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28.05.2020, Tampere, Finland

Wiederherstellung des Sehvermögens - Ermöglicht durch Glasverkapselung

NanoRetina gibt die erfolgreiche Erprobung des künstlichen Netzhautimplantats „NR600“ bekannt, das mithilfe von SCHOTT Primoceler Technologie gefertigt wird. Das Implantat könnte ein wichtiger Schritt in Richtung einer Lösung für degenerativen Sehverlust bedeuten. SCHOTT Primoceler’s hermetische Glaswafer-Microbonding Technologie kam zur miniaturisierten Glas-Verkapselung des Implantats zum Einsatz.
NanoRetina NR600 Netzhautimplantat mit Glasverkapselung.
NanoRetina NR600 Netzhautimplantat mit Glasverkapselung.
Weltweit leiden hunderttausende von Menschen an degenerativen Erkrankungen der Netzhaut, darunter Makuladegeneration und Retinitis Pigmentosa, welche zu erheblichem oder sogar vollständigem Sehverlust führen. Das israelische Unternehmen Nano Retina hat mit Hilfe von SCHOTT Primoceler ein völlig neues, minimal-invasives und leistungsfähigeres Netzhautimplantat entwickelt, das nun erfolgreich in ersten klinischen Studien mit Patienten zum Einsatz kommt.

Vielversprechende Entwicklung auf dem Weg zur Wiederherstellung des Sehvermögens
Mit der Entwicklung von NR600 soll das Sehvermögen von Menschen wiederhergestellt werden, die durch eine degenerative Netzhauterkrankung erblindet sind. Das Miniaturimplantat ermöglicht einen risikoarmen chirurgischen Eingriff, sowie eine kurze Genesungszeit.

Die ersten klinischen Studien, die Anfang des Jahres mit einer europäischen Patientenbasis starteten, haben außergewöhnliche Ergebnisse erzielt. „Bereits als das Implantat zum ersten Mal aktiviert wurde, zeigten sich erstaunliche Ergebnisse: Die Patientin lebte seit fünf Jahren vollständig im Dunkeln. Nach Aktivierung des Implantats konnte sie sofort ein Bild in der Mitte ihres Gesichtsfeldes ausmachen und mit ihren Händen die Größe des Bildes zeigen. Das hat mich stark beeindruckt. Ich arbeite seit über 20 Jahren als Augenarzt, aber ich habe bisher noch nie erlebt, dass ein völlig blinder Patient seine visuelle Wahrnehmung wiedererlangt“, erklärte Professor Peter Stalmans, einer der führenden Netzhautspezialisten in Europa, der die Implantation durchführte.

Partnerschaft und Innovation mit hermetischer Glaskapselung
SCHOTT Primoceler und NanoRetina verbindet eine langjährige Partnerschaft, die mit dem Start des Projekts vor sieben Jahren begann. Die für SCHOTT Primoceler charakteristische Glas-Wafer-Bonding Technologie ist aufgrund ihrer Vorteile perfekt für diese Anwendung geeignet. Das direkte Laserbonding-Verfahren ermöglicht eine extreme Miniaturisierung. Für NanoRetina eine absolute Voraussetzung für das Implantat, das ins menschliche Auge eingesetzt wird.

Auch die hermetisch dichte Verkapselung komplett aus Glas ist für das NR600-Implantat von NanoRetina von entscheidender Bedeutung, da für eine präzise optische Leistung Transparenz erforderlich ist. Zudem besteht das Implantat aus extrem kleinen und komplexen elektronischen Bauteilen. Würde man diese auch nur geringster Hitze aussetzen, könnten sie beschädigt werden. Beim Glaswafer-Bonding-Verfahren von SCHOTT Primoceler entsteht beim Laserfügeprozess nur eine minimale Wärmeeinflusszone. Dies ermöglicht eine hermetische Verkapselung die im Wesentlichen bei Raumtemperatur stattfindet, ohne die Komponenten des NanoRetina-Implantats zu beschädigen.

"Die einzigartige Technologie von SCHOTT Primoceler war für die Realisierung des NR600-Miniaturimplantats essentiell wichtig", erklärt Ran Mendelewicz, Vice President R&D bei NanoRetina. „Das Team von SCHOTT in Finnland hat wiederholt bewiesen, dass es unseren Herausforderungen gewachsen ist, und dank ihrer „Can Do“-Einstellung konnte NanoRetina die Entwicklung dieses winzigen, biokompatiblen und hermetischen Implantats vorantreiben. Wir hoffen, damit das Leben sehbehinderter Patienten auf der ganzen Welt nachhaltig zu verändern."

"In einer Zeit, in der gute Nachrichten auf der Welt dringend benötigt werden, sind wir bei SCHOTT Primoceler ganz besonders stolz darauf, unseren Teil zur Wiederherstellung des Sehvermögens blinder Menschen beizutragen“, so Ville Hevonkorpi, Geschäftsführer von SCHOTT Primoceler Oy. „Wir können auf viele Jahre hervorragende Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei NanoRetina zurückblicken und es freut uns zu sehen, wie durch diese bahnbrechende Entwicklung die Behandlung von Sehverlust Realität wird.“

SCHOTT ist ein international führender Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas, Glaskeramik und verwandten Hightech-Materialien. Mit der Erfahrung von über 130 Jahren ist das Unternehmen ein innovativer Partner für viele Branchen, zum Beispiel Hausgeräteindustrie, Pharma, Elektronik, Optik, Life Sciences, Automobil- und Luftfahrtindustrie. SCHOTT ist weltweit präsent mit Produktions- und Vertriebsstandorten in 34 Ländern. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erzielte der Konzern mit über 16.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die SCHOTT AG hat ihren Hauptsitz in Mainz und ist zu 100 Prozent im Besitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Diese ist eine der ältesten privaten und größten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Als Stiftungsunternehmen nimmt SCHOTT eine besondere Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt wahr.


Pressekontakt
Elisabeth Fey
Global Marketing Communication Electronic Packaging
Phone: +49 871826352

elisabeth.fey@schott.com

Joana Kornblum
PR & Communication Manager
Pharma | Medical | Diagnostics
Phone: +49 6131 66 4073
joana.kornblum@schott.com
 
Größenvergleich zur Veranschaulichung der extremen Miniaturisierung von NanoRetina NR600.
Größenvergleich zur Veranschaulichung der extremen Miniaturisierung von NanoRetina NR600.
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