SCHOTT solutions Nr. 2/2016 > Focus / Lifestyle

Gedruckte Elektronik
Foto: Getty Images

Gedruckte Elektronik


Ultradünnes Glas eignet sich für Produktinnovationen in unterschiedlichen Bereichen. SCHOTT entwickelte dieses faszinierende Material und verfügt über eine spezielle Prozesstechnologie.


Dr. ­Rüdiger Sprengard

Unsere Glasfolien haben eine Reihe besonderer Eigenschaften, die sie ganz besonders robust und zuverlässig machen. Die tra­di­tionelle Halbleiterindustrie hat Ultradünnglas als ein Schlüsselelement ihrer Innovations-Roadmap identifiziert. In einem ersten Schritt richteten wir unsere Aktivitäten auf kommerzielle Anwendungen wie den Smartphone-Markt, mit Fokus auf Fingerprintsensoren, Chip-Packaging und Dünnschichtbatterien.

OLED
Innovative Trendsetter: Flexible Glassubstrate, dünner als ein menschliches Haar, eröffnen für Zukunftstechnologien wie OLED (Organic Light Emitting Diodes) neue Anwendungspotenziale. Foto: SCHOTT/A. Sell
Wir stehen derzeit am Anfang einer neuen Ära gedruckter oder organischer Elektronik, die ganz neue Wege einschlägt: nicht Miniaturisierung, sondern Großflächigkeit der Strukturen, statt Silizium werden organische Halbleiter verwendet, statt Prozessierung im Vakuum sind es Druckprozesse. Glas ist für diese Industrie ein ideales Substratmaterial. Seine Stabilität erlaubt auch bei hohen Temperaturen das Sintern leitfähiger Verbindungen. Seine unübertroffenen hermetischen Eigenschaften schützen organische Materialien, die extrem anfällig sind gegenüber Feuchtigkeit und Sauerstoff. Die exzellente optische Qualität und Kratzfestigkeit des Werkstoffs macht ihn zur bestmög­lichen Interaktionsoberfläche für den Nutzer.
Dr. ­Rüdiger Sprengard
Autor dieses Beitrags ist Dr. ­Rüdiger Sprengard, Leiter Geschäfts­ent­wick­lung Ultradünnglas bei SCHOTT. Foto: SCHOTT/A. Sell
Derzeit arbeiten wir am Aufbau einer entsprechenden Fertigungsinfrastruktur für den Einsatz von ­ultradünnem Glas – sogar auch als „Glas-auf-Rolle”. Hierbei kooperieren wir im Rahmen eines vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Projekts mit Industriepartnern.

Mit gedruckter Elektronik können verschiedenste Funktionen erzielt werden, zum Beispiel Touchsensoren, flexible Displays und Leuchten, Solarzellen oder Smart-Labels. Gedruckte Elektronik auf ultradünnem Glas wird unbestritten schon bald in vielen Industrien genutzt werden – von der Unterhaltungselektronik bis zum Chip-Packaging, bei weißer Ware und in der Automobilbranche. —
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Ultradünnes Glas