Lichtleitern auf den Zahn gefühlt

Seit 1991 findet am 25. September der Tag der Zahngesundheit statt. Die Sorge rund um Zähne und Mundraum hat lange Tradition: Schon im Alten Ägypten war es üblich sich „die Zähne zu putzen“ – mit Natron, Kaustöckchen oder einem Gemisch aus gemahlenem Bims und Weinessig. Heute kommen in der Zahnmedizin immer modernere Techniken zum Einsatz. Dabei ist Licht die Grundlage für eine effektive Zahnbehandlung.

Fast selbstverständlich sorgt hochwertiges, klares Licht für bessere Sicht und somit mehr Präzision beim Entfernen von Zahnstein oder Karies. Aber auch Licht in besonderen Wellenlängen, wie Blau- oder Fluoreszenzlicht, kommt zum Einsatz. Während Blaulicht Zahnfüllungen aus Kunststoff aushärtet, kann UV-Licht dabei helfen, Karies und Krebs zu erkennen. Direkt auf das Gewebe appliziertes Licht kann ein wirksames Mittel sein, um die Gewebeheilung zu fördern und Entzündungen zu reduzieren.

Dabei spielen die lichtleitenden Glasfasern von SCHOTT eine wichtige Rolle. Sie werden in Behandlungsgeräten verbaut und leiten weißes, blaues und ultraviolettes Licht dorthin, wo es gebraucht wird. Das funktioniert so: Jede Faser besteht aus zwei verschiedenen Glasmaterialien mit unterschiedlichen Refraktionsindizes. Dadurch „spiegelt“ sich eintretendes Licht immer wieder in einem bestimmten Winkel an dem Mantelmaterial und wird so durch das Kernmaterial weitergetragen. Im Produktionsprozess können hunderte Glasfasern zu Stäben zusammengepresst und in bestimmte, komplexe Geometrien gebracht werden. Man spricht von einer „Multi-Core-Komponente“, weil der Stab aus vielen hauchdünnen Fasern besteht.

So wird das Licht zum Beispiel um die Ecke zum Backenzahn gebracht. An einer Seite des Stabs tritt Licht ein, auf der anderen Fläche tritt es aus. Das sieht dann wie eine winzige Taschenlampe am Ende eines Bohrers aus. Im Gegensatz zu Plastik oder Elektronik sind Lichtleiterstäbe dabei biokompatibel und autoklavierbar: Indem sie Temperaturen bis zu 400°C aushalten, können sie leicht desinfiziert werden. Außerdem sind die Lichtleiterstäbe filigran und erlauben somit handlichere, schlankere Instrumente zur Zahnbehandlung.

Starre Lichtleiter in diversen Formen, Biegewinkeln und Querschnitten. Foto: SCHOTT.

Wir sind froh, dass bei Karies nicht mehr ganze Zähne gezogen werden müssen – sondern unter guten Lichtverhältnissen genau dort gebohrt werden kann, wo der Zahn durch Bakterien beschädigt ist. Nichtsdestotrotz: Gute Zahnhygiene ersetzen die Lichtleiterstäbe nicht – sie verbessern nur die Zahnbehandlung. Achten Sie also auf Ihre Ernährung, das Zähneputzen und… benutzen Sie zur Feier des Tages Zahnseide!

25. September 2020

Kontakt

Dr. Haike Frank
Lighting & Imaging
SCHOTT AG

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