SCHOTT solutions Nr. 2/2012 > Flachglas

Foto: WIESHEU

Frische Brötchen
aus intelligenten Öfen


Seit 33 Jahren setzt der schwäbische Backofenbauer WIESHEU
auf Spezialglas von SCHOTT.


Gina Hardebeck

Der Gang zum Bäcker gehört für viele zum Start in den Tag. Doch längst gibt es nicht nur in der Früh frische Brezeln, Brötchen und Croissants. Snacks für zwischendurch und der „Außer-Haus-Verzehr” werden immer beliebter. Auch Tankstellen, Supermärkte und Hotels nutzen mittlerweile professionelle La­denbacköfen. Speziell die Deutschen sind dankbare Abnehmer: Über 50 Kilo­­gramm Backwaren und Brot konsumiert ein Haushalt jährlich. Und auch wenn es um die Vielfalt von Brotsorten geht, ist Deutschland ganz vorne mit dabei. Mehr als 300 Brotsorten gibt es zwischen Flensburg und Oberstdorf.

Während lange Zeit der Brei aus Getreide und Wasser auf heißen Steinen getrocknet und so in Form von Fladen halt- und transportierbar gemacht wurde, hat die Erfindung des Backofens durch die alten Ägypter die Brotverarbeitung entscheidend verändert: Durch den Backofen wird der Brotteig von der Hitze ganz umschlossen und auf allen Seiten gleichmäßig durchgebacken. Die runde bzw. ovale Brotform war geboren. Und auch heutzutage noch spielen Innovationen rund um den Backofen eine entscheidende Rolle. Denn nicht nur Geschmack und Aussehen der Backwaren sind wichtig, sondern auch Sicherheit und Hygienestandards spielen eine Rolle.
Foto: WIESHEU
Einer der Innovationstreiber der Branche ist die Firma WIESHEU aus dem schwäbischen Affalterbach. Vor fast 40 Jahren unter einfachen Be­dingungen, in der sprichwörtlichen Garage im nahe bei Affalterbach gelegenen Burgstetten gegründet, baute der tatkräftige Firmenchef Karlheinz Wiesheu 1973 seine ersten Backöfen mit Ober- und Unterhitze. Übrigens für eine echte süddeutsche Spezialität, den Leberkäse. 1981 entschied sich Karlheinz Wiesheu, Schaubacköfen für Bäcker und Metzger zu entwickeln und herzustellen.

Eine Entscheidung mit Weitblick: Heute beschäftigt WIESHEU weit über 400 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr mit Ladenbacköfen und Kombi-Dämpfern einen Umsatz von 73,1 Millionen Euro. Die schwäbischen Tüftler erfanden unter anderem das reversierende Lüfterrad für gleichmäßige Backergebnisse und ein vollautomatisches Selbstreinigungssystem für Ladenbacköfen. Besonders stolz ist das Gründerpaar Wiesheu auf „Das intelligente Backsystem”, kurz Dibas. Der Dibas Heißluftbackofen ist ein echtes Raumwunder: Seine Tür verschwindet vollautomatisch per Knopfdruck seitlich im Ofengehäuse. An dieser Entwicklung hat SCHOTT maßgeblich mitgewirkt. Die Glasscheiben, die von SCHOTT VTF im französischen Troisfontaines gefertigt werden, sind leicht gewölbt, was das problemlose Versenken der Tür in das Gehäuse erleichtert.

Die versenkbaren Ofentüren der Dibas Ofenserie bieten einen großen Vorteil bei den täglichen Arbeitsabläufen in der Bäckerei. Sorgen sie doch, insbesondere wenn viel Betrieb vor und hinter dem Verkaufstresen herrscht, für möglichst viel Platz und ideale Verkaufsbedingungen, auch wenn die Ofentüren geöffnet sind.

