SCHOTT solutions Nr. 1/2015 > Bedienoberflächen

Bedienoberflächen
Foto: Miele

Schalten per Fingertipp


Elektronische Geräte werden immer intelligenter, digitaler und bieten mehr Funktionen. Und Glas empfiehlt sich dabei als ideales Material für intuitive Bedienoberflächen mit Touch-Bedienelementen.


Brian Anderson

Wir leben in einer digitalen Welt, in der ein kurzes Fingertippen ausreicht, um Alltagsgeräte zu bedienen, von moderner Unterhaltungselektronik über Haushalts- bis hin zu medizinischen Geräten. Immer öfter werden Berührungsschalter, Displays und Touchscreens eingesetzt – und dies aus gutem Grund: Sie ermöglichen intuitiv komplexe Bedienfunktionen sowie minimalistisches Design, zugleich entfallen mechanische Knöpfe und Schalter. Für den Nutzer ist in vielen Touch-Anwendungen neben einfacher Betätigung auch ein direktes Feedback beim Schalten entscheidend. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn eine versehentlich falsche Handhabung Schaden anrichten könnte. Um sicher zu sein, dass ein Gerät beispielsweise ein- oder ausgeschaltet ist, kombinieren Designer deshalb meist Touch-Schaltungen mit akustischen, taktilen oder visuellen Signalen. Je raffinierter und hochwertiger die elektronischen Geräte sind, desto höher die Anforderungen an den Oberflächenwerkstoff. Solche Anforderungen kann Spezialglas auf vielfältige Art und Weise erfüllen. Um die Balance zwischen minimalistischem Design, notwendiger Sicherheit sowie intuitiver Handhabung von Touch-Oberflächen zu schaffen, hat SCHOTT ­eine breite Palette von Gläsern mit unterschiedlichen Eigenschaften entwickelt. Damit lassen sich glatte, fugenlose Bedienflächen für Geräte im Haushalt sowie für medizinische, industrielle oder kommerzielle Anwendungen realisieren. Zudem schaffen neue Fertigungstechnologien sowie die Kombination von Glas und Elektronik­komponenten die Voraussetzung für die Gestaltung unverwechselbarer Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine.
Bosch Einbaugeräte
Bei Bosch Einbaugeräten wird die ­TFT-Touch-Technologie mit dem taktilen Feedback eines mechanischen Bedienrings verknüpft und in eine Glasblende integriert. Foto: Bosch Hausgeräte GmbH

Intelligentes Feedback


Die SCHOTT® Smart Touch-Technologie ermöglicht nicht nur eine Rückmeldung über die korrekte Nutzung von Geräten, sondern gleichzeitig einen edlen Look. In die Glasoberfläche eingearbeitete Vertiefungen fungieren als taktiles Feedback von Berührungsschaltern. Benutzer drücken oder wischen per Finger über eine Mulde und aktivieren dahinter angebrachte Sensoren. Die Vertiefungen sind in das Glas eingeschliffen; sie bieten eine durchgängig glatte Oberfläche ohne bewegliche Teile wie Drehknöpfe und Schalter. Die Bedienung des Geräts bleibt damit haptisch erfahrbar, was zum Beispiel besonders vorteilhaft für das Ein- und Ausschalten ist. Zudem hat SCHOTT eine weitere taktile Feedback-Funktion entwickelt, welche es Touch-Panel-Herstellern erlaubt, feine Strukturen zur taktilen Wiedererkennung von Schaltern zu integrieren. „Die Haptik von beiden Feedback-Optionen erhöht die Bedien­sicherheit, die durch einen Touchscreen allein nicht erreicht werden könnte”, erklärt Gregor Grosse, Director Global Business Development & Innovation, SCHOTT Flat Glass.
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Prämiert für innovatives Design

Robert Sachon, Chefdesigner Robert Bosch Hausgeräte GmbH, über innovative Designkonzepte für die Küche
Espresso-Maschine
Espresso-Maschinen – wie hier ein Modell der spanischen Firma Quality Espresso – überzeugen mit modernem Design der Bedienblende aus Glas sowie klar sichtbaren und gut lesbaren Displayanzeigen. Foto: SCHOTT/A. Sell
Unterschiedliche Farb- und Bedruckungsoptionen von Glas eröffnen eine Vielfalt an Designmöglichkeiten für moderne Bedien­felder, so z. B. metallische Effekte, matte Oberflächen, Spiegeleffekte oder 3D-Designs. Damit können Gerätehersteller sehr individuell gestalten. Zudem ermöglicht eine von SCHOTT entwickelte Farbtechnologie einen sogenannten „Dead Front Effect” für Glasbedien­blenden. Das bedeutet: Im eingeschalteten Modus sind Sieben­segmentanzeigen oder Steuerungselemente sichtbar; wenn das Gerät ausgeschaltet ist, erscheint die Oberfläche homogen schwarz. Leuchtende Gestaltungselemente helfen Designern, sich jenseits gängiger Benutzeroberflächen zu bewegen. Semitransparente Drucke auf der Rückseite können beispielsweise beleuchteten Symbolen und Linien mehr Leuchtkraft geben.

Heute ist es auch möglich, Schaltkreise direkt auf das Glas zu drucken – ein großer Vorteil für Gerätehersteller bei der Modulmontage von Sensoren, LEDs oder anderen elektronischen Komponenten. Folien, die als Trägermaterial oft brüchig werden oder sich verfärben, gehören dann der Vergangenheit an. Mit einer leitfähigen Bedruckung auf Glas stellen diese Alterungseffekte künftig kein Risiko mehr dar. „Seine besonderen Eigenschaften machen Glas zum idealen Material für Touch-Anwendungen. Glas ist extrem ­robust, kratzfester als Kunststoff und überaus hygienisch. Für Geräte­hersteller öffnen sich damit völlig neue Designhorizonte”, resümiert Gregor Grosse. <
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