Solarenergie

Die Wohnanlage produziert durch den Einsatz von Photovoltaik-Modulen mehr Strom als sie verbraucht.
Gerhard Samulat

Häuser als Kraftwerke

Erste europäische Plus-Energie-Wohnanlage in Weiz (Österreich) arbeitet mit SCHOTT Solartechnik und wurde mit dem österreichischen Solarpreis 2007 ausgezeichnet.

In Österreich leben die Menschen gern im Einklang mit der Natur – insbesondere in der Steiermark, dem „grünen Herzen” der Alpenrepublik. Wahrscheinlich kamen deswegen jetzt findige Ingenieure und Investoren auf die Idee, hier aus Sonnenlicht nun auch effizient Wärme und Elektrizität zu gewinnen. Nach dem Motto „Eine Stadt voll Energie” entstand in der gut 9.000- Seelen-Gemeinde Weiz, der Hauptstadt der Oststeiermark, kürzlich die erste europäische Plus-Energie-Wohnanlage. Sie besteht aus 24 Reihenhäusern, die mehr Energie liefern als sie verbrauchen: Ihren Strom gewinnen die Mieter und Eigentümer aus über 400 multikristallinen Solarmodulen – überwiegend vom Typ SCHOTT ASE 275. Die Photovoltaikanlagen erstrecken sich über die gesamten südlichen Fronten der Häuser und dienen den oberen Geschossen der Gebäude gleichzeitig als Schattenspender.
Über 400 multikristalline Solarmodule liefern jährlich rund 120.000 Kilowattstunden an Elektrizität. (Foto: kw Solartechnik)
Mit einer Gesamtfläche von über 1.000 Quadratmetern liefert die Solaranlage pro Jahr rund 120.000 Kilowattstunden an Elektrizität. Das reicht für den Bedarf von fast noch mal so vielen Wohneinheiten, weswegen die Gebäude auch Plus-Energie-Häuser genannt werden. Den Strom speisen die Bewohner ins öffentliche Netz ein. Ähnlich wie in Deutschland erhalten die Betreiber dafür eine Vergütung zwischen 49 und 60 Eurocent pro Kilowattstunde. Damit amortisieren sich die Mehrkosten für den Bau der Siedlung rasch: In etwa zehn Jahren, so schätzt der Bauherr, die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Elin GmbH, erwirtschaften die Betreiber mit den Solarmodulen dann voraussichtlich sogar Geld.

Die mehrfach ausgezeichneten SCHOTT Solarmodule, für die sich die österreichischen Bauherren entschieden, bestehen aus quadratischen Zellen, die in gehärtetes Doppelglas eingebettet sind. Das ergibt eine lange Lebensdauer und schützt sie vor extremen Wetterlagen: Die Module arbeiten im Sommer noch bei Temperaturen von 90 Grad Celsius und im Winter bei minus 40 Grad. Selbst eine Schneelast von über einer halben Tonne pro Quadratmeter oder Hagelkörner können den Modulen nichts anhaben, obgleich sie nur gut einen Zentimeter dünn sind. Der stabile Aluminiumrahmen und die bereits bei SCHOTT Solar montierten Stecker und Kabel sorgen zudem für eine rasche und unkomplizierte Montage.
Zur optimalen Nutzung der Sonnenenergie ist die Photovoltaikanlage nach Süden ausgerichtet, sie fungiert zugleich als Schattenspender. (Fotos: kw Solartechnik)
„Wir sind sehr stolz, dass dieses einzigartige Wohnkonzept, welches bereits im Jahr 2004 mit dem Europäischen Innovationspreis der Regionen ausgezeichnet wurde, nun auch den österreichischen Solarpreis 2007 erhalten hat”, sagt Helmut Kienreich, Bürgermeister der Stadt Weiz. Immerhin ist der von der steirischen KW Solartechnik GmbH errichtete Komplex die größte zusammenhängende Photovoltaikanlage der Steiermark. Das Design der Wohneinheiten erinnert ein wenig an einen Würfel: quadratisch, praktisch, umweltfreundlich. Und Architekt Erwin Kaltenegger war von der Ausführung selbst so angetan, dass er gleich selbst eine Wohnung dort bezog.