SCHOTT solutions Nr. 2/2010 > Osteuropa

In dem 2007 gestarteten Werk bei Nizhny Novgorod arbeiten heute knapp 100 Mitarbeiter. Hauptprodukte sind Einlegeböden für Kühlschränke und Gläser für Backöfen. Foto: SCHOTT/A. Sell

Gute Perspektiven


Mit einer Fabrik zur Veredelung von Flachgläsern für die Hausgeräteindustrie ist SCHOTT in Russland präsent. Jetzt kommt noch ein Werk für pharmazeutische Verpackungen hinzu.


Jürgen Breier

Auf der internationalen Bühne spricht Russland heute die Sprache des globalen Kapitalismus und präsentiert sich als Wirtschaftsmacht. Langfristiger ökonomischer Erfolg setzt aber voraus, dass das Gewicht des Rohstoffsektors allmählich durch andere Möglichkeiten der Wertschöpfung ersetzt wird – eine gewaltige Modernisierungsaufgabe. In zwei Branchen, nämlich der Hausgeräte­industrie und der pharmazeutischen Industrie, sieht SCHOTT gute Chancen, mit seinen Produkten an diesem Transformationsprozess aktiv mitzuwirken. Russlands Markt für Haus­geräte ist wieder auf Wachstumskurs. Der Absatzrückgang als Folge der ­Finanz- und Wirtschaftskrise scheint wohl nur eine Delle in der ansonsten dynamischen Entwicklung zu sein. Allmählich nähert man sich wieder der Zahl von 3,5 Millionen verkauften Kühlschränken und 2,5 Millionen Herden pro Jahr.

Längst produzieren internationale Branchengrößen und Kunden von SCHOTT wie Indesit aus Italien, Bosch-Siemens aus Deutschland, die türkischen Hersteller Arcelik und Vestel sowie der koreanische Konzern LG Electronics vor Ort. Der Markt für veredelte Flachgläser in Haushaltsgeräten beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro. Entsprechend konsequent war der Schritt von SCHOTT, 2007 in der Nähe der Stadt Nizhny Novgorod eine eigene Produktion zur Veredelung von Flachgläsern zu starten. Die Prozessschritte umfassen im Wesentlichen das Schneiden, Schleifen, Bohren, Bedrucken und thermische Vorspannen von Kalknatrongläsern. Hauptprodukte sind Einlegeböden für Kühlschränke und Gläser für Backöfen. Gegenwärtig beschäftigt das Unternehmen knapp 100 Mitarbeiter.
Russlands Markt für Hausgeräte ist wieder auf Wachstumskurs. Als dort führender Anbieter im Flachglas-Geschäft für Weiße Ware rechnet sich SCHOTT gute Chancen aus – mit bester Qualität und kundennahem Service. Foto: SCHOTT/A. Sell
„Der Markt für Hausgeräte wird über lange Zeit gesehen expandieren. Als der in Russland führende Anbieter im Flachglas-Geschäft für Weiße Ware werden wir mit unserer Qualität und dem Service davon besonders profitieren”, betont Michael Schuhmann, Leiter der Business Unit Flat Glass bei SCHOTT. Ebenfalls gute Perspektiven, mit zweistelligen Zuwachsraten, weist der Markt für qualitativ hochwertige Ampullen und Fläschchen auf. Um das Geschäft in Russland zu forcieren, wurde im Laufe des Jahres 2010 eine eigene Fertigung ebenfalls bei Nizhny Novgorod aufgebaut. „Wir haben den Zeitplan, auch dank der aktiven Unterstützung durch die lokale Admi­nistration, eingehalten. Im Dezember liefen die ersten Behältnisse vom Band”, zieht Geschäftsführer Sergey Mokhonko eine positive Bilanz. Bisher wurde die russische pharmazeu­tische Industrie vom SCHOTT Werk in Ungarn mit Primärverpackungen beliefert. Dort wurden in den vergangenen Monaten auch die russischen Fachkräfte für ihre neue Aufgabe geschult. Mit der Einweihung eines neuen Pharmaverpackungswerkes in Argentinien im November 2010, einem Joint Venture mit dem japanischen Pharmaverpackungshersteller Naigai sowie der Produktionsaufnahme in Russland hat SCHOTT seine Position als einer der weltweit führenden Hersteller von pharmazeutischen Primärverpackungen aus Glas und Polymer ausgebaut.
Fotos: SCHOTT/A. Sell

Nizhny Novgorod – Die »Geldbörse Russlands«