05.09.2018, Mainz, Deutschland

Extrem klein, hoch zuverlässig: SCHOTT Primoceler Oy ermöglicht medizinische Implantate der nächsten Generation

Mit der Übernahme des finnischen Unternehmens Primoceler Oy erweitert der Technologiekonzern SCHOTT sein Portfolio an hermetischen Gehäusen für die Medizintechnik um das innovative Laser-Micro-Bonding von Primoceler. Das Verfahren ermöglicht die Herstellung elektronischer oder optischer Bauteile, die vakuumdicht, extrem klein und dennoch höchst zuverlässig sind. Konkret lässt sich mit der Primoceler-Technologie Glas mit Glas oder anderen transparenten Materialien verbinden, und zwar ohne Wärmeerzeugung oder der Verwendung von zusätzlichen Materialien. In Kombination mit der Verwendung neuer biokompatibler Glastypen eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten für das Wafer-Level Chip-Scale Packaging (WL-CSP). Besonders interessant ist dies für medizinische Implantate, mikro-elektro-mechanische Systeme (MEMS) und andere elektronische oder optische Komponenten, die besonders zuverlässig funktionieren müssen.
In der Medizintechnik kommen immer mehr „smarte“ Implantate auf den Markt. Diese übertragen und erfassen Daten und verfügen über optische Komponenten wie Sensoren oder Kameras. Die empfindlichen Komponenten benötigen Gehäuse, die sie vor Feuchtigkeit, korrosiven Chemikalien oder Körperflüssigkeiten schützen. Gleichzeitig müssen sie die leistungsstarke Übertragung elektrischer, optischer und hochfrequenter Signale unterstützen.

Mini-Gehäuse für wärmeempfindliche Bauteile dank Laser-Bonding

Mit dem innovativen Laser-Micro-Bonding-Verfahren von SCHOTT Primoceler Oy lassen sich implantierbare Bauteile in miniaturisierten Gehäusen verkapseln, die ausschließlich aus Glas bestehen. Die Technologie ermöglicht das direkte Bonden von Glas mit Glas oder Glas mit Silizium, ohne dass dabei Zwischenräume entstehen. So werden immer kleinere Wafer- und Chip-size Bauteile für implantierbare Medizinprodukte möglich. Außerdem kann auf Wunsch Gas in die Kavität eingebunden oder ein Vakuum erzeugt werden.

Der Bonding-Prozess wird bei Raumtemperatur mit einer sehr kleinen Wärmeeinflusszone durchgeführt, sodass auch extrem hitzeempfindliche Elektronik sicher verkapselt werden kann. Darüber hinaus sind keine Zusatzmaterialien erforderlich, was das Risiko für Materialversagen oder Ausgasung reduziert.

Neue Möglichkeiten für medizinische Implantate

40 Jahre lang war Titan das bevorzugte Gehäusematerial bei implantierbaren Medizinprodukten. In der jüngeren Vergangenheit hat jedoch der Einsatz von Glaswafern stark zugenommen. Aus gutem Grund, denn das Material Glas bietet hervorragende Eigenschaften. Neben der Biokompatibilität eröffnet die exzellente Transparenz für Hochfrequenzwellen vollkommen neue Möglichkeiten für aktive und passive Implantate. „Voll-Glas-Gehäuse“ könnten beispielsweise besonders effizientes Laden, die Übertragung von Daten oder die Umprogrammierung von Implantaten ermöglichen. Durch die Transparenz von Glas ist zudem ein breites Spektrum an optischen Anwendungen denkbar.
Anwendungsbereiche für solche biokompatiblen Mikrogehäuse der nächsten Generation sind unter anderem Retina-Implantate und Neuro-Stimulatoren, Blutdrucksensoren und Geräte für das Herzrhythmusmanagement, zum Beispiel für die kardiale Resynchronisationstherapie oder implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren.

Komplettes Portfolio an hermetischen Komponenten und Gehäusen

Der Bonding-Service von Primoceler ergänzt die langjährige Kernkompetenz von SCHOTT auf dem Gebiet der hermetischen Gehäusetechnologien. Das Unternehmen führt seine Geschäfte unter dem neuen Namen SCHOTT Primoceler Oy vom Standort Tampere in Finnland aus als Teil des Geschäftsbereichs SCHOTT Electronic Packaging.

SCHOTT verfügt über ein großes Portfolio an vakuumdichten Gehäusen, die ausschließlich aus anorganischen Materialien wie Glas, Keramik und Metall bestehen. Sie verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit und schädlichen Gasen. Das SCHOTT Portfolio umfasst hermetisch dichte Gehäuse basierend auf Glas-Metall-Technologie (GTMS) oder Keramik-Metall-Technologie (SCHOTT CerTMS®) sowie vollständige Keramiklösungen und HermeS® Glassubstrate mit hermetischen Kontaktstiften (Fachbegriff TGV – Through Glass Vias), die Wafer-Level Chip-Scale Packaging (WLCSP) ermöglichen.


SCHOTT ist ein international führender Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas und Glaskeramik. Mit der Erfahrung von über 130 Jahren herausragender Entwicklungs-, Material- und Technologiekompetenz bietet das Unternehmen ein breites Portfolio hochwertiger Produkte und intelligenter Lösungen an. Damit ist SCHOTT ein innovativer Partner für viele Branchen, zum Beispiel Hausgeräteindustrie, Pharma, Elektronik, Optik, Life Sciences, Automobil- und Luftfahrtindustrie. SCHOTT hat das Ziel, mit seinen Produkten zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu werden. Das Unternehmen setzt auf Innovationen und nachhaltigen Erfolg. Mit Produktions- und Vertriebsstandorten in 33 Ländern ist der Konzern weltweit präsent. Rund 15.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Umsatz von 2,05 Milliarden Euro. Die Muttergesellschaft SCHOTT AG hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Als Stiftungsunternehmen nimmt SCHOTT eine besondere Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt wahr. 
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Presse- und Medienkontakt
SCHOTT AG
Joana Kornblum
Public Relations Manager
Hattenbergstraße 10
55122 Mainz
Tel.: +49 6131/66-4073
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