SCHOTT solutions Nr. 2/2013 > Glaslaminate

Beschuss einer 30 Minuten lang im Brandversuch getesteten Scheibe PYRANOVA® secure mit einer Armeepistole 9 mm Luger. Der stark erhitzte Glasverbund von SCHOTT widersteht drei Schüssen im Kaliber 9 mm mit einer Geschwindigkeit von 400 m/s. Foto: SCHOTT/J. Theile

Feuer frei


SCHOTT Glaslaminate sind weltweit die ersten Spezialgläser, die erfolgreich gegen simultane Mehrfachbelastung aus Brand und Beschuss getestet wurden.


Dr. Haike Frank

Bisherige Sicherheitsgläser bieten Schutz gegen verschiedenste Angriffsformen, aber im eintretenden Notfall immer nur ­gegen eine. Das Besondere an den neuen PYRANOVA® secure und NOVOLAY® secure Laminaten von SCHOTT ist, dass sie erfolgreich sowohl hintereinander erfolgenden als auch gleichzeitig ablaufenden Attacken standhalten: Eine durch Beschuss geschädigte Glasverbundscheibe bietet weiterhin erfolgreich Brandschutz. Genauso schützt eine Scheibe nach Brand ebenso wirksam gegen Beschuss.

„Dies ist weltweit ein Novum”, erklärt Helmut Kugelmann, Vertriebsleiter von SCHOTT Technical Glass Solutions in Jena. „Wir haben für diese besonderen Anforderungen neue Spezialaufbauten entwickelt, die aus hoch vorgespannten Gläsern und hoch wirksamen Brandschutzgläsern zu kompakten Multifunktionslaminaten zusammengesetzt sind. Ein solch komplexer Aufbau ist notwendig, damit diese neuen Produkte die Mehrfachattacken parallel abwehren können.” Prüfer von zwei unabhängigen Instituten – dem Beschussamt Ulm und dem Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz (iBMB) der TU Braunschweig – haben entsprechende Tests abgenommen. Dabei wurden die leistungsfähigen Sicherheitsgläser unmittelbar nacheinander einem Brandversuch und einem Beschusstest unterzogen.
Links: Brandversuch an bereits beschossenen und angesprengten NOVOLAY® secure Glasverbunden. Die Scheiben von SCHOTT hielten im Brandversuch nach DIN EN 1363 mehr als 60 Minuten lang dem Feuer stand. Rechts: Prüfer unabhängiger Institute, des Beschussamts Ulm und des iBMB der TU Braunschweig, haben die Testreihe beobachtet und abgenommen. Fotos: SCHOTT/J. Theile
Das ausgestellte Prüfzertifikat bestätigt, dass die Gläser sowohl die Prüfstandards DIN EN 1063 (Brandschutz) als auch DIN EN 1363 (Durchschusshemmung) erfüllen. Eine solche Prüfung der gleichzeitigen Mehrfachbelastung von Sicherheitslaminaten hat SCHOTT als weltweit erstes Unternehmen freiwillig ausführen lassen, denn der europäische Gesetzgeber sieht lediglich vor, dass Schutzgläser verschiedene DIN EN Normen einzeln erfüllen müssen.

„Mit unseren zertifizierten Sicherheitsgläsern bieten wir die Möglichkeit, Gebäude gegen mehrfache bzw. kombinierte Angriffe, zum Beispiel Beschuss nach einer Attacke durch einen Molotow-Cocktail, wirksam zu schützen. Wir gehen davon aus, dass unsere Gläser für Sicherheitskonzepte von Regierungsgebäuden, Botschaften oder Konsulaten von Interesse sind”, erläutert Helmut Kugelmann. Die Entwicklung der neuen Sicherheitsgläser wird von der thüringischen Landesregierung und den Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union im Rahmen des Forschungsprojekts „Multifunktionale Sicherheitsverglasungen der 2. Generation” (2011 FE 0156) seit Oktober 2011 gefördert. <