Der Dünnstglas-Macher

Mario Haas leitet im SCHOTT Werk in Grünenplan den Bereich Development & Application. Dabei tut er nichts anderes, als die Entwicklung von Produkten voranzutreiben und in neue Anwendungsfelder vorzustoßen. Eine seiner größten Herausforderungen der letzten Jahre lag im Projekt „AS 87 eco“ – dieses Ultradünnglas entstand aus einer engen Zusammenarbeit mit Kollegen in China. Mittlerweile wird das Glas unter kontrollierter Beobachtung der Glasspezialisten am Standort Grünenplan in Massenproduktion produziert. Haas widmet sich derweil schon wieder der nächsten Entwicklung.



Haarfeine Alternative zum Saphirglas

Wer sich schon einmal gefragt hat, mit welchen Materialien sensible Komponenten wie Kameramodule oder Fingerprintsensoren in Smartphones vor den Herausforderungen des täglichen Lebens geschützt werden, der trifft bei einer Begegnung mit Mario Haas auf einen wahren Experten. Glaubwürdig beschreibt der Ingenieur verschiedenste Möglichkeiten, spricht von „Coatings“, Dünn- oder Saphirglas. Sehr schnell kommt er dann aber auf eine Alternative zu sprechen, die er in enger Zusammenarbeit mit seinen Kollegen in China bis zur Marktreife entwickelt hat und seit Ende 2016 in großer Stückzahl im SCHOTT Werk in Grünenplan produziert: SCHOTT AS 87 eco nennt sich das neue Ultradünnglas, das als robuste und widerstandsfähige Alternative zu anderen Schutzgläsern ins Rennen geschickt wird.
„Mit SCHOTT AS 87 eco haben wir das erste umweltfreundliche Glas entwickelt, das sensible elektronische und optische Bauteile in Smartphones zuverlässig schützt“, freut sich Haas. „Der Anstoß für das Projekt kam aus China von den Kollegen in Suzhou. Dort entwickelte man die Idee, ein ultradünnes Glas zum Schutz von Fingerprintsensoren zu entwickeln, da die hierfür bereits am Markt erhältlichen Materialien für die Smartphone-Hersteller immer ein Kompromiss waren.“
Im Dialog mit den Herstellern von Fingerprintsensoren sei ein ultradünnes, biegsames, aber zugleich robustes Glas mit herausragenden technischen Eigenschaften und hoher Umweltverträglichkeit als Wunschziel definiert worden. Nach etlichen Gesprächen mit SCHOTT Schmelz-Experten aus der zentralen Forschung und Entwicklung sowie Hot-Forming-Spezialisten habe das Projekt grünes Licht erhalten: Die Idee sei technisch umsetzbar.



Schnelle Marktreife dank großem Teamgeist

„Ab diesem Moment begann ein Wettlauf mit der Zeit. Jeder Tag zählte, um das Produkt rechtzeitig im asiatischen Markt zu positionieren. Wir wissen alle, wie schnelllebig es hier zugeht und welche Halbwertszeit ein Trend hat“, erklärt Mario Haas ganz offen. Über mehrere Monate hinweg sei das Team „die berühmte zusätzliche Meile“ gegangen, so Haas.

Die Bemühungen zahlten sich aus: SCHOTT AS 87 eco wurde pünktlich zur Fachmesse C-Touch Ende 2016 nach intensiven Monaten der Entwicklung im „chinesischen Silicon Valley“ Shenzhen vorgestellt. Auf der Messe herrschte großer Andrang am Stand von SCHOTT, Journalisten zeigten besonderes Interesse an dem ultradünnen Glas, besonders der Biegedemonstrator wirkte auf die Fachbesucher wie ein Magnet. „Wenn man das ultradünne Glas einmal in der Hand gehalten hat, dann ist man sofort fasziniert davon“, ist sich Haas sicher. „Man denkt, es handele sich um eine Plastikfolie. Ist es aber nicht! Wenn ich den Leuten dann sage, dass das Ansichtsexemplar in ihren Händen aus Sicherheitsgründen stolze 100 Mikrometer dick ist und wir es nochmal mehr als halb so dünn aus der Schmelze ziehen können, dann blicke ich in große, faszinierte Augen.“

Haas‘ Faszination für sein Produkt steckt an. So kann man auch verstehen, dass er es sich nicht nehmen lässt, so oft wie möglich an die Schmelzwanne zu gehen, um den Kollegen an der Down-Draw-Anlage über die Schulter zu schauen. „Niemand sonst auf der Welt kann so dünne Gläser herstellen. Nur wir beherrschen dieses Verfahren. Ja, das macht mich echt stolz.“
Das glaubt man ihm gerne. Ganz besonders, nachdem man das ultradünne Glas einmal selbst in Händen gehalten hat.


22. Januar 2017
The Thinnest-Glass Maker: Mario Haas with a ribbon of ultra-thin glass
Mario Haas blickt durch ein ultradünnes Smartphone-Schutzglas.

„Jeder Tag zählte, um das Produkt
rechtzeitig im asiatischen Markt
zu positionieren.“


- Mario Haas leitet im SCHOTT Werk in Grünenplan den Bereich Development & Applicationn
The ultra-thin glass from SCHOTT is environmentally friendly manufactured at the site in Gruenenplan, Germany.
Das ultradünne Glas von SCHOTT wird umweltfreundlich in Grünenplan hergestellt.
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