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Aufschwung für Ampullen


Glasampullen gelten als Klassiker der Medikamentenverpackung. Vielerorts sind sie durch Fläschchen oder vorfüllbare Spritzen abgelöst worden. In Wachstumsregionen wie Asien, Südamerika oder Osteuropa allerdings ist die Nachfrage ungebrochen.

Frau Ferré, sind Ampullen ein Relikt der Vergangenheit?

Ganz und gar nicht. Es stimmt zwar, dass Glasampullen seit über 80 Jahren zur Verpackung von Injektabilia verwendet werden. Sie spielen aber nach wie vor eine Schlüsselrolle, wenn es um die flächendeckende Versorgung mit Basismedikamenten wie Schmerzmitteln, Entzündungshemmern oder Narkotika geht. Ampullen bieten einen vergleichsweise effizienten und kostengünstigen Weg, in etablierten Märkten eine Basisversorgung zu sichern bzw. diese in Wachstumsregionen aufzubauen. Ergo erleben wir immer noch eine starke Dynamik, insbesondere dank verbesserter Abfüllverfahren.

An welche Abfüllverfahren denken Sie dabei?

Immer mehr Arzneimittelhersteller setzen Produktionslinien ein, die Ampullen in Hochgeschwindigkeit befüllen können. Oder sie suchen nach flexibleren Ansätzen, um kleinere Chargen effizienter zu verarbeiten. Um das Potenzial dieser neuartigen Fülllinien zu heben, müssen die Ampullen besonders akkurat geformt sein und eine hohe kosmetische Qualität aufweisen. Idealerweise nutzt man automatische Kamerasysteme, um die wichtigsten Dimensionen direkt bei der Herstellung der Ampulle zu 100 Prozent zu prüfen.

Welche weiteren Vorteile bieten Ampullen und was trägt SCHOTT dazu bei?

Bewahrt man ein Medikament in einer Ampulle auf, kommt nur ein Material – nämlich Glas – damit in Kontakt. Man kann außerdem eindeutig erkennen, ob der Behälter einwandfrei verschlossen und das Medikament vor Verunreinigungen geschützt ist. Außerdem sind Glasampullen eine sehr kostengünstige Form der Verpackung. Die Entwicklung neuer Füllkonzepte unterstreicht, dass Ampullen noch lange nicht ausgedient haben. Unser Ziel ist es, das Fill & Finish von Ampullen weiter zu optimieren. Dazu sind wir fortwährend in Kontakt mit Pharmaunternehmen und Fülllinienherstellern – alles im Sinne einer sicheren und nachhaltigen Medikamentenversorgung.

Neus Ferré studierte Ingenieurswesen mit Schwerpunkt Telekommunikation an der Polytechnic University in Barcelona und an der RWTH Aachen. Seit 2008 arbeitet sie bei SCHOTT und wirkte zunächst in den Geschäftsfeldern Photovoltaik und Solarthermie. Als Global Product Manager Ampoules gehört sie seit 2016 zur Geschäftseinheit Pharmaceutical Systems.

25. August 2017

Kontakt

Christina Rettig
Marketing & Communication
SCHOTT AG

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