verwendung von Wasserstoff erforscht, ist aber auch ein Anbieter von Produkten für die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette
Im Jahr 2024 haben unsere Experten erste Schmelztests im Labormaßstab mit 100% Wasserstoff durchgeführt und dabei vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Umsetzung dieser neuen Schmelztechnologien in größerem Maßstab hängt jedoch stark von externen Faktoren ab, vor allem von der Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Kosten.
Darüber hinaus haben wir einige innovative Lösungen für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette entwickelt, die von der Erzeugung bis zur Endnutzung reichen. So werden SCHOTT Gläser seit den 1990er Jahren als Dichtungsmaterialien für Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) verwendet. Unsere glasisolierten elektrischen Durchführungen werden häufig für den sicheren Transport von verflüssigten und komprimierten Gasen verwendet. Auf der Grundlage unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Automobilindustrie haben wir zuverlässige Sensorgehäuse und Durchführungen für Brennstoffzellenfahrzeuge entwickelt. All diese Produkte tragen zur Verbesserung der Sicherheit in der Wasserstoffindustrie bei.
Die innovativen Lösungen von SCHOTT erstrecken sich über die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
Was sind die Kernkompetenzen von SCHOTT als Lieferant der Wasserstoffindustrie?
Alle unsere Produkte für die Wasserstoffindustrie basieren auf unseren Kerntechnologien im Bereich der hermetischen Gehäuse und Spezialglas. Als alterungsbeständige anorganische Materialien können Glaspulver und glasversiegelte hermetische Gehäuse unter schwierigen Bedingungen und in rauen Umgebungen zuverlässig funktionieren. Dazu gehören Hochdruckszenarien, extreme Temperaturen von -253 °C bis 950 °C und Explosionsgefahr. Diese Eigenschaften von anorganischen Glasmaterialien verbessern die Sicherheit der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Neben der Einzigartigkeit des Glasmaterials selbst ermöglichen uns unsere innovativen Fähigkeiten, maßgeschneiderte Produkte anzubieten, die den Industriestandards der Wasserstoffbranche gerecht werden. Wir achten sehr auf Entwicklungen in der Wasserstoffindustrie und setzen uns für effiziente und sicherheitsorientierte Lösungen ein.
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