SCHOTT solutions Nr. 2/2012 > Solarenergie

Herzstück solarthermischer Kraftwerke sind Solarreceiver von SCHOTT, von denen der millionste Solarreceiver vor kurzem das Werk im bayerischen Mitterteich verlassen hat. Foto: SCHOTT/J. Meyer

Eine Million Receiver


Alle von SCHOTT Solar produzierten Solarreceiver würden aneinandergereiht eine Strecke von 4.000 Kilometern ergeben.


Karsten Krone

Hochtechnologie von SCHOTT trägt seit den 1980er-Jahren dazu bei, dass solarthermische Kraftwerke kommerziell erfolgreich betrieben werden und ganze Städte mit Strom versorgen können. Der millionste Receiver von SCHOTT ist für eines der vielen weltweit geplanten Concentrated Solar Power (CSP)-Kraftwerke bestimmt. CSP-Kraftwerke befinden sich heute in Ländern wie Spanien, den USA, Marokko oder Abu Dhabi. Auch im Indischen Bundesstaat Rajasthan wird derzeit das erste Kraftwerk realisiert. Die 17.000 Solarreceiver, die ab der geplanten Fertigstellung 2013 für etwa 100 Gigawattstunden Strom pro Jahr sorgen, stammen von SCHOTT.

In CSP-Kraftwerken wandeln Receiver gebündelte Sonnenstrahlen in Wärme um, mit der zunächst Wasserdampf und anschließend in einer Dampfturbine Strom erzeugt wird. Wie viel Sonnenenergie ein Receiver aufnehmen kann, ist entscheidend für die Effizienz des Solarkraftwerks. Mit dem Start der Produktion der neuesten Generation der SCHOTT CSP-Receiver setzt der Konzern Maßstäbe.

Durch ein verbessertes Produktdesign hatte SCHOTT den Wirkungsgrad der Receiver mehrfach enorm verbessert. Die Besonderheit der neuesten Receiver aus dem Haus SCHOTT: Eine integrierte Edelgaskapsel kann zu jedem Zeitpunkt während des Kraftwerkbetriebs geöffnet werden, dadurch Wärmeverluste minimieren und die Effizienz des Kraftwerks maximieren. Eine Art Lebensversicherung für den Receiver. Die CSP-Technologie gilt als besonders zukunftsträchtig, weil sie ein Garant für Stabilität im Stromnetz ist. Denn die im Receiver gesammelte Wärme kann, im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien, gespeichert und dann in Strom umgewandelt werden, wenn im Netz Energie tatsächlich benötigt wird. Ein Leuchtturmprojekt wurde im November 2012 auf der Jahreskonferenz der Industrie-Initiative Dii angekündigt. Ein staatenübergreifendes Abkommen soll den Bau eines Pilotkraftwerkes in Marokko ermöglichen sowie den Import von Ökostrom nach Europa regeln. Ziel der Dii ist es, ab dem Jahr 2050 etwa ein Fünftel des europäischen Strombedarfs mit günsti­gem Sahara-Strom abzudecken. Die Technologie hierzu ist vorhanden, nun fehlt es an den politischen Rahmen­bedingungen.

Forderung nach mehr Unterstützung der Politik kommt daher auch vom Industrienetzwerk Deutsche CSP, zu dem 35 deutsche Solarfirmen und Forschungseinrichtungen gehören. Solarenergie solle fester Bestandteil der deutschen Industrie- und Energiepolitik, die staatlich geförderten Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung von solarthermischen Kraftwerken im Ausland ausgeweitet und angepasst werden. Die Deutsche CSP rechnet in den kommenden Jahren mit einem jährlichen Marktvolumen für die konzentrierte Solarenergie von 15 Milliarden Euro. <|