Ein Traum von Licht und Wellness

„Beleuchtung schafft Ambiente, spiegelt die Persönlichkeit des Besitzers und bringt Gemütlichkeit in die Wohnung. Eine gute Beleuchtung ist wie Kunst.“ Das scheint das Motto des Beleuchtungsspezialisten Cariitti Oy zu sein. Auf beeindruckende Art und Weise verbaut das kleine, finnische Unternehmen SCHOTT Glasfasern in Saunen und SPAs. Das Ergebnis ist der Traum eines jeden Sauna Besuchers: Spektakuläre Sternenhimmel über türkisfarbenen Pools, gleichmäßiges weißes Licht auf dunklem Saunaholz oder Glasfaserlüster, die aussehen wie ein Vorhang.

Cariitti-Inhaber Peter Ruokonen weiß, dass Glasfasern optimal für die Saunabeleuchtung geeignet sind: „Cariitti arbeitet seit mehr als 20 Jahren im Beleuchtungssektor,“ erklärt er. Dabei hat sich das Unternehmen schon sehr früh auf Faseroptik spezialisiert. „Wir haben uns damals für Glasfasern entschieden, weil man sie auf vielfältige Weise zur Beleuchtung von Nassbereichen einsetzen kann. Vor allem im Saunaraum selbst“, so Ruokonen.

Denn Glasfasern leiten Licht ohne Elektrizität von der Lichtquelle bis zum Faserende. Somit eignen sie sich hervorragend für Anwendungen mit Wasser. Es besteht kein elektrisches Risiko und die Lichtquelle kann außerhalb des feuchten Bereichs platziert und gewartet werden. „In Finnland sind Saunen hinsichtlich der elektrischen Ausrüstung stark reglementiert,“ fügt Ruokonen hinzu: „Wenn man mit konventionellen Leuchten arbeitet, kann man diese nur dort installieren, wo es erlaubt ist. Mit Faseroptik ist man mehr oder weniger frei von Vorschriften. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

Schönes Ambiente mit perfektem Licht schafft Wellness-Entspannung pur. Fotos: Cariitti Oy.

Entspannung „to go“

Diese Kreativität zeigt sich auch in den Projekten des Unternehmens. Neben Sauna-, Pool- und Dampfraumbeleuchtung, Kronleuchtern und Raumteilern oder Sternenhimmeln bietet Cariitti auch voll ausgestattete mobile Saunen und SPAs an. „Derzeit liefern wir eine komplette Sauna an den Finnischen Pavillon für die Olympischen Spiele in Tokio,“ verrät Ruokonen. „Niemand hat sie bisher gesehen.“

Auch das Saunaboot in Helsinki hat Cariitti mit SCHOTT Fasern ausgestattet. Diese kleine Fähre hat Umkleidekabinen, Saunen und Ruheräume an Bord und fährt durch die Ostsee: „Es ist schön: Man kann aus der Sauna heraus direkt ins Meer springen,“ sagt Ruokonen. Doch das Unternehmen realisiert auch größere Projekte. Zum Beispiel mit der großen Hotelkette Lapland Hotels: „Da jedes Zimmer seine eigene Sauna hat, haben wir im Lapland Hotel in Helsinki 180 Saunen beleuchtet,“ erzählt der Chef.

Sauna-Beleuchtung im Wandel

Ruokonen hat die meiste Zeit seines Lebens in der Beleuchtungsindustrie gearbeitet und Cariitti 2008 von seinem Vater übernommen. Damit hat er viele Trends kommen und gehen sehen: „Cariitti war die erste Firma, die Saunen mit Faseroptik beleuchtet hat.“ Seitdem hat das Unternehmen das Saunaerlebnis mit seinen hochwertigen Beleuchtungslösungen verändert. „Ich denke, es ist ziemlich selten, dass ein kleines Unternehmen, wie wir es sind, eine ganze Branche verändert,“ sagt er. „Besonders, wenn man an die strengen Vorschriften denkt, die uns umgeben, haben wir dank Faseroptik vieles möglich gemacht. Jetzt können wir alles beleuchten, was wir wollen: Ofen, Thermometer, Wasserschüsseln, Decken und Bänke.“ Die Möglichkeiten und Kombinationen sind unendlich.

Dennoch hat es stilistische Entwicklungen gegeben. Während früher viele kleine Lichtpunkte gefragt waren, wird heute gleichmäßiges Licht, das von der Decke oder den Bänken kommt, bevorzugt. Hierfür verkauft Cariitti spezielle Glasstäbe die auf Glasfaserbündelenden passen. „Sie sind etwas kompliziert zu installieren,“ erzählt Ruokonen und fügt hinzu: „Aber ich bin überzeugt, dass sie die beste Lösung sind, um diesen Effekt in Saunen zu erzielen.“

Ein anderer kurzer Trend waren LED-Flexstreifen. „Als LEDs immer beliebter wurden, dachten viele unserer Kunden, dies sei das Ende der Faseroptik,“ sagt Ruokonen. „Aber LED-Flexstreifen sind nicht für Saunen konzipiert. Sie halten nicht sehr lange in der heißen und feuchten Umgebung.“ Lichtquellen, die mit Faseroptik kombiniert werden, sind im Gegensatz dazu fast wartungsfrei. „Ich glaube auch, dass die wechselnden Farben viele nach einer Weile gelangweilt haben. Eine Sauna soll nicht wie ein Zirkus aussehen,“ scherzt er. Für ihn ist weißes Licht eine klassischere Wahl.

Die Wellnessbranche wächst weltweit. „Heutzutage haben die Menschen mehr private Zeit und mehr Geld. Sie wollen in sich selbst investieren.“ Seiner Meinung nach nutzen die Menschen nicht nur zunehmend öffentliche SPAs, sondern bauen auch ihre eigene, private Sauna. „Wenn die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, wollen sie, dass es ein schöner Ort ist,“ erklärt Ruokonen.

Nora Cremille

14. September 2020

Contact

Dr. Haike Frank
Lighting & Imaging
SCHOTT AG

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