Dank einer speziellen Sicherheitsverriegelung der Tür ist der Dibas Heißluftbackofen bedenkenlos auch im Kundenbereich einsetzbar, denn ein versehentliches Öffnen ist ausgeschlossen. Dieser Aspekt und die von SCHOTT gelieferten Glastüren kommen dem aktuellen Trend nach Transparenz in den Bäckereien zugute. „Die Kunden haben stets freie Sicht auf die optimal ausgeleuchtete Backware. Eine echte Verkaufsförderung”, so Uwe Burger, Produktionsleiter bei WIESHEU. „Schließlich verbinden Kunden Frische und Qualität zunehmend damit, dass die Brot- und Backwaren direkt vor ihren Augen gebacken werden.”

Neben der Dibas-Serie liefert SCHOTT auch Glastüren für den Etagenbackofen Ebo und den Heißluftbackofen Euromat. Die energieeffizienten Glastüren bestehen aus doppelt verglasten, wärmereflektierenden Sichtscheiben mit gekühltem Zwischenraum. Ihr Vorteil liegt darin, dass die Oberfläche der Sichtscheiben gekühlt wird und so keine Gefahr besteht, sich zu verbrennen.

All dies steht für Qualität, die in Zukunft schnell erkennbar sein soll: Ab kommendem Jahr werden die Backofenscheiben der Produktlinien Diba und Ebo mit dem SCHOTT® Logo vermarktet.
WIESHEU entwickelt und produziert seit fast 40 Jahren innovative Ladenbacköfen. Das Unter­nehmen zählt zu den Marktführern der Branche. Seit 33 Jahren kooperieren WIESHEU und SCHOTT: Das Mainzer Unternehmen liefert Flachglasscheiben für die Backofen-Türen.  Foto: WIESHEU/N. Kindermann

Fruchtbare Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen WIESHEU und SCHOTT hat Tradition: 1979 entschied sich das Unternehmen erstmals, für seine Backöfen Glas von SCHOTT zu verwenden. Seitdem hat WIESHEU mehr als 100.000 Backöfen produziert, in denen bisher geschätzte 380 Milliarden Brötchen gebacken wurden. Auch wenn es darum ging, eigene Design-Wünsche oder die seiner Kunden umzusetzen, wandte sich WIESHEU an SCHOTT. So haben die Glasexperten WIESHEU maßgeblich dabei unterstützt, das Erscheinungsbild anzupassen und das gewünschte Farbkonzept für die Backofentürrahmen, zunächst rot, später safrangelb umzusetzen. Zunächst hat SCHOTT individuelle Farbrezepturen entwickelt und diese dann gemeinsam mit WIESHEU getestet. Heutzutage sind die Rahmen der Backofentüren vorrangig hellgrau, passend zum Edelstahldesign des Ofens, oder in Nostalgieoptik. Aber auch speziellen Kundenwünschen nach Design und Farbgestaltung kann Rechnung getragen werden. Die Herausforderung liegt darin, stets den richtigen Farbton zu treffen und dessen Haltbarkeit trotz nahezu täglichem Einsatz des Backofens über mehrere Jahre zu gewährleisten.

Dass die Deutschen eines ihrer liebsten Nahrungsmittel täglich frisch genießen können, dafür sorgen mehr als 14.000 Bäckereien mit ihren rund 30.000 Filialen. Hinzu kommen Lebensmittelketten und Tankstellen.

Aber auch im Ausland sind Backwaren beliebt. So lag der Exportanteil von WIESHEU letztes Jahr mit 52 Prozent erstmalig höher als im nationalen Bereich. „Für das Jahr 2012 rechnen wir mit einem weiter steigenden Umsatz. Vorrangig im internationalen Bereich erwarten wir uns weitere positive Signale”, so der optimistische Ausblick von WIESHEU Geschäftsführer Volker Groos. Als langjähriger Partner möchte SCHOTT WIESHEU auch bei dessen Schritten in ausländische Märkte begleiten. Damit nicht nur bayerische Brezeln und Berliner Schrippen, sondern auch indische Chapti oder nordchinesische Manto künftig in Öfen eines schwä­bischen Mittelständlers gebacken werden. <|