Tageslicht ohne Blendeffekte

(c) Foto: Reynaers Aluminium
In der Schweizer WWF-Zentrale sorgt eine vollautomatische Lichtlenkungsanlage dafür, dass das Tageslicht bis in die Tiefe des Raums einfällt. Die in das System integrierten Lamellen aus dem lichtreflektierenden Spezialglas OPALIKA® von SCHOTT sorgen bei jedem Wetter für den passenden Sonnenschutz.
Schutz der Gorillas im Kongo, Aufforstung des Regenwalds im Amazonas, weltweite Massnahmen gegen die Erderwärmung - wer an Umwelt- und Naturschutz denkt, stösst unverzüglich auf den World Wide Fund For Nature, WWF. So international die Projekte der Umweltschützer sind, Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Tür – oder besser gesagt, im eigenem Haus.
 
Ihren Schweizer Hauptsitz hat die Organisation ökologisch konsequent in ein energieeffizientes Gebäude verwandelt. Über Jahrzehnte als Lagerhaus genutzt, präsentiert sich das Gebäude heute als lichtdurchfluteter Bürobau mit hohem Nutzungskomfort. Neben den bekannten Aktivitäten im Umwelt- und Naturschutz ist die Organisation in der Schweiz auch an zahlreichen Projekten für energieeffizientes Bauen beteiligt und informiert Bauherren über die Vorteile der energieeffizienten Modernisierung von Bestandsgebäuden.

Entsprechend hohe Massstäbe setzten die Naturschützer bei dem Umbau des eigenen Gebäudes von 1994 an und bestanden auf ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept unter dem Einsatz von baubiologisch und ökologisch unbedenklichen Materialien.
Neben Nachhaltigkeit und Energieeffizienz war die zentrale Aufgabe für die Planer, einen Weg zu finden, möglichst viel Tageslicht in das das 30 x 30 Meter grosse Gebäude einfallen zu lassen. Hierzu wurde in das Flachdach ein gläsernes Satteldach integriert. Die Besonderheit dabei: Ein mit Lamellen ausgestattetes Lichtlenkungssystem. Nach über 15 Jahren wurde diese Anlage im vergangenen Jahr durch ein neues, vollautomatisch  gesteuertes Lichtlenkungs- und Beschattungssystem der Firma Reynaers, ersetzt.

Herausforderung: Tiefer Lichteinfall ohne Blendeffekte
Die Technik der Lichtlenkung ist in der modernen Architektur beliebt, um möglichst viel Licht in grössere Räume zu tragen und so den Bedarf an Kunstlicht und Energie zu reduzieren. Gleichzeitig bieten die Lamellen bei idealer Anpassung einen zuverlässigen Schutz vor der Sonne, unabhängig vom Lichteinfallswinkel  der jeweiligen Jahres- und Tageszeit.

Bei der Züricher WWF-Zentrale dringt durch das grosse Glasoberlicht und den darunter liegenden Lichthof viel Tageslicht in die angrenzenden Büros und erfüllt damit die Wünsche der Bauherren nach hellen Arbeits- und Repräsentationsräumen. Die Herausforderung bestand darin, zu vermeiden, dass Personen geblendet und bei ihrer Arbeit gestört werden.

Die Lage und Ausrichtung des Gebäudes führt zu stark variierenden Einfallswinkeln der Sonnenstrahlung. Durch die dreieckigen Giebel-Fassaden der Glaskonstruktion fällt die Strahlung im Winter flach und im Sommer steil in den Innenraum. Durch die um 45 Grad geneigte Glasfläche der Südseite scheint die Sonne immer steil ins Gebäude. Um bei jedem Sonnenstand eine optimale Beschattungs- und Lichtlenkungsleistung zu ermöglichen, entwickelten die Planer für die Giebelwand und das Schrägdach jeweils ein individuelles System.

Auf der geneigten Südfassade wurden die drehbaren Grosslamellen aus einem 12 mm starken Glas horizontal angeordnet. Die Entwickler von Reynaers entschieden sich hierbei für das stark Licht reflektierende Spezialglas OPALIKA® von SCHOTT. Es besteht aus zwei im Ziehverfahren miteinander verschmolzenen Schichten aus eisenarmem Weissglas und einer opaken Milchüberfangschicht. Das Besondere an OPALIKA® ist, dass es Licht flächenmässig streut. Das Ergebnis ist ein gleichmässig und natürlich hell ausgeleuchteter Raum ohne Blendeffekte. Das macht das Spezialglas ideal für Lichtdecken beispielsweise in Museen, und Atrien sowie sämtlichen  Räumen, die diffuse Lichtszenarien verlangen.
Jede der 36 horizontal angeordneten Glaspaneele ist 1,500 mm lang und 366 mm breit. Bei der Giebelfassade in Ost-West entschied man sich aufgrund der jahreszeitlich bedingten, sehr unterschiedlichen Sonneneinfallswinkel für eine vertikale Anordnung der Lamellen. Die Analyse des Sonnenverlaufs hatte ergeben, dass mit dieser Konstruktion die Morgensonne am besten abgefangen werden kann.

Insgesamt ist die Fläche der beiden mit dem Lichtlenkungssystem ausgestatteten Seiten der Dachkonstruktion 48 Quadratmeter gross. Von dem Spezialglas OPALIKA® wurden insgesamt 72 thermisch vorgespannte Lamellen für die schrägen Flächen und 20 Lamellen für die vertikalen Flächen in das Lichtlenkungssystem integriert. 

Intelligente Technik
Mit Hilfe der vollautomatischen Lichtlenkungsanlage werden sowohl an der Giebel-Fassade als auch an der geneigten Fläche die reflektierenden Milchglaslamellen dem Sonnenstand nachgeführt. Sensoren messen das auftreffende Licht und öffnen, drehen oder schliessen die Lamellen gemäss den programmierten Vorgaben. So werden im Sommer beispielsweise die Sonnenstrahlen komplett ausgeblendet und nur die diffuse Lichtreflexion genutzt. Im Winter hingegen tragen die durch die Lamellen erzeugten Sonnenflecken auf dem Boden der Innenräume dazu bei, den Raum zu beheizen und sorgen gleichzeitig für eine angenehme Lichtstimmung. Damit punktet das umgebaute Gebäude nicht nur mit Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, sondern bietet den Umweltschützern auch eine helle, freundliche Arbeitsumgebung bei  jeder Jahres- und Tageszeit.


Info:
Thomas Falk
Tel.:+41 71 274 42 18
Fax:+41 71 274 42 43
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