Impulse für Spezialglas-Industrie

Impulse für Spezialglas-Industrie

Die BREF-Empfehlungen dokumentieren, dass der Spezialglashersteller SCHOTT bei den meisten relevanten Umwelttechnologien die Nase vorn hat.
Umweltschutzexperte Hünlich vor einer SCHOTT-Anlage zur Abgasreinigung, mit der ein Entstaubungsgrad nahe 100 Prozent erzielt wird.
Der Sektor der Spezialgläser umfasst nur einen Anteil von 5-6% der gesamten produzierten Glasmenge in der EU (1996: 29 Mio Tonnen). Um die Spezialglasherstellung transparent zu machen, unterteilte die TWG Spezialglas die Aktivitäten in acht Hauptgruppen, wovon wiederum der Sektor Fernsehglas, Glasrohr (Beleuchtung, Pharma-anwendung, Borosilicatglas) über 90% der Tonnage an Spezialglas ausmacht. Der Produktionsschwerpunkt dieser Spezialgläser liegt in den Ländern Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden, während in den übrigen europäischen Ländern nur geringe Mengen sehr spezieller Glasprodukte dieser Sparte hergestellt werden.

Aufgabe TWG Spezialglas

Die Glasproduzenten der Hauptsparten, wie Flach- und Behälterglas, sind in einem Dachverband in Brüssel (CPIV) zusammengeschlossen, jedoch nicht die Vielzahl der unterschiedlichen Glashersteller des Spezialglasbereiches. Für diesen musste nun ein Verantwortlicher gefunden werden, der deren Interessen bei der Bearbeitung der BREF Documents vertritt.

Als Koordinator der europäischen Spezialglasindustrie übernahm Dr. Thomas Hünlich, Umweltschutzbeauftragter des größten europäischen Spezialglasherstellers SCHOTT, der zudem auch im CPIV organisiert ist, die Aufgabe, relevantes Datenmaterial aus ganz Europa zusammenzutragen.

Die Arbeit konzentrierte sich darauf, überhaupt erst einmal alle Spezialglas-hersteller Europas zu identifizieren und die Produktionsmengen nach Ländern, Spezialglasarten und Standorten zusammenzutragen sowie eine Bewertung der vorherrschenden Schmelztechniken und Umweltschutzstandards in den einzelnen Ländern zu ermitteln. Der fachliche Austausch erfolgte mit den Koordina-toren der anderen Glassektoren im Rahmen gemeinsamer Arbeitssitzungen beim CPIV in Brüssel und anderen europäischen Städten.

Unterschiedliche Standards

Die umweltrelevanten Produktionsverhältnisse der Spezialglasindustrie - hier lag der Schwerpunkt im wesentlichen auf den Abgasemissionen aus den Schmelzaggregaten - unterscheiden sich nicht gravierend von den spezifischen Verhältnissen anderer Sektoren der Glasindustrie. Besondere Bedeutung war natürlich den kritischen Abgasbestandteilen dieses Glassektors zu widmen, wie den Schwermetallgehalten z.B. Blei, Cadmium und Arsen, die auch für den Abwasserbereich relevant sein können. Weiter wurden deutliche Unterschiede in den erreichten Umwelt-Standards im Vergleich der Länder untereinander festgestellt: So sind beispielsweise DeNOx-Anlagen zur Entstickung von TV-Glaswannen nur in Deutschland zu finden während die Staubfiltertechniken, eben aufgrund der oftmals hohen Schwermetallanteile des Abgases, fast überall in Europa hinter Spezialglas-wannen eingesetzt werden.

BAT: Konsensfindung angestrebt

Die Arbeit der TWG-Koordinatoren-Meetings war stark geprägt von hohem technischen Sachverstand. Auch bei konträren Standpunkten, der oft in den andren Glassektoren auftrat, war stets der Wille nach Konsensfindung spürbar. So wurde z.B. die Frage der Notwendigkeit der Staubfilterung von Abgasen der relativ umweltunkritischer Glälwen des Behälter- und Flachglassektors heftigst diskutiert, da in den einzelnen europäischen Ländern eine unterschiedliche Bewertung vorherrscht, welche Techniken letztendlich den Begriff BAT am besten widerspiegeln. Letztendlich setzte sich aber auch dort die Erkenntnis durch, dass auch solche Abgase nur durch eine effiziente Staubfiltertechnik zu reinigen sind. Die Erfahrungen und Erkenntnisse von SCHOTT haben sicherlich auch dazu einen Beitrag geliefert. Für den Bereich Spezialglas war dies nie ein Streitpunkt, weil, wie erwähnt, der Zwang zur Abgasreinigung aufgrund der kritischen Abgasbestandteile leicht einsehbar ist.

