Entspricht das Ihren Präferenzen? Jetzt auswählen.

Ästhetisches Geduldsspiel

Die kinetischen Skulpturen von Mark Welsh vereinen fesselnde Ästhetik, hartnäckigen Forschergeist und den Anreiz, darüber nachzudenken, wie sehr soziale Medien unsere Aufmerksamkeit beeinflussen. Mit dem Borosilikat-Rohrglas KIMAX® hat der US-Künstler und Ingenieur ein ideales Inszenierungsmaterial für sein herausforderndes kreatives Geduldsspiel gefunden.
Dreht man das armdicke, leicht gebogene Glasrohr der Skulptur „Span 3“ auf den Kopf, so scheint ganz oben eine Stahlkugel in klarem, zähflüssigem Silikon zu schweben – ebenso wie eine Luftblase am unteren Ende. Nimmt man sich aber die Zeit und schaut genauer hin, erkennt man, wie die Kugel langsam absinkt und die Blase aufsteigt. Dabei lässt die durch Flammenbehandlung erzeugte Oxidschicht auf dem verchromten Stahl das einfallende Licht in faszinierenden Farben schimmern. Besonders wenn sich Kugel und Blase in der Mitte des Glasrohrs begegnen, entfaltet sich eine eindrucksvolle visuelle Wirkung.

Bei 17 Grad Celsius Umgebungstemperatur dauert die gesamte Auf-und-Ab-Bewegung hinter dem Glas zwei Stunden und 45 Minuten. Ein provokatives Geduldsspiel für den Betrachter – und das eigentliche, nicht nur künstlerische Thema von Mark Welsh: „In der heutigen schnelllebigen Zeit bereitet es vielen Menschen Unbehagen, sich länger in Ruhe auf eine Sache zu konzentrieren. Ursache dafür sind Technologien wie soziale Medien, die unsere Aufmerksamkeit fesseln und fragmentieren. Sie stimulieren uns pausenlos, versprechen mit ihren Inhalten sofortige Belohnung, fordern ständige Interaktion. Als Künstler, der vom persönlichen Austausch lebt und sich täglich lange Zeit in sozialen Medien bewegt, kenne ich die neurologischen Folgen und Schattenseiten dieser Abhängigkeit selbst.“
Abstract arrangement of three clear glass vessels balancing on a white pedestal, with dark iridescent reflections.
Foto: Angus Fraser

Arbeit am Herzensprojekt mit wissenschaftlicher Ausdauer und Akribie

Mit den Skulpturen seiner „Span Series“ will Mark Welsh zum Nachdenken darüber anregen, wie sehr diese digitale Konditionierung unsere kollektive Aufmerksamkeitsspanne verkürzt hat – und liefert mit seinem Herzensprojekt auch ein Gegenbeispiel. Über mehrere Jahre hinweg, erst in den USA und dann in den Niederlanden, arbeitete der studierte Ingenieur mit wissenschaftlicher Ausdauer und Akribie an Bauplan und Umsetzung seines Kunstwerks. Er forschte nach einer hoch viskosen, thixotropen Flüssigkeit, die das Absinken einer Stahlkugel extrem verlangsamt und eine „archivfeste“ Beständigkeit von 100 Jahren mitbringt. Er experimentierte mit Flameworking und versuchte Glasrohre selbst zu biegen – bis ihm ein Werkstattkollege zurief, er solle es mit SCHOTT Gläsern probieren.
Clear U-shaped glass vessel with dark blue and black bulbous ends against a plain white background

Foto: Angus Fraser

Für Mark Welsh ein Aha-Erlebnis: „Im SCHOTT Angebot fand ich genau, was ich suchte: ein Rohrglas mit definierter Biegung sowie hoher Maßgenauigkeit, optischer Qualität und Stabilität. Das zylindrische KIMAX® Glas wirkt zudem wie eine Linse und erzeugt faszinierende Lichteffekte. Zugleich verstärkt der dezent warme Farbton des Borosilikatglases die auf der Kugel erzeugten Farben.“ Auch der Kundenservice überzeugte ihn: „Als Künstler bekommt man sehr oft überhaupt keine Antwort auf solch ungewöhnliche Anfragen. Bei SCHOTT war man unglaublich entgegenkommend – sowohl in Kalifornien wie auch später in Europa.“ Und nicht nur das: Sein jetziger SCHOTT Vertriebspartner schlug ihm beim Besuch am heutigen Wohnort in Amsterdam vor, seine Kunstwerke am SCHOTT Messestand auf der glasstec 2026 in Düsseldorf auszustellen.

