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Elektromobilität startet durch

Elektromobilität startet durch: Marvin Eichsteller, Mitbegründer von „eMOBILITÄT – der Blog” und LinkedIn Top Voice 2017, über das mobile Leben von morgen.

Vor welchen Herausforderungen steht die Mobilität?

Umweltbelastung, Verkehrsinfarkt, Lärm und Schmutz sind die Faktoren, die die heutige Mobilität vor Probleme stellen und die Mobilität der Zukunft um Lösungen bitten. Der Trend hin zu Car Sharing, Elektrifizierung, autonomer Fahrweise und Vernetzung zeigt bereits heute die möglichen Lösungswege auf.

Sie sprechen vom „tatsächlichen“ Beginn des Elektroauto-Zeitalters. Weshalb?

Ich habe das Gefühl, dass die Elektromobilität in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Elektrofahrzeuge warten mit immer alltagstauglicheren Reichweiten auf und die Ladeinfrastruktur wird ausgebaut. Durch den Disruptor Tesla haben alle großen Hersteller die E-Mobilität als Chance verstanden und es werden viele Modelle mit akzeptabler Reichweite zu angemessenem Preis auf den Markt kommen. Ein Zeichen für das immer größer werdende Interesse sind auch die Neuzulassungen, die stetig steigen.

Wie stehen Sie persönlich zur Mobilität?

Der Trend von individueller Mobilität zu gemeinsamer Nutzung ist erkennbar. Im urbanen Umfeld macht es Sinn, sich kein eigenes Statussymbol zu leisten und auf Car-Sharing zu setzen, da lästige Parkplatzsuche, hohe Kosten und Möglichkeiten der Vernetzung das eigene Auto zur Belastung machen. Dies gilt noch nicht für den ländlichen Bereich: Längere Arbeitswege von Pendlern lassen sich schwierig mit Sharing-Möglichkeiten bewältigen.

Können Sie sich vorstellen, in zwei Jahrzenten ohne Fahrer zu fahren?

Ich kann mir einen Mix aus Möglichkeiten vorstellen. Ich fahre gerne Auto. Jedoch gibt es auch Tage, an denen ich nach ereignisreichen Bürostunden gerne in ein Auto steigen würde, welches mich selbstständig nach Hause fährt. Im alltäglichen Verkehr sehe ich großes Potenzial durch Automatisierung und fortgeschrittene Assistenzsysteme Unfallzahlen zu senken und die Unfallursache Nummer 1, den Menschen, in den Hintergrund treten zu lassen.

Wie lautet Ihr Appell an Materialhersteller und Zulieferer, um die Elektromobilität und das autonome Fahren weiter voranzutreiben?

Die E-Mobilität wird den Verkehrssektor erneuern. Wir sind noch nicht an dem Punkt, die Elektromobilität und ihre Chancen 100 Prozent zu erfassen. Lithium-Ionen-Akkus gelten nur als Brückentechnologie. Materialhersteller und Zulieferer müssen mit ihrem Erfahrungsschatz die Chance nutzen, an wirklich langfristigen Lösungen mitzuwirken, wie beispielsweise Feststoffbatterien. Und damit aktiv den Wandel mitgestalten.

Welchen Beitrag kann jeder einzelne für eine ökologisch sinnvolle Fortbewegung leisten?

Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder eine Mitfahrgelegenheit nutzen. Die Digitalisierung erleichtert uns den Zugriff und macht Sharing zu dem, was es heute ist. Ode man lässt sein Auto komplett stehen und wählt andere Fortbewegungsarten. Keiner muss sein Verhalten sofort komplett verändern, kleine Schritte in die richtige Richtung sind aber ein Anfang.

Interviewpartner Marvin Eichsteller im Portrait.

Marvin Eichsteller (25) studierte Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien in Stuttgart und ist Mitbegründer des emobilitaetblog. Er studiert seit 2018 berufsbegleitend im Master Unternehmensmanagement (M.A.), und ist als IT Sublead für den Bereich Customer Service bei der Einführung neuer Applikationen für ALDI SÜD zuständig.

Aufladestation für Elektroautos in Georgia, USA
Die Mobilität von morgen benötigt ökologisch sinnvolle Konzepte.

11. Dezember 2019

Kontakt

Christine Fuhr
Marketing & Communication
SCHOTT AG

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