SCHOTT solutions Nr. 1/2012 > Digitale Projektion

Fast wie im echten Leben: Im 3D-Kino schafft die Kombination von digitaler High-End-Projektion und 3D-Filterbrille die räumliche Illusion. Entscheidend ist dabei die Effizienz der bildgebenden Optik. Foto: BARCO

Faszination digitales
3D-Kino


SCHOTT liefert lichtstarken Hightech-Projektoren die Komponenten für die dritte Dimension.


Oliver Hahr

Diesen Film sieht man nicht, man erlebt ihn.“ Euphorisch feierten Presse und Publikum James Camerons 3D-Epos „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. 2,8 Milliarden US-Dollar spielte das Fantasy-Spektakel seit der Premiere am 17. Dezember 2009 ein. Es ist der bei weitem größte Kinoerfolg aller Zeiten. 25 neue 3D-Filme folgten in 2010, 47 in 2011. Dieses Jahr sollen digitale 3D-Bearbeitungen von Star Wars, Titanic und Ice Age die mehr als 50.000 Kinosäle weltweit füllen, in denen heute schon digitale 3D-Erlebnisse angeboten werden – ihre Zahl hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. „Bei der 3D-Darstellung werden immer zwei perspektivisch leicht unterschiedliche Kamera-Bilder geliefert – eins für jedes Auge“, erklärt Tim Sinnaeve, Market Director Digital ­Cinema bei Barco N.V. Das belgische Technologieunternehmen ist eines der weltweit führenden Unterneh​men für professionelle Visualisierungsprodukte. „Die Bilder werden meist abwechselnd in einer Geschwindigkeit von 144 Hertz auf die Leinwand projiziert. Das ist schneller, als für das Auge wahrnehmbar. Die 3D-Brille, die beim Anschauen eines 3D-Films getragen werden muss, filtert die Bilder so, dass nur die passende Perspektive auf die linke oder rechte Retina trifft und so im Gehirn der Eindruck entsteht, als sei der Raum real.“
Das Glas SCHOTT N-BK7® wird für Farbfilter-Prismen in Digitalprojektoren genutzt. Damit lassen sich Filme in bis zu 35 Millionen Farben auf die Leinwand projizieren. Foto: SCHOTT/C. Costard
An den Filter-Brillen führt bei großem Publikum bislang kein Weg vorbei. Ohne sie wirkt der Film verschwommen und unscharf. Sehen mehrere hundert Zuschauer neben- und hintereinander den Film, werden die Bilder nach Farbe, Polarisation oder Zeit für das linke und das rechte Auge getrennt übertragen und durch die Brille passend für das jeweilige Auge selektiert. Bei Heimkino- und Büro-Anwendungen kann man zwar heute schon auf Filter-Brillen verzichten. Das brillante Farberlebnis wie auf der großen Leinwand können diese Geräte jedoch bei weitem nicht erreichen.

„Digitale High-End Projektoren für große Leinwände werfen gestochen scharfe Bilder auf eine Fläche von mehr als 200 Quadratmetern. Die Lampen mit bis zu 7 kW Leistung erzeugen einen Lichtfluss von mehr als 40.000 Lumen in 35 Billionen Farben. Da wird jedes noch so kleine Detail erlebbar“, erklärt Tim Sinnaeve. „Diese Systeme sind jahrzehntelang im Dauereinsatz. Alle Komponenten müssen hoher Energie auf engstem Raum widerstehen. Entscheidend ist die Effizienz der Optik: Jede Steigerung der Lichtausbeute führt zu einem kräftigeren Bild und geringeren Betriebskosten für den Eigentümer.“
Um diese Höchstanforderungen erfüllen zu können, nutzt Barco das Glas SCHOTT N-BK7® für die Farbfilter-Prismen, die das weiße Lampenlicht in die Teilfarben Rot, Grün und Blau (RGB) aufteilen und über Lichtleiter aus demselben Material auf optische Halbleiter lenken. Das Licht muss dabei Wege von 150 mm und mehr im Material zurücklegen, was das SCHOTT Material zum Schlüsselelement für die Qualität des Projektors macht. Die sogenannten Digital Mirror Devices (DMD; siehe unten) reflektieren dann mit bis zu zwei Millionen einzeln steuerbaren Mikrospiegeln das Licht auf das Projektor-Objektiv. So erstrahlt vor dem Auge des Betrachters der Film in 35 Billionen Farben und in voller Klarheit auf der Leinwand. „SCHOTT N-BK7® ist sehr homogen und bietet eine hohe Lichtausbeute. Es eignet sich besonders für Objektive und Prismen von Kameras und Projektoren“, erklärt Ralf Reiter, Leiter Entwicklung und Applikation bei SCHOTT Advanced Optics in Mainz. „Zur weiteren Optimierung haben wir spezielle Glasvarianten mit extrem hoher Transmission (HT) entwickelt. SCHOTT N-BK7® HT etwa bietet bei einer Wellenlänge von 400 nm eine Mindesttransmission von 99,6 Prozent bei 25 mm Dicke. Im sichtbaren Spektralbereich zwischen 400 und 700 nm ist der Absorptionskoeffizient um den Faktor 3 niedriger als beim Standard SCHOTT N-BK7®. Damit entsteht weniger Wärme und die Gefahr von Bildfehlern wird deutlich verringert, was eine signifikante Verbesserung der Bildqualität dieser Projektoren mit sich bringt.“ <|
Foto: BARCO
 

„Digitale High-End-Projektoren werfen gestochen scharfe Bilder auf Flächen von über 200 Quadratmetern.“

Tim Sinnaeve, Market Director Digital Cinema, Barco

 

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