KIMAX® ist eine eingetragene Marke der DWK Life Sciences LLC. DURAN® ist eine eingetragene Marke der DWK Life Sciences GmbH.

Man with glasses, white beard, and navy beanie posing beside a tall glass container indoors
Mark Welsh
Die Zusammenarbeit mit SCHOTT bedeutet mir als Künstler unglaublich viel. Ob in USA oder Europa – jeder hat versucht zu verstehen, was ich erreichen wollte, und mir dafür die nötigen Materialien besorgt. Inzwischen fühle ich mich fast wie ein Teil der Familie.

Interview mit Mark Welsh: Künstler, Ingenieur und Multitalent

Mark Welsh kommt aus St. Paul/Minnesota im Mittelwesten der USA und war schon professioneller Triathlet, Siebdrucker, Fotografie-Assistent und Schwimmtrainer, um nur einige Stationen seines Lebenswegs zu nennen. Er hat ein Studium als Bau- und Umweltingenieur abgeschlossen, das auch seine künstlerische Karriere prägt. Heute arbeitet er zu gleichen Teilen im Set Design sowie in der skulpturalen bildenden Kunst – hauptsächlich in San Francisco, Los Angeles und New York sowie am derzeitigen Wohnort in Amsterdam.

 

Mark, was tun Sie als kommerzieller Künstler im Set Design?

Mark Welsh: Ich gestalte Drehorte und Bühnenbilder etwa für Fotografie, Film und Werbung und statte sie auch mit Gegenständen aus. Zu meinen bisherigen Kunden zählen unter anderem die Tech-Konzerne Google und Apple, Mode- und Möbelmarken wie Rothy’s und Thuma, auch die Musikband Metallica und die Theatergruppe Lookingglass Theatre Company aus Chicago. Mehr kreative Freiheit für meine eigenen Ideen bietet mir aber die skulpturale Kunst.

Wie fließt dabei Ihr wissenschaftlicher Hintergrund ein?

Mark Welsh: Die Entwicklung meiner Arbeiten ist oft mit großem Forschungsaufwand verbunden. Das zeigt gerade die „Span Series“. Und ich glaube, mein wissenschaftlicher Hintergrund hat mich auch dazu motiviert, mehr über die Veränderung unserer Aufmerksamkeit durch soziale Medien und meine eigenen Verhaltensmuster herauszufinden. Ich bewerbe mich auch um Künstlerresidenzen, die Forschung und Kunst verbinden – zum Beispiel am Exploratorium Museum in San Francisco oder am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung bei Genf.

Gibt es Künstler oder Werke, die Sie inspirieren?

Mark Welsh: Mark Rothko inspiriert mich wegen seiner strukturierten Arbeitsweise. Er ging morgens um neun Uhr ins Atelier und verließ es um fünf Uhr – fast jeden Tag. Ich dagegen kann ziemlich obsessiv arbeiten und plötzlich ist es Mitternacht, ohne dass ich es bemerkt habe. Aber im Grunde lasse ich mich jeden Tag inspirieren, etwa wenn ich in Ausstellungen gehe. Hier in Amsterdam gibt es so viele großartige Galerien und Museen.

 

Oktober, 2026

Links

Mehr über Kunstinstallationen und Konstruktionen aus Glas erfahren

Sie möchten mehr erfahren? Sprechen Sie uns an!

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen, Mustern, einem Angebot oder Beratung für ein Projekt? Wir helfen Ihnen gern weiter.

Man in glasses in business office on phone while working on laptop

*Pflichtfeld

SCHOTT verwendet Ihre Daten ausschließlich zur Bearbeitung Ihrer Anfrage. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.