Produktiver Algen-Start

Erträge der neuen Anlage von ecoduna AG mit Glasröhren von SCHOTT und Kundennachfrage sind vielversprechend / Kapazitätserweiterung geplant.

Erträge der neuen Anlage von ecoduna AG mit Glasröhren von SCHOTT und Kundennachfrage sind vielversprechend / Kapazitätserweiterung geplant.

Algen benötigen neben Kohlendioxid und Nährstoffen vor allem viel (Sonnen-)Licht, um zu wachsen. Ideale Bedingungen finden sie in Photobioreaktoren. Im österreichischen Bruck an der Leitha startete im Januar nach nur 11-monatiger Bauzeit der Algenhersteller ecoduna AG in einem Riesen-Treibhaus seine Produktion. Die Großanlage des ehemaligen Start-ups besteht aus rund 43.000 gläsernen Röhren, die vertikal angeordnet sind, auf rund 10.000 Quadratmetern Fläche. „Die mit 780 Kubikmeter Volumen größte Photobioreaktor-Anlage zur Kultivierung von Mikroalgen in Europa lief trotz zunächst tiefer Außentemperaturen und begrenzter Lichtverfügbarkeit erfreulich gut an“ erklärt die Biologin Dr. Silvia Fluch, Chief Operating Officer bei ecoduna, ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme.

Bereits Mitte März war die Anlage mit 32 Photobioreaktoren im Vollbetrieb; Tageshöchsternten von 160 Kilogramm trockener Biomasse konnten erzielt werden. Vorteil der geschlossenen Systeme und dem hohen Automatisierungsgrad: Unerwünschte Kontaminationen sind weitestgehend ausgeschlossen. Der frühe Sommer erlaubte einen relativ zeitigen Umstieg auf die Sommeralge Spirulina, deren Produktion ab Mai voll einsetzte. Dr. Fluch: „Der einfache Umstieg auf eine neue Algenart und hohe Produktivitätszahlen für die Frühsommermonate zeigen die Praktikabilität von Glas für die Umsetzung einer Großanlage. Die extrem hohen Außentemperaturen im Sommer stellten eine Herausforderung für die Algenkulturen dar, die aber problemlos gemeistert werden konnten.“

Mit der neu errichteten Anlage konnte zum einen bewiesen werden, dass Glas als Werkstoff aufgrund seiner Eigenschaften – wie mechanische Stabilität sowie Lichtdurchlässigkeit – hervorragend für den Einsatz im Photobioreaktor-Bau geeignet ist. Zum anderen, dass die bisher existierende Längenbeschränkung bei horizontalen Röhrensystemen für die senkrechte Anordnung der Röhren nicht gilt. „Mit der neuartigen senkrechten Bauweise die Photobioreaktor- Technologie an die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Es gibt keine Beschränkung bezüglich der Länge eines PBR mehr“, erklärt die Biologin.

Mitte März war die neue Anlage von ecoduna im Vollbetrieb.
Rund 160 Kilogramm trockene Biomasse können täglich erzielt werden.

Seitens des internationalen Fachpublikums besteht ein großes Interesse an der neuen PBR-Technologie. Erfahren konnten die Verantwortlichen von ecoduna dies auch im Rahmen des Besuchs einer 50-köpfigen Delegation im Zuge des European Algae Summits in Wien. Die ecoduna-Technologie gilt in Fachkreisen als eine valide Alternative zu anderen PBR- Systemen mit dem Vorteil, dass Glas leichter zu reinigen und daher die Technologie auf lange Sicht auch umweltfreundlicher ist als andere Systeme. Kultiviert werden bei ecoduna Algenstämme wie Chlorella im Winter und Spirulina im Sommer. Beide bedienen den Nahrungsergänzungsmittelmarkt, wobei Spirulina mit hohem Mikronährstoff- und Antioxidantiengehalt punktet. Die Produkte konnte ecoduna auf der Vitafoods-Messe in Genf, der größten Messe für Nahrungsergänzungsmittel, gut platzieren. Neben der hohen Qualität der ecoduna Biomasse war das Omega3 Öl (EPA) im Fokus des Kundeninteresses.

Für die gegenüber ecoduna signalisierte Nachfrage der B2B Kunden wird die Jahresproduktion eines Hektars bei weitem nicht ausreichen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, plant ecoduna eine Kapazitätserweiterung um zwei weitere Hektare. Zur Realisierung dieses Vorhabens läuft im September 2018 eine Kapitalerhöhung mittels Aktienemission. Gleichzeitig hat die Tochtergesellschaft eparella GmbH begonnen, hochwertiges Spirulina Pulver in veganen Kapselhüllen auch für den Endverbraucher anzubieten.

28. September 2018

Kontakt

Katja Thoma
Tubing
SCHOTT AG

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