SCHOTT solutions Nr. 1/2014 > Carl-Zeiss-Stiftung

Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Heinricht (rechts) erläutert Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (links) und Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg und Vorsitzende der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung (Mitte), die Vorzüge der CERAN® Glaskeramik-Kochfläche. Foto: SCHOTT/ J. Meyer

Erfolgreiches Unternehmensmodell


Zum 125-jährigen Jubiläum der Carl-Zeiss-Stiftung würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel die historische Bedeutung und erfolgreiche Zukunftsausrichtung.


Dr. Jürgen Steiner

Am 19. Mai 1889 gründete Ernst Abbe, renommierter Physiker und Teilhaber der Unternehmen SCHOTT und ZEISS, die Carl-Zeiss-Stiftung. Auf den Tag genau 125 Jahre später feierte die Stiftung ihr Jubiläum an ihrem Gründungsstandort Jena.

Lange bevor Prinzipien wie verantwortungsvolle Unternehmensführung, Sozialpartnerschaft und Nachhaltigkeit Bedeutung erlangten, schuf Abbe ein bis heute einzigartiges Unternehmensmodell für SCHOTT und ZEISS. Es war geprägt von großer Verantwortung für die Unternehmen, die Mitarbeiter und die Gesellschaft. Abbe sorgte dafür, dass sämtliche Geschäftsanteile auf die Stiftung übertragen wurden, um die Zukunft der beiden Unternehmen unabhängig von persönlichen Eigentümerinteressen dauerhaft zu sichern. Die Stiftung verpflichtete er zur Wahrnehmung besonderer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und aus den Gewinnen der Unternehmen sollte sie die Wissenschaft und gemeinnützige Zwecke fördern.

In ihrer Festansprache würdigte Bundeskanzlerin Merkel Stiftungsgründer Ernst Abbe, der „seiner Zeit weit voraus” gewesen sei, als er mit dem Stiftungsstatut von 1896 „das Leitbild eines verantwortungsvollen Unternehmertums” schuf und „für Prinzipien der Sozialpartnerschaft eintrat”. Weil seine Ideen später in die deutsche Sozialgesetzgebung einflossen, sei das Statut „ein herausragendes Dokument der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte“. Auch den Stiftungsunternehmen sprach die Bundeskanzlerin große Anerkennung aus: „Carl Zeiss und SCHOTT stehen weltweit für Spitzentechnologie. Sie sind Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft. Mit innovativen Produkten, mit ihrem Bekenntnis zu Forschung und Entwicklung nehmen sie die Zukunft fest in den Blick.” In einer umfassenden Stiftungsreform wurden SCHOTT und ZEISS 2004 in rechtlich selbstständige Aktiengesellschaften überführt – mit der Stiftung als alleiniger Aktionärin. Gleichzeitig wurde die Stiftungsaufgabe Wissenschaftsförderung neu belebt. Seit 2007 stellte die Stiftung aus den Dividenden ihrer Unternehmen 80 Millionen Euro für die Förderung der Wissenschaft in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen zur Verfügung. Diese Summe sei „gut angelegt”, so die Bundeskanzlerin: „Denn Gelder für die Ausbildung von hoch qualifiziertem Nachwuchs, für Forschung und Innovation sind eine Investition in die Zukunft.” www.carl-zeiss-stiftung-125jahre.de <
Illustrationen: SCHOTT