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Mehr Kapazitäten für neue Chancen

SCHOTT TGS bündelt Know-how für technische Gläser und visiert Zukunftsanwendungen an

Jena (Deutschland), 27. Mai 2010 – Mit dem Ausbau der Schmelzwanne 8 hat SCHOTT Technical Glass Solutions (TGS) seine Fertigungskapazitäten nahezu verdoppelt. Nach der Neufirmierung 2009 zielt das Unternehmen mit erweiterter Produktpalette auch auf attraktive Wachstumsmärkte. Dazu soll 2011 eine weitere Wanne in Betrieb gehen.

„Wir erhöhen unsere Produktionsleistung, um unser wachsendes traditionelles Geschäft zu forcieren“, begründet Geschäftsführer Klaus Schneider den Umbau der Ende Mai in Betrieb genommenen Wanne. Das Aggregat arbeitet nun mit einer elektrischen Zusatzheizung, wodurch sich die Schmelzleistung bei gleicher Wannenabmessung steigern lässt. Der Einsatz der Microfloat-Technologie ermöglicht zudem das Floaten kleiner Glasmengen. Noch mehr Flexibilität soll 2011 die Inbetriebnahme einer weiteren Microfloat-Wanne bringen.
Das sind wichtige Vorteile, denn der Markt geht weg von Standardgläsern und fordert zunehmend verschiedene Glastypen mit maßgeschneiderten Eigenschaften für spezielle Einsatzfelder. Für die Glashersteller heißt das, ihre Aktivitäten gezielt auszurichten. Ein Schritt dazu war die Gründung von SCHOTT TGS am 01.04.2009 als rechtlich selbstständige Einheit des Technologiekonzerns SCHOTT, um die Kompetenzen rund um technisches Spezialflachglas zu bündeln. Die Konzerntochter übernahm dazu große Teile des vormaligen Jenaer Glaswerks, beschäftigt heute 300 Mitarbeiter in Jena und nutzt Personalressourcen von über 30 Vertriebsgesellschaften weltweit.
Damit verfügt SCHOTT TGS über umfassendes Know-how für die Entwicklung, Schmelze, Heißformgebung und Verarbeitung von hochfesten und thermisch extrem beständigen Spezialgläsern. Als Berater und Partner unterstützt das Unternehmen seine Kunden zudem in allen Fragen zu Glaseigenschaften, Schmelz- und Fertigungstechnologien sowie Veredelungstechniken. Eine besondere Stärke seien kundenspezifische Glasentwicklungen oder Anwendungen, so Klaus Schneider: „Wir entwickeln neue Spezialglastypen direkt in unserer Produktionsanlage und machen sie marktreif für unsere Kunden. Damit liefern wir nicht nur Gläser, sondern fertige Markenprodukte.“

In neue Märkte mit (Lithium-)Aluminosilicat-Gläsern
So bietet SCHOTT TGS ein Produktportfolio mit gefloateten und gewalzten Borosilicatgläsern in zahlreichen marktspezifischen Dicken und Formaten an. Diese eröffnen aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften ein breites Spektrum von Anwendungsgebieten, von Haustechnik, Brandschutz und Optik bis Medizintechnik und Photovoltaik. Für solche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten steht zum Beispiel die branchenweit bekannte Produktmarke „Borofloat“, das gefloatete Borosilicatglas mit hoher Temperaturbeständigkeit und guter Oberflächenqualität. Umgekehrt wurden Gläser auf spezielle Märkte zugeschnitten: Die Marke „Pyran“ etwa umfasst gefloatete Spezialgläser und Glaskeramiken für den Brandschutz.
Technische Spezialgläser erschließen sich heute zunehmend auch moderne Applikationen in Biotechnologie und Elektronikindustrie. Zum Beispiel produziert SCHOTT TGS Glassubstrate für Microarray-Lösungen zur DNA- und Protein-Analyse auf Basis von Borosilicatgläsern. Seit Neuem werden auch hochfeste Lithium-Aluminosilikat- oder Aluminosilikat-Gläser nicht nur für traditionelle Anwendungen wie etwa Sicherheitsscheiben von Hochgeschwindigkeitszügen gefertigt, sondern auch für neue Märkte wie Cover- und berührungsaktive Touch-Panels von Smart Phones und Notebooks oder Festplattenlaufwerke. Für Klaus Schneider eine große Zukunftschance: „Wir evaluieren zurzeit die Leistungsfähigkeit dieser Gläser, um ihr Potenzial für weitere Anwendungen zu ermitteln.“
Dr. Hans-Joachim Konz, Mitglied des Vorstandes der SCHOTT AG, zündet am 27. Mai 2010 den Temperbrenner zur Inbetriebnahme der Schmelzwanne 8 in Jena.
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