Innendesign

Die spanische Bank für Architekten „Arquia – Caja de Architectos” ­erscheint in neuem Glanz: eine lichte Glashaut trennt die verschiedenen Bereiche und leitet die Kunden gleichzeitig durch die Bank. Foto: SCHOTT/M. De Guzman
Oliver Hahr

Transparente Anonymität

Der spanischer Architekt Eduardo Arroyo benutzt Rohrglas von SCHOTT für die Innenarchitektur.

Eine außergewöhnliche Innenarchitektur ist das Markenzeichen von „Arquia – Caja de Arcitectos”. Jede der landesweit 24 Filialen der spanischen Bank für Architekten besitzt ein individuelles Innendesign. So ist die Niederlassung in Barcelona beispielsweise mit dunklem, warmem Holz ausgestattet. Die Filiale in Zaragossa wirkt dagegen kühl wie eine Cocktailbar. Für Bilbao, die Hauptstadt des Baskenlandes, entwarf nun der spanische Architekt Eduardo Arroyo eine „vibrierende Glashaut”, die bereits von außen den Blick auf die helle Innenlandschaft lenkt. Während die Arbeitsbereiche der Bankmitarbeiter durchgehend in Grau gehalten sind, stattete Arroyo den öffentlich zugänglichen Kundenbereich mit schwarz-spiegelnde Böden und Decken aus. Dieser Kontrast dient als Leitsystem für die Kunden und verleiht dem Innenraum des Gebäudes eine seriöse Eleganz.

Die Wände bestehen aus gläsernen Röhren von SCHOTT. Aneinander ­gereiht bilden die Glasrohre trans­parente Wände, die wie eine lichte Membran den öffentlichen Bereich von den Büroräumen trennen. „Ihre zylindrische Form erleichtert es, runde, organisch anmutende Raumschnitte zu schaffen”, erklärt Architekt Eduardo Arroyo. „Die Röhren übertragen das Licht leicht verzerrt und wirken zugleich Schall isolierend. So lassen sie eine transparente Anonymität entstehen, wie sie bei den Bankgesprächen gefordert ist.”
Der Einsatz von Duran® Röhren von SCHOTT schafft eine organische Verbindung zwischen Anonymität und Offenheit. Der Kundenbereich ist außerdem mit schwarzspiegelnden Böden sowie Decken ausgestattet und schafft damit eine stilvolle Eleganz. Foto: SCHOTT/M. De Guzman
Die Glasrohre bestehen aus SCHOTT Duran®, einem besonders stabilen Borosilicatglas, das bei SCHOTT-Rohrglas in Mitterteich, Deutschland, für das Projekt in Sonderlängen ge­fertigt wurde. Rund 300 Röhren mit Längen bis über drei Meter wurden nach Bilbao geliefert. „Normalerweise wird Glasrohr in der Pharma- und Elektronikindustrie zu Ampullen oder Glühbirnen verarbeitet. Auch in solarthermischen Kraftwerken kommt dieses Glas zum Einsatz”, erklärt Alberto Zúñiga, Direktor Marketing bei SCHOTT Ibérica in Barcelona. „Doch Arroyo kam auf die Idee, die Spezialglasröhren auch in der Architektur einzusetzen. So konnte er seine Leitidee ‚Transparenz im Bankwesen’ auf interessante Weise veranschaulichen.”

In der Hauptstadt des Basken­landes herrscht seit den 1990er Jahren rege Bautätigkeit. Zu den architektonischen Meisterwerken zählen die Metro-Bahnhöfe, die 1995 nach den Entwürfen von Sir Norman Foster entstanden, sowie das 1997 gebaute Museo Guggenheim Bilbao von Frank O. Gehry. Nun hat auch Eduardo ­Arroyo als einer der international ­bekanntesten Architekten der neuen Madrider Schule seine Spuren hinterlassen.
Ergänzende Informationen:
Eduardo Arroyo