Luftfahrt

Futuristisches Design einer Flugzeug-Inneneinrichtung mit Beleuchtungs- und Produktlösungen von SCHOTT. Schon heute fliegt SCHOTT in vielen Flugzeugen mit und hat sein Engagement mit einer sogenannten „Aviation Plattform”, die alle Aktivitäten innerhalb des Unternehmens bündelt, im Luftfahrtmarkt verstärkt. Foto: SCHOTT/T. Nowak
Frank Littek

Dezente Flugbegleiter

Der Bedarf an komfortableren Innenausstattungen insbesondere für Langstreckenflugzeuge nimmt weltweit zu. Eine fiktive Flugreise zeigt, welche Entwicklungen – dank Komponenten von SCHOTT – schon bald auf die Passagiere warten.

Es ist mitten in der Nacht. Über ­Robert H. funkelt ein Sternenhimmel. Natürlich ist er nicht echt, denn Robert H. sitzt, besser gesagt, er liegt in der Business-Klasse eines Verkehrsflugzeuges, das sich auf dem Weg von Frankfurt nach Singapur befindet. Gerade überquert das Flugzeug den Indischen Ozean in einer Höhe von 39.000 Fuß. Noch zwei Stunden bis zur Landung. Obwohl es mitten in der Nacht ist, stellt die freundliche Flugbegleiterin ihm eine Tasse Kaffee hin. Robert H. hatte sie gebeten, ihn zu wecken. Er fährt den Sitz in eine aufrechte Stellung und bedankt sich. „Der Flugkapitän würde sich freuen, Sie und Herrn Olthoff im Cockpit begrüßen zu dürfen. Die nächste Stunde wäre dafür gut geeignet.” „Gerne!” Peter Olthoff ist der Flottenchef der Airline und damit ein wesentlicher Entscheider, wenn es um Kauf und Ausstattung neuer Flugzeuge geht. ­Robert H. arbeitet für das Luftfahrtgeschäft des SCHOTT Konzerns und kennt ihn seit vielen Jahren. Jetzt sitzt er in einem Flugzeug, dessen Interieur sie beide zu großen Teilen gemeinsam entwickelt haben. Auf dem Weg ins Cockpit wird Robert H. es noch einmal auf sich wirken lassen. Doch zuvor interessiert ihn das Wetter.
Foto: SCHOTT/T. Nowak
Er schaltet den Bildschirm vor sich an. Die Datenübermittlung für das komplette Infotainmentsystem an Bord erfolgt über Glasfasern, nicht mehr über Kupferkabel wie früher. ­Eine extrem leistungsfähige und ebenfalls sichere Lösung. In Glasfasern gibt es keine Kurzschlüsse und damit kein Brandrisiko. Früher häufig ein Problem. Der aktuelle Wetterbericht ­verheißt Gutes: windstill, 29 Grad ­Außentemperatur und nur 60 Prozent Luftfeuchtigkeit – für Singapur geradezu „trocken”.

Robert H. schaltet den Bildschirm wieder aus, steht auf und folgt den Streifen des neuen intelligenten Notfallsystems, die ganz fein und trotzdem gut sichtbar, den Weg durch die Kabine zu den Notausgängen markieren. Anders als in der Vergangenheit handelt es sich dabei nicht um Fluores­zenzfolien, sondern um von leds ­beleuchtete Streifen, über die sich die Evakuierung der Maschine gezielt, zum Beispiel an blockierten Türen vorbei, steuern lässt. Ansonsten ist die Kabine angenehm abgedunkelt – so wie es in der Nacht sein sollte. Nur Sitze und Fenster sind durch feine Lichtbänder markiert. Und einige ­Passagiere lesen. Die Reading Lights lassen sich dabei so flexibel einstellen, dass sie keinen Nachbarn beim Schlafen stören.
Neben neuen designorientierten Beleuchtungslösungen wie Reading Lights und LightPoints™ sorgen Glas-Metall-Verbindungen (links unten) oder optische Filtergläser (rechts unten) für ein Plus an Sicherheit. Foto (oben): SCHOTT/Reich, Foto (links unten): SCHOTT/R. Maier, Foto (rechts unten): SCHOTT/A. Stephan
Komfort auf höchstem Niveau

Über eine Treppe erreicht Robert H. das Hauptdeck, wo er sich in der Economy-Klasse wieder nach vorn orientiert. Da befindet sich die Shopping- Mall, ein kleiner Teil des Flugzeuges, aber eines der „liebsten Kinder” des Marketing-Chefs der Airline. Zugegeben keine schlechte Idee. Angeboten werden zollfreie Waren. Einige Nachtschwärmer nutzen die frühe Stunde schon zu einem Bummel.

