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Ein Paradigmenwechsel in der Geräteentwicklung

In der häuslichen Pflege spielen Geräte zur Injektion von Arzneimitteln zunehmend eine Rolle. Um sicherzustellen, dass Arzneimittelverpackungen die spezifischen Anforderungen der Geräte, des Medikaments und des Verabreichungsprozesses erfüllen, bietet SCHOTT individualisierte pharmazeutische Behälter aus Cyclo-Olefin-Copolymer (COC). Tom van Ginneken erläutert, warum sich Polymer perfekt für solche kundenspezifischen Lösungen eignet.

Auf der CPhl Worldwide 2018 in Madrid hat SCHOTT sogenannte individualisierte Behälter aus Kunststoff vorgestellt. Was meinen Sie mit „individualisiert“?

Der Begriff „individualisiert“ drückt aus, dass wir die Behälter aus COC in enger Abstimmung mit unserem Kunden entwickeln. Auf diese Weise kann er einen Behälter so gestalten, das er genau auf sein vorhandenes Gerät zur Verabreichung abgestimmt ist, beispielsweise einen sogenannten „Wearable“, der am Körper getragen wird, oder einen Autoinjektor. Abhängig von den spezifischen Anforderungen wie der Lagerbeständigkeit des Medikaments, dem Füllprozess oder der Kompatibilität mit einem Gerät können wir einen Behälter so kreieren, dass keine Veränderungen am Gerätedesign erforderlich sind.

Was sind die wichtigsten Vorteile?

Immer mehr Medikamente werden mit Hilfe eines Gerätes verabreicht, um die Therapie für den Patienten zu vereinfachen. Bisher mussten Gerätehersteller ein neues Gerät passend zu den auf dem Markt erhältlichen Behältern entwickeln. Wir ermöglichen das genaue Gegenteil: Wir können für den Kunden einen individuellen Behälter entwickeln, der perfekt zu seinem Gerät passt. Möchte ein Hersteller beispielweise ein Wearable verkleinern, damit es die Patienten unauffälliger tragen können, benötigt er einen Behälter, der genau zu den neuen Geräteabmessungen passt.

Warum verwenden Sie dafür Polymer statt Glas?

Polymere, genauer genommen COC, bieten eine Reihe attraktiver Vorteile bei der Gestaltung von Pharmaverpackungen: Sie sehen aus wie Glas, sind sehr stabil und lassen sich vielfältig gestalten. Damit bietet Polymer eine ideale Alternative, um spezielle pharmazeutische Produkte zu verpacken. Für den Entwicklungsprozess neuer Geräte ist die Flexibilität im Design von großer Bedeutung. So stellen wir sicher, dass die Behälter um ein ergonomisches Gerät herum entwickelt werden und das Team, das die Geräte entwirft, keine Kompromisse bei der Auswahl des Behälters eingehen muss.

Wie lange dauert die Entwicklung der individualisierten COC Behälter?

Wir versuchen, die Entwicklung innerhalb von 15 Monaten abzuschließen – von den ersten Gesprächen bis zur vollautomatisierten Produktion. Damit der Kunde ein Produkt schneller am Markt einführen kann, unterteilen wir den Entwicklungsprozess in vier Phasen: angefangen bei einem ersten Muster aus dem 3D-Drucker über Muster, nachdem die Form feststeht (Design Freeze), bis zu kleinen Musterchargen “For Human Use“ (FHU) bis zum endgültigen Produkt für die Markteinführung. Auf diese Weise erhält der Kunde schnell genau die Muster, die er für Funktionstest oder die Registrierung benötigt. So reduzieren wir das finanzielle und technische Risiko für den Kunden.

Tom van Ginneken

Tom van Ginneken arbeitet seit 2008 bei SCHOTT. Nach verschiedenen Positionen in der pharmazeutischen Produktentwicklung ist er aktuell als Global Produkt Manager für SCHOTT TOPPAC® tätig. Van Ginneken hat Chemieingenieurwesen in Antwerpen (Belgien) studiert und später einen MBA an der Universität Sankt Gallen (Schweiz) erworben.

4. Februar 2019

Kontakt

Tom van Ginneken
Pharmaceutical Systems
SCHOTT AG

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