SCHOTT solutions Nr. 2/2013 > Faseroptik

Foto: Celsius

Clockwork Communicator


Die Hersteller von Celsius X VI II Mobilgeräten haben einen außergewöhnlichen Traum: ein rein mechanisches Handy. Im neuesten Modell verhalfen Lösungen von SCHOTT zu einem Abbildungssystem, das ganz ohne digitale Bildschirme auskommt.


Thomas H. Loewe

Es ist die ultimative Fusion von Kommunikationstechnologie und Mikromechanik: ein Mobiltelefon von Celsius X VI II. Die innovative französische Marke kombiniert seit 2008 modernen Mobilfunk mit altehrwürdiger Uhrmacherkunst. „Ich hatte die Idee auf einem Flug von Paris nach Hongkong”, erzählt Firmengründer Thomas Pruvot. Davon frustriert, beim Abschalten seines Telefons die Zeitanzeige zu verlieren, ersann er eine mechanische Lösung – die Verschmelzung eines Mobiltelefons mit einem automatischen Tourbillonuhrwerk. Für das aktuellste Celsiustelefon entwickelten Pruvot und seine Kollegen zusammen mit den Spezialisten von SCHOTT Lighting and Imaging nun ein neuartiges Abbildungssystem.
Ein Mobiltelefon der besonderen Art ist das Optik GMT der französischen Marke Celsius X VI II. Das stylische Gerät verbindet Mobilfunktechnik mit klassischer Uhrmacherkunst. Faseroptische Lichtleiter von SCHOTT ermöglichen die Datums- und Zeitanzeige auch ohne Strom. Foto: Celsius
„Auf den ersten Blick sieht es aus, als erschienen die Datumsziffern des OptiC GMT aus dem Nichts”, sagt Pruvot. Denn die Ziffern sind auf einem rotierenden Zylinder eingraviert, der tief im mikromechanischen Inneren des Telefons sitzt. „Das hat also nichts mit digitaler Bildgebung zu tun”, sagt Martin Cramer, Mitglied im technischen Entwicklungsteam bei SCHOTT. Stattdessen wird Licht über gläserne Stäbe und Kegel auf den Datumszylinder und wieder hinaus geleitet. Das System vertraut dabei ausschließlich auf mechanische und optische Teile – wie zum Beispiel speziell entwickelte faseroptische Lichtleiter von SCHOTT.

Und was wie ein einziges Stück Glas aussieht, ist eigentlich ein optisches Kunststück aus vielen Fasern. Cramer: „Jeder Stab besteht aus über 1.000 einzelner Glasfasern mit dem Durchmesser eines menschlichen Haars.” Gebündelt stellen sie eine Bildgebungslösung dar, die beliebig formbar ist. Auf diese Weise bekommt die Kegelgeometrie der Datums- und Zeitzonenanzeige auch einen Vergrößerungseffekt. Und weil jede Faser nur einen einzigen Lichtpunkt überträgt, ermöglicht das ganze Bündel eine gestochen scharfe Abbildung des Uhrwerksinneren.

Mit jedem neuentwickelten Modell schreitet das Team von Celsius X VI II seinem Traum entgegen: dem rein mechanischen Mobiltelefon. Es ist eine Realität, die heute noch unmöglich erscheint, eines Tages aber wahr werden könnte. Pruvot: „Mit der Unterstützung von SCHOTT sind wir diesem Ziel wieder ein kleines Stück näher gekommen.” <