Sein Blick streift eine Vitrine, in der Uhren ausgestellt sind. Dank des entspiegelten Glases Amiran® stört keine Reflexion den Durchblick. Auf einer fast unsichtbaren Glasfläche läuft ein Film. Per Fingerdruck kann Robert H. auf dem Display interaktiv das Uhrenprogramm des Herstellers betrachten. Der Bereich etwas weiter vor ihm hat eine angenehm warme ­Atmosphäre. Irgendwie feminin. Durchaus passend zu den Parfums, die es dort zu probieren gibt. Die Atmosphäre entsteht durch die Beleuchtung per Faseroptik und LED. Er geht ­weiter, passiert einen größeren Waschraumbereich und erreicht die erste Klasse. Er möchte auf keinen Fall jemanden stören. Jeder Fluggast hat hier einen individuell gestaltbaren Privatbereich für sich.
Foto: SCHOTT
Ein wesentlicher Baustein: Smart Glass, Flächen, die bei eingeschaltetem Strom durchsichtig sind, ausgeschaltet aber einen hervorragenden Sichtschutz bieten. Robert H. folgt der Treppe nach oben. Kaum angekommen, steht er auch schon vor Peter Olthoff. „Was für ein Zufall.” Er schüttelt ihm die Hand, ist gerade auf dem Rückweg von einem der Waschräume ins Cockpit. Robert H. kann ihn gleich begleiten. Ganz begeistert erzählt er, dass er die aktuellen Nachrichten über einen Bildschirm ver­folgen konnte, der in den Spiegel integriert ist.
Ein weiteres Zukunftsfeld ist die Datenübertragung mit Glasfasern bzw. Faseroptik, z.B. für immer komplexere Info­tainment-Systeme. Foto: SCHOTT/H. Fischer
Gemeinsam begeben sie sich in Richtung Cockpit. Das Flugdeck präsentiert sich über­raschend eng. Vor dem Platz, den der Kapitän einnimmt, leuchten große Displays. Alle Anzeigen sind gestochen scharf, ohne Reflexionen. Eine spezielle Entspiegelung macht es möglich. Dazu kommen eine Anti-Beschlagschicht und Kontrastverstärkungsfilter, die vor allem bei starker Sonneneinstrahlung für einen klaren Blick auf die Instrumente sorgen. Ein leiser Gong ertönt. Gleich­zeitig wird in oranger Schrift eine Fehlermeldung auf einem der Displays angezeigt. Etwas Ernstes? Robert H. wagt nicht zu fragen. Der Kapitän dreht sich um. „Ein Problem mit der Kühlung in einem der Frachträume”, erklärt er lapidar. So etwas kommt vor. „Probleme macht meist die Mechanik, weniger die Elektronik”, erklärt er weiter, „obwohl es in Flugzeugen sehr viel Kondenswasser gibt.” Aber dank des Schutzes von elektronischen Komponenten durch hermetische Glas-Metall-Verpackungen von SCHOTT Electronic Packaging hat Feuchtigkeit bei Relais und anderer sensibler Elektronik keine Chance.

Sie plaudern. Dann verlässt der Autopilot die Reiseflughöhe. Die Vorbereitung auf den Anflug beginnt, die Gäste müssen das Cockpit verlassen. In der Kabine fällt Robert H. sofort das Licht auf. Es hat sich verändert. Und wie. Ein rötlicher Farbton liegt in der Luft, kaum wahrnehmbar, wie bei der Dämmerung am frühen Morgen in der Natur. Diese angenehme tageslichtähnliche Beleuchtung ist möglich durch die Kombination von RGB-­Beleuchtung und dem Milchüber­fangglas Opalika® mit seiner hervor­ragenden Lichtstreuung.
Im Cockpit sind präzise Informationen überlebenswichtig. Eine besserer Sicht auf Instrumente und Kontrolleuchten ermöglichen Filtergläser oder beschichtete Glaskomponenten. Foto: Getty Images
Peter Olthoff hat seinen Sitzplatz erreicht. Robert H. verabschiedet sich. Schon bald will man sich treffen, um über neue Ideen von SCHOTT für die Airline zu diskutieren.

Neben dem Gang räkeln sich die ersten Passagiere. Noch ist es dunkel. Doch es wird langsam heller. Robert H. lässt sich in seinen Sitz fallen. Gleichzeitig bemerkt er jetzt die räumliche Tiefe und Höhe der Kabine. Ist diese größer geworden? Er sollte es besser wissen. Die geschickte Beleuchtung macht dies möglich.

Die Maschine ruckelt leicht, der Sinkflug hat begonnen. Das Anschnallzeichen über ihm leuchtet auf. Die letzten Minuten der Reise haben begonnen. Robert H. freut sich auf die Tage in Singapur. Zum ersten Mal in dieser langen Nacht.
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