Klimaneutral bis 2030

Der fortschreitende Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die SCHOTT AG, einer der weltweit führenden Spezialglashersteller, stellt sich dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und hat deshalb das Ziel Klimaneutralität in seiner neuen Konzernstrategie verankert. Bis 2030 will SCHOTT ein klimaneutrales Unternehmen werden. Als Sustainability Manager koordiniert Anja Schlosser das „Zero Carbon“ Programm.

Klimaneutral bis 2030 – das ist für ein energieintensives Unternehmen mit einem jährlichen Ausstoß von einer Million Tonnen CO2 ein sehr ambitioniertes Ziel. Wie kam dieses Zeitziel denn zustande?

Beim Klimaschutz dürfen wir keine Zeit verlieren, wenn wir die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzen wollen, wie es Klimaexperten vehement fordern. Als energieintensives Industrieunternehmen müssen und wollen wir aktiv einen Beitrag dazu leisten. Wir haben entschieden, bis 2030 Klimaneutralität auf den Feldern zu erreichen, die wir selbst beeinflussen können. Dass dieses Ziel ambitioniert ist und unser volles Engagement erfordert, ist uns bewusst.

Welche Rolle spielte denn das Thema bisher bei SCHOTT?

Energieeffizienz und damit einhergehend die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ist ein Thema, das uns bereits seit Jahrzehnten beschäftigt. Nicht zuletzt aus betriebswirtschaftlicher Sicht stehen wir angesichts permanent steigender Energiekosten vor der Herausforderung, den hohen Energiebedarf kontinuierlich zu reduzieren. Hinzu kommt die gesellschaftliche Verantwortung, zu der uns schon unsere Firmengründer verpflichtet haben. Deshalb hat SCHOTT schon 1987 den Umweltschutz zu einem wichtigen Unternehmensziel erklärt. Und mit der Einführung der sogenannten Oxy-Fuel-Technologie, bei der das Erdgas zur Befeuerung unserer Glasschmelzwannen mit Sauerstoff statt mit Luft verbrannt wird, haben wir den spezifischen CO2-Ausstoß bereits um 30 Prozent senken können.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie jetzt das Ziel Klimaneutralität erreichen?

Ganz allgemein gesprochen wollen wir CO2-Emissionen vermeiden, reduzieren und kompensieren. Dafür haben wir einen Aktionsplan mit vier Handlungsfeldern definiert: Technologiewandel, Energieeffizienz, Grünstrom und Kompensation. Beim Technologiewandel sehen wir Lösungsansätze vor allem in der stärkeren Elektrifizierung der Schmelzwannenbeheizung und in der Wasserstofftechnologie. Bei der Energieeffizienz wollen wir noch besser werden als bisher. Unseren Strombezug wollen wir zeitnah mit Hilfe von Grünstromzertifikaten und langfristigen Lieferverträgen, sogenannten Power Purchase Agreements – kurz PPAs, komplett CO2-frei stellen. Technologisch nicht vermeidbare Emissionen wollen wir kompensieren, zum Beispiel durch Investitionen in Aufforstungsprojekte.

Wie gehen Sie bei dem angestrebten Technologietransfer vor? Wie kann man sich das konkret vorstellen?

Das eine ist die Forschung und die Entwicklung neuer Technologien. Hier werden die genannten Lösungsansätze zunächst auf ihre Machbarkeit geprüft und dann der technologische Reifegrad mit entsprechenden Entwicklungsprojekten systematisch vorangetrieben. Dabei müssen wir natürlich immer im Blick behalten, wie sich neue Technologien auf den Produktionsprozess und die Glasqualität auswirken. Das zweite sind die operativen Einheiten. Jede Business Unit und jeder Produktionsstandort weltweit wird für sich eine individuelle Roadmap hin zu einer klimafreundlichen Produktion erarbeiten. Hier kommt natürlich die Wirtschaftlichkeit als wichtiger Aspekt hinzu.

Wenn Sie heute einen Blick in das Jahr 2030 werfen, wo sehen Sie SCHOTT dann?

Wir machen uns auf den Weg in Richtung Klimaneutralität, kennen aber heute noch nicht alle Lösungen. Eins steht fest: wir werden auch 2030 noch nicht CO2-frei produzieren können, denn die Entwicklung neuer Technologien und ihre großtechnische Einführung in die Produktion braucht Zeit und erfordert hohe Investitionen. Die CO2-Emissionen, die wir im Jahr 2030 technologisch noch nicht vermeiden können, werden wir durch ein nachhaltiges Kompensationsportfolio vollständig ausgleichen.

Anja Schlosser studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Darmstadt. Nach dem Studium widmete sie sich als technische Dezernentin des Regierungspräsidiums Darmstadt den Themen kommunale Abfallwirtschaft, Abfallentsorgungsanlagen, Altlastensanierung sowie Boden- und Grundwasserschutz. Als beratende Ingenieurin im Auftrag des Bundesumweltministeriums lag ihr Fokus auf der strategischen Begleitung der international geförderten Rückbauprojekte wie zum Beispiel in Tschernobyl. Seit 2010 war sie im Bereich Qualitätsmanagement für SCHOTT Solar tätig und leitete die Nachfolgeorganisation. Seit Oktober 2020 koordiniert sie als Sustainability Manager das „Zero Carbon“ Programm des SCHOTT Konzerns.

Um ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt und dem fortschreitenden Klimawandel wahrzunehmen, hat sich die SCHOTT AG ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 will das Unternehmen klimaneutral werden.
Das Ziel Klimaneutralität ist für einen Spezialglashersteller wie SCHOTT eine große Herausforderung: Spezialgläser und Glaskeramiken werden in großen Schmelzwannen bei Temperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius geschmolzen. Für die Glasschmelze und die Weiterverarbeitung wird viel Energie benötigt.

06. Januar 2021

Kontakt

Dr. Jürgen Steiner
Marketing & Communication
SCHOTT AG

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