Gemeinsam gegen COVID-19

Lösungen von SCHOTT spielen in zahlreichen Anwendungen eine bedeutende Rolle – so auch im Kampf gegen COVID- 19. Im Interview spricht der Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Heinricht über den Einsatz des Unternehmens während der Pandemie.

Herr Dr. Heinricht, wo kommen SCHOTT Produkte im Kampf gegen COVID-19 zum Einsatz?

Wir sind mit unseren Produkten an mehreren Fronten involviert: In erster Linie mit unserer pharmazeutischen Verpackung. Wir liefern Millionen von Glasfläschchen, in denen ein potenzieller COVID-19-Impfstoff oder Medikamente, die zur Behandlung der Krankheit eingesetzt werden, sicher aufbewahrt werden können. Zudem sind wir mit unserem Diagnostikgeschäft im Spiel. Um festzustellen, ob eine Person mit dem Virus infiziert ist, entwickeln unsere Kunden Schnelltests, bei denen unsere speziell beschichteten Glassubstrate zum Einsatz kommen. Ein weiteres Beispiel sind Laryngoskope, die mit unseren lichtleitenden Glasfasern ausgestattet sind. Diese werden von Ärzten bei der Behandlung von schwerkranken Corona-Patienten eingesetzt, um bei der Intubation besser zu sehen.

Wie groß ist die Chance, dass die ersten COVID-19-Impfstoffe aus Fläschchen von SCHOTT verabreicht werden?

Recht groß. Stand heute verwenden drei von vier Impfstoffprojekten in den klinischen Testphasen I, II oder III unsere Pharmafläschchen. Mit den meisten führenden Pharmaunternehmen, darunter auch Partner der „Operation Warp Speed“ der US-Regierung, haben wir feste Vereinbarungen getroffen. Wir haben bereits Millionen von Glasfläschchen an SARS-CoV-2-Programme geliefert. Zählt man das Volumen aller Projekte zusammen, in die wir involviert sind, werden wir Fläschchen für rund zwei Milliarden Impfdosen bis Ende 2021 liefern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass je nach Größe des Pharmafläschchens auch mehrere Dosen abgefüllt werden können.

Wie stemmen Sie diese Aufgabe?

SCHOTT produziert jährlich elf Milliarden Pharmaverpackungen. Ein äußerst großer Anteil davon sind Vials aus Borosilicatglas. Bei den zu liefernden Fläschchen für COVID-19-Impfstoffprojekte handelt es sich um ISO-genormte Standardfläschchen, die wir täglich millionenfach in unseren Werken herstellen. Hinzu kommt, dass die Nachfrage in Bezug auf Pharmaglas und -verpackungen schon vor Corona stetig gestiegen ist und wir bereits im März 2019 das bislang größte Investitionsprogramm in der Unternehmensgeschichte verkündet haben, und zwar eine Milliarde US-Dollar in unserem Pharmabereich. 50 Prozent davon werden wir bis Ende 2021 bereits umgesetzt haben. Dank des frühzeitigen Invests sind wir bereits jetzt in der Lage, die Kapazitäten hochzufahren. Und wir sparen kostbare Zeit, da unsere weltweit 20 Glas- und Verpackungswerke von Behörden und großen Pharmaunternehmen validiert, also in der Pharmaindustrie zugelassen sind.

Wie wichtig sind die Fläschchen und welche Verantwortung trägt SCHOTT hier?

Die Verpackung ist ein integraler Bestandteil eines jeden Medikaments. Ohne Pharmacontainer wie unsere können lebenswichtige Impfstoffe die Patienten nicht erreichen. Dabei spielt neben der dimensionalen und kosmetischen Qualität eines Fläschchens vor allem das Material eine besondere Rolle. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Borosilicatglas, das schon seit Langem der Goldstandard für die Verpackung von Medikamenten ist. Das Material ist chemisch nahezu inert, was bedeutet, dass es die Wechselwirkung zwischen der Verpackung und dem Impfstoff vermeidet. Hierdurch bleibt die Wirksamkeit des Medikaments erhalten. Da wir das Pharmaglas für die Verpackungen selbst produzieren, sind wir zusätzlich in der Lage auch die Kapazitäten für die Glasherstellung vorausschauend anzupassen.

Haben Sie eine abschließende Botschaft für die Leser?

Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass die Pandemie uns vor eine große Herausforderung stellt. Wir sind stolz, dass unsere Produkte so viel Vertrauen genießen und wir am Kampf gegen COVID-19 aktiv teilnehmen. Wir werden weiterhin unser Möglichstes tun, um unsere Kunden und Partner mit Lösungen in bester Qualität zu unterstützen. Denn gerade in Zeiten wie diesen ist eine enge Zusammenarbeit ausschlaggebend.

Dr. Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender der SCHOTT AG
Dr. Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender der SCHOTT AG

Borosilicatglas

Schon seit Jahrzehnten gilt Borosilicatglas als Goldstandard, um Medikamente sicher zu verpacken. Das Material ist chemisch nahezu inert, d.h. es vermeidet die Wechselwirkung zwischen der Verpackung und dem Impfstoff, wodurch die Wirksamkeit des Medikaments erhalten bleibt. Zudem ist es temperaturstabil bei Temperaturen von -200°C bis +500°C, was für die Tiefkühlanwendung bei manchen Impfstoffkonzepten interessant ist.

Pharmacontainer für einen möglichen COVID-19 Impfstoff.
Pharmacontainer für einen möglichen COVID-19 Impfstoff.

19. März 2021

Kontakt

Christina Rettig
Marketing & Communication
SCHOTT AG

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