SCHOTT solutions Nr. 2/2012 > Filtergläser

Top im Einsatz unter schwierigen Bedingungen: Beim Härtetest bei 85 °C und 85 Prozent relativer Luftfeuchte bleibt die Oberfläche von beschichtetem Blauglas über viele hundert Stunden völlig transparent. Foto: SCHOTT/C. Costard

Blaues Glas für das digitale Auge


Ein neues klimaresistentes Filterglas von SCHOTT sorgt in modernen Smartphone-Kameras für brillante Bilder.


Oliver Frederik Hahr

Schnell und unkompliziert einen besonderen Moment festhalten: mit dem Smartphone heute einfach und allgegenwärtig. Ab 8 Megapixeln Auflösung – Standard bei den meisten Kameras von Smartphones und Tablet PCs – hat die Bildqualität heute schon fast die von Kompaktkameras erreicht. Maßgeblich daran beteiligt ist ein Blauglas-Filter von SCHOTT. Er schützt die „digitale Netzhaut”, den empfindlichen Bildsensor, vor Überbelichtung im infraroten Wellenlängenbereich und sorgt für fehlerfreie Farbbilder.

„Die Bildqualität zu verbessern ist eine Herausforderung. Bei den Smartphones wird die Auflösung immer besser, gleichzeitig bleibt der Foto-Sensor aber gleich groß. Dies führt zu immer kleineren Abmessungen für die Pixel”, erklärt Dr. Steffen Reichel, Application Development bei SCHOTT Advanced Optics. „Die Sensoren zeichnen Licht aus einem größeren Einfallswinkel auf, was bei der bisherigen Nutzung von Filtern aus beschichtetem Klarglas zu Falschfarben und Geisterbildern führen kann. Solche Bildfehler vermeidet man mit den neuen Blauglasfiltergläsern von SCHOTT.” Diese verpassen den Fotosensoren quasi eine Sonnenbrille und machen die Sensoren so dem Farbempfinden des Auges immer ähn­licher.
Immer mehr Menschen begeistern sich fürs Fotografieren, seit es kompakte Digitalkameras gibt und auch Smartphones mit hochauflösenden Kameras ausgestattet sind. Optische Blaufilter ermöglichen bei gleichbleibender Größe der verwendeten Bildsensoren eine fehlerfreie Bildqualität. Foto: thinkstock
Weiterer Vorteil: Während bei beschichteten Gläsern die Filteroberfläche bei Hitze und Feuchtigkeit korrodieren kann und eintrübt – etwa beim Urlaubstrip an Rio’s Copacabana oder ins regnerische London – ist das Blauglas von SCHOTT hochgradig klimaresistent. Selbst beim Härtetest bei 85 °C und 85 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit – was den Bedingungen entspricht, denen ein Smartphone ausgesetzt ist – bleibt die Oberfläche des Blauglas-Filters über viele hundert Stunden völlig transparent und sichert dauerhaft höchste Bildqualität. „Die Filtergläser in den Smartphones sind winzig und rund 5 mm x 5 mm x 0,3 mm, manchmal sogar nur 0,21 mm dick. Daher bieten wir Blauglas-Filter mit unterschied­lichen Transmissionseigenschaften an. Die Standardvariante ist für 0,3 mm Dicke ausgelegt. Ein weiterer Blauglas-Typ für noch dünnere Filter wurde kürzlich vorgestellt – im Smartphone ist schließlich nicht viel Platz”, erklärt Dr. Marc Clement, Launch Management bei SCHOTT Advanced Optics. „Darüber hinaus bieten wir auch kundenindividuelle Lösungen an. So wird die Qualität der Kameras auch bei kleinsten Abmessungen optimiert.”
Optische Gläser von SCHOTT werden u. a. in Spiegelreflexkameras und für Farbfilter-Prismen in digitalen High-End-Projektoren eingesetzt. Foto: SCHOTT/C. Costard
Der Markt für Kamerasensoren boomt seit Jahren. Sie finden sich z.B. in Smartphones, Tablets, Foto-Handys, in Notebook-Webcams, Digital-Kameras oder Camcordern. Weitere stark wachsende Nischenmärkte sind zudem Sicherheits- und Fahrassistenzsysteme (Rückfahrkamera) und Medizintechnik (Endoskope). 2,1 Milliarden „digitale Augen” wurden bereits 2012 nach Schätzungen der Analysten von Yolé-Devéloppement weltweit ausgeliefert – bis 2015 sollen es schon über drei Milliarden sein. 2012 werden nach Schätzungen des deutschen Photo-Industrieverbands weltweit 143 Millionen Digitalkameras verkauft (2011: 140 Mio.). Doch erst die Möglichkeit, Geräte und Nutzer über Internet und Mobilfunk zu vernetzen, scheint die Massen wirklich zu mobilisieren. 75 Prozent aller Bildsensoren werden bereits in mobile Multifunktionsgeräte integriert. 700 Millionen Smartphones wurden 2012 (2011: 450 Mio.) gekauft und begeistern völlig neue Kundensegmente für die Fotografie. <|

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