Solarthermie

Seit dem Frühjahr 2008 fertigt SCHOTT Solar in der Nähe von Sevilla Receiverrohre für solarthermische Kraftwerke. Foto: SCHOTT/J. Meyer
Martin Frey

Solarreceiver aus Spanien

SCHOTT nimmt das neue Receiverwerk in Aznalcóllar in Betrieb. Eine Studie belegt die hohe Kundenzufriedenheit.

Seit Ende Mai stellt SCHOTT Solar in seinem neuen Werk im spanischen Aznalcóllar nahe Sevilla Receiver her. Sie sind eine Kernkomponente von Parabolrinnenkraftwerken, wie sie an sonnenreichen Standorten weltweit realisiert werden. Durch die Investition von rund 40 Millionen Euro konnten 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. SCHOTT Vorstandsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer freute sich über den gelungenen Produktionsstart: „Schon jetzt sind die Stückzahlen höher als erwartet.” In der ersten Ausbaustufe des Werks sollen so viele SCHOTT PTR® 70-Receiver gefertigt werden, dass die jährliche Kapazität bei 200 Megawatt liegt. „Weil die Nachfrage vor allem hier in Spanien deutlich steigt, wollen wir unsere Produktionskapazität an diesem Standort bis Jahresende auf 400 Mega­watt verdoppeln”, so Dr. Martin ­Heming, Mitglied der SCHOTT Konzernleitung sowie Vorstand und Chief Executive Officer (CEO) der SCHOTT Solar AG. In Albuquerque in New Mexico (USA) kommt ab Frühjahr 2009 zusätzlich Kapazität für 400 Megawatt hinzu. Zusammen mit der Fertigung in Mitterteich, Deutschland, stehen dann jährlich Solar­receiver zur Verfügung, die eine Kraftwerksleistung von einem Gigawatt haben. Dies reicht bei der typischen Größe von 50 Megawatt für 20 Parabolrinnenkraftwerke. „Es ist der Beginn des Durchbruchs dieser Technologie”, so Dr. Heming. Und Dr. Gerrit Sames, Vorstand und Chief Operating Officer (COO) der SCHOTT Solar AG, verweist auf die Dynamik des Segments, in dem SCHOTT Solar Markt- und Technologieführer ist: „Vom Start der Produktion in Mitterteich 2006 bis zum Frühjahr 2009 wird SCHOTT ­Solar seine Receiverproduktion voraussichtlich verfünffachen.”

Derzeit befinden sich weltweit mehr als 100 solarthermische Kraftwerke im Bau oder in Planung, davon über 80 in Spanien. Francisco Vallejo Serrano, der andalusische Wirtschafts- und Wissenschaftsminister, nannte bei einem Besuch bei SCHOTT noch höhere Zahlen: Für sieben bis acht Gigawatt seien in Spanien Bauanträge gestellt und Netzzugänge erworben worden, davon allein fünf Gigawatt in Andalusien.
In Mitterteich, Bayern, befindet sich das Kompetenzzentrum für Receiver. In den USA soll 2009 ein weiteres Werk eröffnet werden. Foto: SCHOTT/J. Meyer
Um den hohen Erwartungen gerecht zu werden, kommt der Kundenzufriedenheit größte Bedeutung zu: Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts tns Infratest bescheinigt SCHOTT Solar Bestnoten bei Punkten wie Produktangebot, ­Vertriebsleistung, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit der Lieferungen. Kunden wie die Solar Millennium AG aus Erlangen, Deutschland, weltweiter Projektierer von Parabolrinnenkraftwerken, stimmen dem zu: „Wir haben bei den ersten europäischen Parabolrinnenkraftwerken in Spanien, den AndaSol-Projekten, Receiver von SCHOTT Solar eingesetzt, da wir von der hohen Qualität dieses Produkts von Anfang an überzeugt waren”, so Christian Beltle, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG. „Wir sind bisher mit der Zusammenarbeit und Verlässlichkeit sehr zufrieden und erwarten eine deutliche Ausweitung der Produktionskapazitäten, um auch bei unseren künftigen Projekten, wie dem jetzt begonnenen 150-Megawatt-Hybridkraftwerk im ägyptischen ­Kuraymat, erneut auf SCHOTT Solar als Lieferanten für diese Schlüsselkomponente setzen zu können.”

Die Receiver-Produktion ist nicht das erste Engagement des SCHOTT Konzerns in Spanien: SCHOTT Iberica betreibt seit 1963 einen Produktions­standort für Spezialglasröhren bei Barcelona. Dort befindet sich seit 1979 auch das Vertriebsbüro für die iberische Halbinsel. Bedeutende Projekte sind die Zerodur® Glaskeramik-Spiegel­segmente für das Großteleskop auf der Kanaren-Insel La Palma oder die Glaskomponenten für die Gedenkstätte der Terroropfer am Atocha-Bahnhof in Madrid.