Wegweisende Pilotprojekte

SCHOTT wendet im Prinzip alle auf dem Markt verfügbaren Techniken des Umweltschutzes an seinem größten Produktionsstandort in Mainz an und konnte in der Vergangenheit mit einzelnen Pilotprojekten branchenprägende Impulse geben. Die Erkenntnisse dieser Anlagentechnik haben im BREF Document für viele Spezialglassparten als Referenzergebnis im Sinne der Best Available Technique (BAT) gedient. Zu den relevanten Umweltschutztechnologien zählen:

  • sauerstoffbeheizte Fernsehglas (-Trichter) Wanne mit niedrigen NOx-Emissionen     und kleine sauerstoffbeheizte optische Wannen;
  • Elektro- und Tuchfilter zur Staubabscheidung;
  • elektrobeheizte Borosilikatglaswannen mit dadurch bedingten geringsten Abgas-    Emissionen;
  • Entstickungstechnik durch Ammoniak-eindüsung in den Abgasstrom ohne (SNCR)     und mit (SCR) Katalysatortechnik;
  • Wasserkreislaufsysteme;
  • Filterstaubrecycling in der Wanne;
  • Abgasmesstechnik.


  • Das Ergebnis lässt sich vor allem am Reinigungsgrad der Wannenabgase ablesen, wo Entstaubungsgrade nahe 100 Prozent sowie eine Reduktion der Stickoxide um mehr als 75 Prozent erreicht werden. Dank der neuen Befeuerungstechnologie mit reinem Sauerstoff an einzelnen Wannen wird erreicht, dass gar nicht mehr so viel Abgas entstehen kann, da der Stickstoffballast der Umgebungsluft entfällt. Die eigentlichen Verbrennungsabgase können somit gegenüber der herkömmlichen Verbrennungstechnik mit Umgebungsluft um bis zu 75 Prozent gleich an der Verbrennungsquelle gesenkt werden. Die direkten Energiekosten an diesen so befeuerten Wannen sinken dabei um mehr als 30 Prozent. Die Nutzung der Abwärme, Wasserkreisläufe oder Glasrecycling sind weitere Maßnahmen für eine intakte Umwelt. Umweltschutz als Selbstverpflichtung - vielleicht auch bald europaweit?!

    Initiativen für Unternehmen und Umwelt

    38,7 Millionen DM hat die SCHOTT Gruppe im vergangenen )ahr weltweit für Umweltschutzmaßnahmen investiert, 28,3 Millionen DM allein in Deutschland. SCHOTT-Vorstand Dr. Udo Ungeheuer: „Wir stellen uns den Aufgaben zum Schutz der Umwelt und tragen aktiv zu deren Lösung bei. Die Vorgaben von Gesetzen und Verordnungen werden als Mindestanforderungen verstanden. "

    Angesichts des für die Glasherstellung erforderlichen hohen Einsatzes an Prozessenergie und der daraus resultierenden hohen Kosten bei Gas und Strom stellt sich schnell die Frage der Wirtschaftlichkeit der gesamten Produktion. Ständiger Schwerpunkt der Anstrengungen sind deshalb die Senkung des Energie-und Ressourcenverbrauchs - durch Verbesserungen im Prozessablauf als auch optimierte Befeuerungstechnologien. Damit einher geht eine deutliche Reduzierung der umweltbelastenden Emissionen Stickoxid und Kohlendioxid. Ein Beispiel dafür, wie ökonomische und ökologische Ziele in Einklang gebracht werden konnten.

    (Aus dem SCHOTT Umweltbericht 2000. Siehe auch S. 26 „Neue Broschüren").

    Glas - ökologische Fakten

  • Glas gilt als einer der umweltverträglichsten Werkstoffe.
  • Besteht in seinen Hauptbestandteilen Kalk, Soda und Sand aus natürlichen     Rohstoffen.
  • Kennt keine Rohstoffprobleme oder zur Neige gehenden Ressourcen.
  • Glas erreicht mit einem Minimum an Umweltbelastung ein Maximum an     Funktionalität.
  • Wiederverwendung sortenreiner Scherben ist ohne Qualitätsverlust möglich. Durch     erhöhtes Recycling wird der Rohstoffeinsatz noch effektiver.
  • Nur geringer Anteil des produzierten Glases endet als nicht verwertbare Scherben     auf der Deponie. Dort belastet Altglas aber weder Luft noch Wasser.
  • Die meisten Spezialgläser verfügen über umweltneutrale Eigenschaften. Sie sind     chemisch resistent, hitzebeständig, porenfrei, geschmacksneutral, inert.
  • Viele Glasprodukte werden direkt zum Schutz von Gesundheit und Umwelt     eingesetzt.
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