SCHOTT solutions Nr. 2/2012 > Electronic Packaging

Foto: SCHOTT/A. Schneiderwind

Rückenwind für Flüssiggas


SCHOTT erweitert seine Zertifizierungen für Glas-Metall-Durchführungen in Flüssiggas-Pumpen von Tankschiffen. Dies ermöglicht schnellere Liefer- und Einsatzzeiten.


Alexander Lopez

Erdgas wird seine Bedeutung als fossiler Brennstoff in den nächsten Jahrzehnten stark ausbauen. Prog­nosen sprechen von 60 Prozent mehr Nachfrage bis 2040. Rund 30 Prozent der Elektrizität weltweit würden dann mittels Gas erzeugt. Treiber dieses Aufschwungs sind vor allem die wachsende globale Nachfrage nach sauberen Energieträgern sowie verschärfte Umweltschutzbestimmungen. Vor diesem Hintergrund nimmt auch der Einsatz flüssigen Erdgases (Liquefied Natural Gas/LNG) zu. Der mittels Kälte verflüssigte und 600-fach komprimierte Rohstoff lässt sich platzsparend in spezielle Tankschiffe pumpen und ist damit eine umweltverträgliche, kostengünstige Alternative zu schwerem Bunkeröl wie auch zum teuren, in Krisen nicht immer liefertreuen Erdgastransport per Pipeline. Rund 400 Tanker befördern LNG derzeit rund um die Erde. Im Jahr 2011 wurden nach Statistiken bereits 261,3 bcm (billion cubic metres) LNG weltweit verschifft. Dem stehen 488,1 bcm gegenüber, die als Erdgas durch Pipelines liefen. Damit betrug der LNG-Anteil am globalen Erdgastransport schon fast 35 Prozent.

Dieser Erfolg wurde auf Basis höchster Sicherheitsstandards möglich. Bei der LNG-Verbringung in die Schiffstanks müssen die elektrischen Anschlüsse der Pumpen hermetisch abgedichtet sein, um Stromversorgung und LNG gleichermaßen zu schützen. Zur Sicherung dieses äußerst sensiblen Prozesses nutzt SCHOTT eine spezielle Technologie der Druckeinglasung. Diese Glas-Metall-Durchführungen sind im Gegensatz zu anderen Produkten im Markt wartungsfrei – dank des Einsatzes anorganischer, alterungsbeständiger Materialien. Zudem wird jedes Erzeugnis vor der Auslieferung eingehend auf Druckbeständigkeit, Dichtigkeit, elektrische Spannungsfestigkeit und Isolation geprüft.
Großdurchführungen von SCHOTT werden zur hermetisch dichten Stromversorgung von Pumpen in Flüssiggastankern eingesetzt. Diese Glas-Metall-Durchführungen sind aufgrund des Einsatzes anorganischer, alterungsbeständiger Materialien wartungsfrei. Foto: SCHOTT/J. Küsters
Sämtliche Produkttypen sind be­reits zertifizierbar nach der euro­päischen ATEX-Richtlinie, der internationalen IEC-Norm für elektrische Sicherheit (IECEx) sowie spezifischen lokalen Regelungen wie beispiels­weise für Südkorea gemäß KOSHA (Korea Occupational Safety and Health Agency). Diese Direktiven be­treffen sicherheitsrelevante Vorgaben beim Einsatz von Geräten und Ausrüstung unter härtesten Bedingungen. Nun plant SCHOTT alle Pro­dukte für Offshore-Anwendungen zusätzlich nach Maßstäben der Schiffs­klassifizierung zertifizieren zu lassen.

„Die Zertifizierung nach dem so­genannten ‚Plan approval’ bedeutet, dass es nicht mehr nötig ist, für jeden Produkteinsatz eine gesonderte, projektbezogene Zulassung einzuholen. Unsere Kunden sparen daher viel Aufwand und Zeit, da wir einen schnelleren Einsatz und deutlich kürzere Lieferzeiten ermög­lichen können”, erläutert Thomas Göttlinger, Sales Manager LNG bei SCHOTT Electronic Packaging. Die entsprechend zertifizierten Produkte sind daher nicht mehr fallweise zu prüfen. Ab Ende 2012 soll die Zer­tifizierung verfügbar sein. „Damit sind un­sere hermetischen Glas-Metall-Durchführungen nicht nur die sicherste Lösung auf dem Markt, sondern bieten auch einen vereinfachten Zulassungsprozess”, so Göttlinger. <|
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