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Spezialglas “on demand”

Durch flexibles Schmelzen von Gläsern in kleinen Chargen bietet SCHOTT Tubing seinen Kunden interessante Optionen auch für „reife“ Produkte.

Durch flexibles Schmelzen von Gläsern in kleinen Chargen bietet SCHOTT Tubing seinen Kunden interessante Optionen auch für „reife“ Produkte.

Mit drei Klicks zum Ziel – und die private Online-Bestellung ist zwei Tage später beim Kunden. Was bei Sportschuhen trefflich funktioniert, gilt bei der Bestellung von Spezialgläsern im industriellen Maßstab als ferne Zukunftsvision, denn das Schmelzen von Gläsern ist ein aufwendiger, qualitätsbedingt langsamer und kostenintensiver Prozess.

Wie also kann man Nischenanwendungen mit qualitativ hochwertigen Gläsern bedienen oder Einzelkunden zuverlässig versorgen, deren individueller Mengenbedarf für eine wirtschaftliche Glasproduktion zu gering ist?

SCHOTT Tubing hat sich diesem Thema mit sogenannten „flexiblen Kampagnenschmelzen“ zugewendet. „Auf diese Weise können wir viele Spezialgläser dauerhaft anbieten die es sonst nicht oder nicht mehr gäbe – und das, obwohl sie in ihren (reifen) Märkten nach wie vor gefragt oder unabdingbar sind“, erklärt Dr. Andre Petershans, Product Manager Technical Tubing bei SCHOTT in Mitterteich.

Beispiel: pH-Elektroden, die zum Beispiel in der Wasseranalytik zum Einsatz kommen. Lange Zeit erhielten Elektroden-Hersteller in der Lampenindustrie mit Bariumglas ein Standardglas für ihre Produkte. Dort gab es riesige Produktionskapazitäten, und andere Industrien und Nischenanwendungen wurden mitbedient. Seitdem die Beleuchtungsindustrie jedoch auf LEDs umgestellt hat, sind Komponenten, wie Glasgehäuse für Lampen, nicht mehr gefragt. Die vollkontinuierliche Produktion der entsprechenden Gläser wurde eingestellt oder zumindest stark heruntergefahren. Hersteller, die diese Gläser in zumeist kleinen Mengen für andere Anwendungen benötigen, stehen damit vor einem Problem. Genau dies ist vielen pH-Elektrodenherstellern passiert. Glasrohr erfüllt in Elektroden viele Funktionen: Es dient als Gefäß für Puffer und trennt Referenz- und Messkammer ab. In der Hauptsache aber muss die funktionelle Membran der Elektrode stabil angeschmolzen werden. Damit sind den Glaseigenschaften, insbesondere der Viskosität des Glases, enge Grenzen gesetzt. Ein Ausweichen auf andere Glasarten ist kaum möglich.

Um das für eine Kampagnenschmelze notwendige Mindestvolumen zu realisieren hat SCHOTT Tubing über sein Sales Office in der Schweiz eine Plattformlösung initiiert und so den Bedarf mehrerer Kunden gebündelt. Anschließend wurde das Glas für die pH-Elektroden unter Berücksichtigung des frühest möglichen übernächsten Schmelztermines quasi „on demand“ geschmolzen.

Natürlich funktioniert dies nicht exakt wie Onlineshopping. Eine gründliche Planung und enge Abstimmung zwischen Lieferant und Kunde ist zwingend notwendig. „Aber verglichen mit der geringen Flexibilität klassischer kontinuierlicher Wannenschmelzen stellt es für die Kunden eine deutliche Verbesserung vor allem aber eine nachhaltige Versorgungslösung dar so der Product Manager abschließend.

Bei der Wasseranalytik dient Glasrohr in pH-Elektroden als Gefäß für Puffer und trennt zugleich Referenz- und Messkammer ab.
Um für Kampagnenschmelze notwendige Mindestvolumen zu realisieren, bündelt eine Plattformlösung die jeweiligen Bedarfe.

13. September 2018

Kontakt

Dr. Andre Petershans
Tubing
SCHOTT AG

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