SCHOTT solutions Nr. 1/2014 > Solarzellen

Soluxio
Bei ´Soluxio´ wurden gekrümmte Solarzellen in den Laternenmast integriert. Die durch einen hochwertigen Glasmantel geschützten netzunabhängigen Straßenleuchten sind robust und wartungsfrei – sie eignen sich deshalb zum Einsatz bei extremen Witterungs- und Umgebungsbedingungen. Foto: FlexSol Solutions

Licht in der Wüste


Das niederländische Start-up-Unternehmen FlexSol Solutions hat eine innovative Lösung entwickelt, um Licht ins Dunkel zu bringen: eine modulare Straßenlaterne mit gebogenen Solarzellen. Doch erst Spezialglas von SCHOTT macht sie wirklich straßentauglich.


Sebastian Kirschner

New York, London, Tokio, Dubai – in den geschäftigen Straßenzügen der Megastädte herrscht rund um die Uhr Hochbetrieb. Künstliches Licht macht die Nacht zum Tag und treibt die Stromkosten in die Höhe. Um Energie zu sparen, setzen bereits einige Metropolen auf Solar-Straßenlaternen. Doch die bisherigen Lösungen haben Nachteile: „Konventionelle Solarpanels sind flach und nicht besonders ansehnlich. Sie sind aber auch nicht für die Straßenbeleuchtung geeignet, denn sie verschmutzen leicht und bringen damit nicht die volle Leistung”, erklärt Lennert van den Berg, Geschäftsführer des Start-ups FlexSol Solutions.
Soluxio
Foto: FlexSol Solutions
Der niederländische Jungunternehmer hat deshalb mit seinem Team die Beleuchtungslösung „Soluxio” entwickelt. Der Clou: Die gekrümmten Solarzellen sind in den Laternenmast integriert. Doch van den Berg wollte nicht nur eine Straßenlaterne kreieren, die ästhetischen Ansprüchen genügt und sich optimal ins Stadtbild einfügt, sondern die Solarleuchten sollten auch extremen Wetter- und Umgebungsbedingungen trotzen können. Um die empfindlichen Solarzellen mit einem hochwertigen Glasmantel zu schützen, wandte sich van den Berg an SCHOTT.

„Zu dieser innovativen Idee fielen uns sofort DURAN® Glasrohre aus Borosilikatglas ein”, sagt Klaas Roelfsema, Regional Sales Manager bei SCHOTT Tubing. Denn die Soluxio-Entwickler benötigten für die Solarzellen extrem dünnes Glas, das kaum spiegelt und für den Straßeneinsatz zugleich robust und langlebig ist. „Außerdem sollte unser Produkt so leicht wie möglich sein”, betont Van den Berg. Der Grund: Der Laternenmast von Soluxio. Er besteht aus einzelnen Modulen, mit denen sich die Straßenlaterne schnell aufbauen und bei Bedarf erweitern lässt. Doch normales Glas war dafür entweder zu schwer oder nicht widerstandsfähig genug. „Mit DURAN® Glasrohren konnten wir diesen Spagat meistern. Bei den nötigen 20 Zentimetern Durchmesser ist die Wandstärke nur fünf Millimeter dick und trotzt dennoch widrigsten Umgebungsbedingungen”, erklärt Roelfsema. Die Spezialglasröhren halten auch extremen Temperaturwechseln stand. „Aber der wichtigste Punkt ist, dass DURAN® sehr bruchfest ist und aufgrund seiner Maßgenauigkeit bestens montiert werden kann”. Van den Berg ist ebenso sehr zufrieden: „Wir experimentieren viel mit Glas und nutzen DURAN® auch in weiteren Produkten, die derzeit in der Entwicklung sind.” Dabei war das richtige Glas nur ein Teil der Herausforderung für das Start-up-Unternehmen FlexSol: „Das Schwierigste war, überhaupt die Finanzierung auf die Beine zu stellen”, sagt van den Berg. Erst dann konnte die Arbeit an den gekrümmten Solarzellen richtig Fahrt aufnehmen. Mit der Unterstützung von Partnern und dem Spezialisten für Lichtmasten konnte das niederländische Unternehmen die Straßenlaterne ­Soluxio in nur zwei Jahren entwickeln. Ebenso mit Hilfe von SCHOTT. Van den Berg schätzt das Unternehmen sehr: „Wir haben uns mit SCHOTT an einen der weltgrößten Glashersteller gewandt und waren sehr angetan, wie flexibel und offen uns die Experten bei unserem Projekt unterstützt haben.”
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„Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt”

Soluxio
Nachhaltigkeit spielt bei den innovativen Solarleuchten eine große Rolle: Sie sparen Stromkosten, bringen aufgrund ihrer besonderen Konstruktion volle Leistung und werden aus wiederverwertbaren Materialien hergestellt. Foto: FlexSol Solutions
Und das Ergebnis der harten Arbeit hat sich gelohnt: Sowohl das Produkt selbst als auch die Einzelteile von Soluxio sind nachhaltig. Die netzunabhängige Solarleuchte hilft nicht nur, CO₂einzusparen. „Alle Materialien lassen sich auch vollständig wiederverwerten”, ergänzt van den Berg. Und der Erfolg von ­Soluxio gibt seinen hohen Qualitätsansprüchen recht. Eine Schiffsladung Soluxio-Straßenlaternen wartet gerade auf ihren Einsatz im Mittleren Osten: in Qatar und Abu Dhabi, wo Staub und Wüstensand den Laternenmodulen zusetzen. Doch dank der robusten Glasoberfläche ist das kein Problem. Roelfsema: „Soluxio ist mit unserem Glas sowohl gegen Abnutzung als auch UV-Strahlung perfekt geschützt.” Und das ist gut so, denn in den kommenden Monaten stehen weitere Soluxio-Projekte in Dubai und Saudi-Arabien an. <