SCHOTT solutions Nr. 1/2013 > Pharmazeutische Systeme

Foto: SCHOTT/A. Sell

Neue Standards in Indien


SCHOTT hat die erste vollautomatisierte Produktion von Pharmaverpackungen auf dem indischen Subkontinent eröffnet – ein strategischer Schritt, der Kunden hilft, ihre eigenen Wachstumsziele zu erfüllen.


Günther Unterholzner

Rund eine Flugstunde von Mumbai entfernt, im westindischen Bundesstaat Gujarat gelegen, befindet sich die Stadt Jambusar. Seit vielen Jahren hat sie ihren Platz auf der Landkarte der Pharmaindustrie sicher. Unter anderem betreibt SCHOTT dort seit 1998 ein Werk für hochwertiges Pharmarohr. In diesem Jahr hat das Unternehmen erneut einen strategischen Schritt unternommen und in Jambusar Indiens erstes vollautomatisiertes Werk für Pharmaverpackungen eröffnet. Die neue Produktionsstätte, errichtet in direkter Nachbarschaft zum Pharmarohrwerk, erweitert das globale Produktionsnetz von SCHOTT Pharma­ceutical Systems auf fünf Standorte für Pharmarohr und 17 Standorte für Pharmaverpackungen weltweit – zwei davon befinden sich in Indien. Betrieben werden letztere von SCHOTT KAISHA, einem Gemeinschaftsunternehmen, das 2008 mit der Kaisha ­Manufacturers Private Ltd. gegründet wurde. Das deutsch-­indische Joint Venture unterhält bereits seit Jahren eine Produktion im westindischen Daman und ist mit dem lokalen Markt bestens vertraut.
Jambusar ist nicht nur die erste vollautomatisierte Produktion auf dem indischen Subkontinent, sie erfüllt auch als erste die Richtlinien gemäß der ISO 15378 Norm. Foto: SCHOTT/A. Sell
Mit der neuen Produktion in Jambusar erhöht SCHOTT KAISHA die Produktionskapazität in Indien um 50 Prozent auf rund zwei Milliarden Ampullen, Fläschchen, Karpulen und Spritzen jährlich – und trägt damit signifikant zu den rund neun Milliarden Ein­heiten bei, die der Konzern weltweit insgesamt fertigt. Das neue Werk umfasst 20 vollautomatische Fertigungslinien für Ampullen und 16 Linien für Fläschchen. Zum Einsatz kommen sowohl ­Laderoboter zur computergesteuerten Beschickung der Linien als auch Hochleistungskamerasysteme zur Qualitätsprüfung. Dadurch definiert das Unternehmen das Qualitätsniveau für den indischen Markt völlig neu.

Jambusar ist nicht nur die erste vollautomatisierte Produktion auf dem indischen Subkontinent, sie erfüllt auch als erste die Richtlinien gemäß der ISO 15378 Norm. Dies unterstreicht den Anspruch, weltweit gemäß des internationalen Standards GMP (Good Manufacturing Practice) zu produzieren, der eine wichtige Leitlinie für die Pharmaindustrie darstellt.

Mit dem neuen Werk baut der internationale Technologie­konzern seine strategische Position im Pharmamarkt weiter aus. Für Dr. Jürgen Sackhoff, Leiter der Business Unit Pharmaceutical Systems, steht die Produktion nah am Markt im Zentrum der ­strategischen Überlegung. Mit Blick auf Indien fügt er hinzu: „Unsere Investition in Indien unterstreicht das Bekenntnis zum Pharmageschäft. Es ist ein wichtiges Standbein für den Konzern.”
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Die Expansion kommt zu einer Zeit, da der indische Pharmamarkt wächst wie nie zuvor. Zwei wesentliche Trends sind es, die dieses Wachstum ausmachen: Erstens verlangt die aufstrebende indische Mittelklasse nach besserer medizinischer Versorgung und kann sich diese auch leisten. Zweitens unterstützt die Regierung sowohl das Gesundheitssystem als auch die Pharmabranche an sich mit einem Fonds von rund 640 Millionen US-Dollar.

Entsprechend schätzt das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers in einem aktuellen Bericht, dass der indische ­Binnenmarkt bis 2020 auf bis zu 49 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Das entspricht einem Wachstum von rund 14 Prozent pro Jahr. Einher mit dem Marktwachstum gehen immer höhere Anforderungen an die Qualität, sowohl bezüglich Produkten als auch Produktionsprozessen. Die strategische Investition von SCHOTT in hochwertigere Pharmaverpackungen und deren ­Produktion sind die logische Konsequenz. Diese Meinung teilen auch die Kunden des Unternehmens. Rund 250 von ihnen folgten der Einladung zur Eröffnung des neuen, hochmodernen Werkes auf dem indischen Subkontinent.
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Starke Präsenz in den „Pharmerging Markets”

Das wesentliche Ziel dieser Investition ist es, hochwertige Produkte vor Ort für den lokalen Markt zu produzieren. „Wir wollen die indische Pharmabranche dabei unterstützen, von den immensen Wachstumschancen zu profitieren”, bestätigt Sackhoff. Er betont zwei Punkte, die seiner Meinung nach die Stärke von SCHOTT ausmachen: eine starke globale Präsenz und weltweit einheitliche Qualitätsstandards. Dies gilt sowohl für die entwickelten Märkte als auch für die sogenannten „Pharmerging Markets”. Letztere sind durch ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum, den Auf- und Ausbau eines staatlich unterstützten Gesundheitswesens und damit durch einen steigenden Bedarf nach medizinischer Versorgung gekennzeichnet. In eben jene Märkte hat das Unternehmen gerade in der jüngeren Vergangenheit stark investiert. Tatsächlich ist die Eröffnung des neuen ­Werkes in Indien Teil eines weltweiten Wachstumsprogrammes, das sich im Wesentlichen auf kommende Märkte konzentriert.
Mit dem neuen Werk in Indien baut SCHOTT seine strategische Position im Pharmamarkt weiter aus. Foto: SCHOTT/A. Sell
Im wichtigen chinesischen Pharmamarkt beispielsweise ist im vergangenen Jahr das Gemeinschaftsunternehmen SCHOTT Xinkang Pharmaceutical Packaging erfolgreich gestartet. Das Joint Venture stellt an zwei Standorten hochwertige Ampullen, Fläschchen und Karpulen für den chinesischen Markt her. Gemäß der Philosophie, nahe beim Kunden zu produzieren, ist der Mainzer Technologiekonzern ebenso in Russland als einer der wenigen Hersteller mit einem Werk präsent. Und schließlich expandiert SCHOTT auch in Südostasien und erhöht die Kapazitäten des Werkes in Jakarta, Indonesien, um 20 Prozent. Durch die kontinuierlichen Investitionen in Technologie und Prozesse werden damit schon heute die Weichen für ein nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahren gestellt. <

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