Drohnen können Brände bekämpfen, eilige Medikamente transportieren, Schädlingsbefall von Ackerland überprüfen oder ganz einfach schicke Videoaufnahmen aus der Luft anfertigen. Studien schätzen ihr kommerzielles Marktpotenzial bis zum Jahr 2020 auf rund 100 Milliarden Euro weltweit. Mit ihrer zunehmenden Zahl steigt jedoch auch das Unfallrisiko. In Deutschland gilt deshalb seit April 2017 eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu können. Besitzer eines unbemannten Luftfahrzeugs ab einer Startmasse von 250 Gramm müssen dieses nun mit Name und Adresse beschriften, und zwar dauerhaft und feuerfest.<br>
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Dazu hat die deutsche Firma&nbsp;Roboterwerk&nbsp;eine ideale Lösung entwickelt. Dabei wird ultradünnes Glas von SCHOTT in einem speziellen Verfahren mit einer Beschriftung aus einem Glas-Titan-Kohlenstoffverbund versehen. Diese Keramik hält Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius stand. Das beschriftete Aluminosilikatglas SCHOTT AS 87 eco, in diesem Fall gehärtet und weniger als 150 Mikrometer dick, verändert seine Form erst bei 870 Grad Celsius. Es übersteht auch die über 660 Grad heißen Brände von Lithium-Ionen-Akkus, die bei modernen Drohnen zumeist als Energiespeicher dienen.
General no-fly zones / Allgemeine Flugverbotszonen
Infografik: Gesetzliche Vorgaben für Drohnen in Deutschland
Dagegen schmilzt Aluminium, das gern als geeignetes Material zur Herstellung von beschrifteten Drohnenplaketten gehandelt wird, bereits bei 660,3 Grad Celsius. „Viele Länder haben bereits eine verpflichtende Kennzeichnungspflicht für Flugdrohnen eingeführt. In Deutschland muss dieses Kennzeichen darüber hinaus laut Gesetzgeber ‚feuerfest‘ sein“, so Moritz Aßmus-Hubrich, Pressesprecher der Roboterwerk GmbH. „Da der Begriff ‚feuerfest‘ aber nicht eindeutig definiert ist, gehen wir mit dem ultradünnen Glas von SCHOTT auf Nummer sicher: Es behält seine Form im Brandfall zuverlässig bei, ohne einen negativen Einfluss auf das Gewicht zu nehmen oder die Sensoren zu stören. Glas ist damit anderen Kennzeichnungslösungen einen großen Schritt voraus.“

Das Unternehmen verkauft die markierten Drohnen-Kennzeichen beim Online-Händler Amazon. Eine Ausweitung der Vertriebsaktivitäten auf den lokalen Elektronikfachhandel ist angedacht. Für SCHOTT ist die neue Anwendung eine erneute Bestätigung der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von ultradünnem Glas: „Wir begrüßen diese Idee und laden Ingenieure und Produktentwickler in allen Branchen dazu ein, Glas immer wieder neu zu denken“, so Dr. Thomas Werninghaus, Senior Sales Manager bei SCHOTT Advanced Optics.
Drone with engraved registration plate made of SCHOTT ultra-thin glass
links: Ultradünnes Glas von SCHOTT behält seine Form im Brandfall zuverlässig bei. Foto: SCHOTT rechts: Drohne mit markiertem Kennzeichen von Roboterwerk. Foto: Roboterwerk

Drohnen-Verordnung: Von Kennzeichnung bis Führerschein


2016 meldete die Deutsche Flugsicherung 64 Vorfälle mit Drohnen, im letzten Jahr dürften es noch mehr gewesen sein. Zugleich bieten die unbemannten Fluggeräte aber auch viele Einsatzchancen. Darum führte das deutsche Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eine neue Verordnung ein, die Pflichten und Erleichterungen regelt. So gilt seit April 2017 eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Drohnen, wonach der Eigentümer eines Flugmodells oder unbemannten Luftfahrtsystems mit einer Startmasse von mehr als 0,25 Kilogramm „seinen Namen und seine Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät anbringen“ muss. Im Oktober 2017 folgte unter anderem die Verpflichtung zu einem „Kenntnisnachweis“: Dieser Führerschein ist für den Betrieb von Drohnen ab zwei Kilogramm erforderlich. Ohne diesen Nachweis drohen Bußgelder von mehreren hundert Euro. Alle neuen Regeln zum Betrieb von Drohnen fasst das BMVI auf einer Website zusammen.


23. Mai 2018
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