Algen im Glas

ecoduna Chief Operating Officer Dr. Silvia Fluch über den Einsatz von Glas in Photobioreaktoren, die Philosophie des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit SCHOTT in ihrem nächsten Projekt: der Errichtung der größten Algenanzuchtanlage Europas.

Warum verwenden Sie den Werkstoff Glas in Ihren Photobioreaktoren?

Bevor wir Glas eingesetzt haben bestand unser System vor allem aus Kunststoff. Hier setzt sich jedoch mit der Zeit ein Biofilm an den Wänden ab, weil bei jedem Reinigungsprozess kleine Risse an der Materialoberfläche entstehen, in denen sich Bakterien ansiedeln. Nach ein paar Jahren muss Kunststoff also ausgetauscht werden – und das ist nicht gut für die Umwelt. Mit Glas hingegen sind wir auf der sicheren Seite.

Warum ist das so?

Wegen der glatten Innenflächen ist die Biofilmbildung stark reduziert, denn auch bei regelmäßiger Reinigung bleibt das Material klar und frei von Kratzern. Auch die Lebensdauer ist dadurch wesentlich höher. Zudem ist das Material resistent gegenüber teilweise aggressiven PH-Werten der Algen. Das war vorher nicht der Fall. Wir sind sehr zufrieden mit der Umstellung auf Glas, auch weil es als recycelbares Material perfekt zur Philosophie ecodunas passt: nachhaltig zu sein und die Natur und Umwelt zu schützen.

Was haben Sie mit der Technologie als nächstes vor?

Mit der neuen Technologie werden wir jetzt den nächsten Schritt wagen. Seit Mai 2017 bauen wir nahe Wien eine ein Hektar große Anzuchtanlage, die im Folgejahr die Mikroalgenproduktion aufnehmen wird. Viele zehntausend Glasröhren mit gut 800 Kubikmetern photoaktivem Volumen werden benötigt, um Mikroalgen rund ums Jahr wachsen zu lassen. Das bedeutet einen Output von etwa 100 Tonnen trockner Biomasse verschiedener Algenstränge pro Jahr.

Warum wollen Sie auch für dieses Projekt mit SCHOTT zusammenarbeiten?

Als die Entscheidung zum Technologieumstieg auf Glas erst einmal feststand, ging alles ganz einfach. Vom ersten bis zum letzten Entwicklungsschritt war es wie eine gemeinsame Evolution. Wann auch immer ecoduna entschied, die nächste Phase bei der Implementierung der neuen Technologie zu beginnen, hat SCHOTT sie zuverlässig, schnell und mit höchster Qualität umgesetzt und begleitet.

 

Sehen Sie hier das gesamte Interview im Video.

Dr. Silvia Fluch ist Chief Operating Officer bei ecoduna. Ende 2016 wurde sie als innovative Persönlichkeit mit dem ÖGUT Umweltpreis der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik in der Kategorie „Frauen in der Umwelttechnik“ ausgezeichnet.

10. Juli 2017

Kontakt

Katja Thoma
Tubing
SCHOTT AG

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