Grüner Zukunftsrohstoff

Sie sind eine der ältesten Lebensformen auf der Erde und glänzen mit einer Vielfalt an Talenten: Mikroalgen. Die grünen Einzeller sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen und gelten aufgrund ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit als Hoffnungsträger unter den nachwachsenden Rohstoffen. Orri Björnsson, CEO des isländischen Unternehmens Algalif, über die Zukunft der Algenproduktion und seine Erfahrungen mit Glassystemen für die Züchtung.

Herr Björnsson, wie kamen Sie dazu Algen zu züchten – und das ausgerechnet in Island?

Algen sind eine faszinierende Spezies. Sie bieten eine erneuerbare Quelle von Proteinen und brauchen deutlich weniger Energie als andere Pflanzen. Sie belasten die Umwelt dadurch deutlich weniger. Zudem lassen sie sich extrem vielfältig einsetzen: Beispielsweise als Nahrungsergänzungsmittel oder in Kosmetika, als Lebens- und Futtermittel, Biokraftstoff oder Düngemittel bis hin als Substanz für Medikamente.
Island ist für die Indoor-Algenzucht tatsächlich ein hervorragender Ort. Wir haben reichlich reines kaltes Wasser, ein kühles Klima sowie erneuerbare geothermische Energie.

Welche Funktion hat Glas in Ihrer Produktion?

Glas spielt eine entscheidende Rolle. Algen brauchen Kohlendioxid und Nährstoffe sowie viel Licht, um zu wachsen. Ideale Bedingungen finden sie in Photobioreaktoren. Wir haben uns vor vier Jahren entschieden, unsere Photobioreaktoren mit DURAN® Glasröhren von SCHOTT auszustatten. Unsere Erfahrungen sind sehr positiv. Sie ermöglichen Algen genau das Licht, das für ein optimales Wachstum erforderlich ist. Außerdem verfügt Glas über eine lange Lebensdauer. Die Röhren sind stabiler und leichter zu reinigen als Alternativen aus Kunststoff. Insgesamt können wir durch die besonderen Eigenschaften des Werkstoffs Glas die Kosten für die Produktion von Mikroalgen reduzieren. Wir haben auch mit Glas anderer Hersteller aus Fernost experimentiert, aber weniger positive Erfahrungen gemacht.

Was war der Grund für die Unzufriedenheit?

Die Glasröhren entsprachen nicht unseren Qualitätsansprüchen. Der Zusammenbau war wesentlich komplexer, zudem gab es Risse und Glasbruch. Wenn das öfters passiert, ist das für uns als Firma nachteilig. Wenn eine der Glasröhren bricht, verlieren wir nicht nur Algen, sondern auch wertvolle Arbeitszeit. Die Reparatur eines solchen Schadens kann durchaus drei bis vier Mitarbeiter für einen halben Tag beschäftigen. Mit 35 Beschäftigten müssen wir die Effizienz immer im Auge behalten. Zum Vergleich: bei den DURAN® Glasröhren ist in den letzten zwei Jahren von 32.000 Röhren nur eine einzige gebrochen – und dies hatte gar nichts mit dem Glas an sich zu tun.

Gibt es besondere Technik-Tricks, um in Island Algen zu züchten?

Nein, es gibt keine Geheimformel. Und wenn, würde ich sie nicht verraten. Aber ernsthaft: Wir können zeigen, dass mit dem richtigen Fachwissen hier im Norden mit großem Erfolg und mit klaren Nachhaltigkeitsprinzipien Algen gezüchtet werden können. Natürlich haben wir unsere Tricks. Gleichzeitig ist ein regelmäßiger Austausch mit Branchenexperten sehr wichtig. Wir sind transparent was unseren Produktionsprozess angeht und würden uns freuen, die Arbeitsweise auch einem Fachpublikum vorstellen zu können.

Wie schätzen sie die künftige Entwicklung des Algenmarktes ein?

Wir erkennen eine wachsende Nachfrage. Algen werden immer beliebter, da sie nachhaltiger als viele konventionelle Nutzpflanzen sind. Unsere Produktion ist derzeit voll ausgelastet. Wir arbeiten auch kontinuierlich daran, unsere Algenarten zu verbessern. Wenn der Markt sich so weiterentwickelt wie bisher, werden wir über eine Expansion nachdenken. Wenn möglich, gerne wieder mit DURAN® Glasröhren. Die bisherige Zusammenarbeit und Beratung war unkompliziert und effizient. Kurz gesagt: Wir kennen uns mit Algenzucht aus und SCHOTT weiß, was mit Glas möglich ist.

 

DURAN® ist eine Marke der DWK Life Sciences GmbH.

Orri Björnsson ist seit 2012 CEO von Algalíf.
Das isländische Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von Produkten aus Mikroalgen.
Orri ist seit fast 20 Jahren in der pharmazeutischen und nutrazeutischen Industrie tätig. Im Laufe seiner Karriere hat er umfassende Erfahrung beim Bau und der Inbetriebnahme neuer Anlagen sowie bei der Modernisierung von Anlagen in vielen verschiedenen Ländern sammeln können.

30. September 2020

Kontakt

Katja Thoma
Tubing
SCHOTT AG

Downloads

Weitere Beiträge

nach oben