SCHOTT solutions Nr. 2/2014 > Kunst

Universalis-Installation
Foto: SCHOTT/F. van der Veen

Das Lächeln der Stadt


Im Februar 2014 wurde in Groningen eine neue Kunstinstallation fertiggestellt: „Universalis” besteht aus über 2.000 Rohren aus DURAN® Borosilikatglas.


Thomas H. Loewe

Besucher der Stadt Groningen im Norden der Niederlande empfängt neuerdings ein großes Lächeln: Es besteht aus rund 2.000 farbigen Glasrohren, die das riesige Relief eines Gesichts bilden. Das Kunstwerk mit dem Titel „Groninger Universalis” wurde Anfang 2014 im neuen Sozialamtsgebäude fertiggestellt. Durch die Glasfassade des Bauwerks ist es für jeden deutlich sichtbar. Und: Die helle Beleuchtung macht die Installation auch nachts zum Blickfang.

Das Projekt soll den vielen verschiedenen Menschen ein Gesicht geben, für die die Behörde arbeitet: „Der Ansatz, einem Bürger Zahlen zuzuordnen, ist überholt“, erklärt Lambert Kamps, der die Installation gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Tjeerd Veenhoven realisiert hat. Zum Auftakt des Projekts machten die beiden im Stadtzentrum einen Tag lang Fotoaufnahmen von Einwohnern. Aus 100 dieser Porträts schufen sie das Gesicht des heimischen Durchschnittsbürgers – den „Groninger Universalis”. „Wir haben bewusst viele unterschiedliche Typen ausgewählt, um ein umfassendes Ergebnis zu erhalten”, so Veenhoven. Das so entstandene Bild wurde in einzelne Bildpunkte zerlegt, die jeweils durch einen farbigen Glaszylinder dargestellt werden sollten.
Universalis-Installation
Die Universalis-Installation ergänzt die Gestaltung des gegenüberliegenden Bahnhofs: Passagiere, die am Bahnhof aus- oder umsteigen, blicken direkt durch die Glasfassaden auf das lächelnde Gesicht. Foto: SCHOTT/F. van der Veen
„Wir haben uns für den Werkstoff Glas entschieden, weil er ästhetisch ist, sich leicht reinigen lässt und eine angenehme Oberfläche hat”, erklärt Kamps. Für jeden der Bildpunkte färbten die Künstler ein Rohr aus DURAN® Glas und beschichteten dessen Innenseiten mit sieben warmen Grautönen. Keine leichte Aufgabe, wie Kamps erklärt: „Wir mussten innerhalb der Rohre für eine gute Luftzirkulation sorgen, damit sich die Zwei-Komponenten-Farbe richtig mit dem Glas verbinden konnte.” Ebenso anspruchsvoll war, die Rohre so herzustellen, dass sie einen gleichmäßig runden Boden ohne Unregelmäßigkeiten haben. Dies war Aufgabe der Laborglas-Spezialisten von LGS B.V. Wegen der geforderten Rohrlänge empfahl LGS Geschäftsführer Klaas Jan Nijboer die Verwendung von Borosilikatglas 3.3. „99 Prozent unseres Borosilikatglases kommt von SCHOTT”, so Nijboer. „Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität und dem exzellenten Service von SCHOTT Benelux.”

Die ersten Materialproben überzeugten die Künstler. Im Herstellungsbetrieb in Ubbena passten die fachkundigen Glasbläser von LGS die DURAN® Rohre den Anforderungen der Kreativen an: „Jedes einzelne Rohr musste sorgfältig gezogen und geformt werden, damit es diesen glatten und wunderbar gerundeten Boden bekam”, so Nijboer. Nachdem alle entsprechend der Bildpunkte eingefärbt waren, wurden die neun bis 47 Zentimeter langen Rohre zum Portrait zusammengesetzt und fest an eine von hinten beleuchtete Rückwand montiert. Seitdem begrüßt das vier mal fünf Meter große Relief jeden Besucher nicht nur mit einem freundlichen, sondern sogar leuchtenden Lächeln. <