SCHOTT solutions Nr. 1/2011 > Museumsprojekt

Spannende Zukunftsvisionen im AIT- ArchitekturSalon München: Auch im Museum des Jahres 2020 werden Glas und Licht eine wichtige Rolle spielen. Foto: SCHOTT/H.-R. Schulz

Vom empathischen Museum bis zum fliegenden Depot


15 europäische Architekten, Lichtplaner und Ausstellungsgestalter präsentierten Erlebniswelten im Museum der Zukunft.


Judith Schwarz

Wie möchte der Besucher im Jahr 2020 ein Museum erleben? Und wie können Architekten, Lichtplaner und Ausstellungsgestalter seinen Ansprüchen gerecht werden? Diesen Fragen ging eine Ausstellung im AIT-ArchitekturSalon München nach. 15 europäische Architekten, Lichtplaner und Ausstellungsgestalter präsentierten darin ihre Visionen zur Zukunft des Museums. Zusätzlich hielten sie diese in einem Buch mit dem Titel „Erlebniswelten Museum 2020” fest. Die Ideen dafür entstammen einem Workshop in Peking, zu dem das Business Segment Architecture + Design des Technologiekonzerns SCHOTT mit Unterstützung des AIT Verlages eingeladen hatte.
Foto: SCHOTT/H.-R. Schulz
„Das Museum, mein Freund, hilft mir als Besucher, aus einer Vielzahl von Information zu selektieren.” So stellt sich die Arbeitsgruppe mit der Vision „Das empathische Museum” die Zukunft vor. Ihrer Idee zufolge arrangiert sich das Museum für jeden Besucher neu. Über ein Social Network registriert es schon vor dem Museumsbesuch dessen individuelle Kenntnisse, Vorlieben und Interessen. Basierend darauf empfiehlt es dem Besucher Wege durch die Sammlungen und blendet unpassende Exponate aus.

Auch das Museum mit dem Titel „Komplementäre Konditionen”, von einer anderen Arbeitsgruppe skizziert, ist alles andere als statisch. „Der Raum wird zum Exponat, der Betrachter zum Teil der Ausstellung, die Ausstellung wird Performance”, bringen die Mitglieder ihre Idee auf den Punkt.
Foto: SCHOTT/H.-R. Schulz
Wird dagegen die Vision „Das fliegende Depot” Wirklichkeit, so verbirgt die Außenhülle des Museums die Ausstellungsstücke nicht mehr im Innenraum. Durch ein Spezialglas kommunizieren die Objekte selbstständig mit der Außenwelt und ziehen Neugierige an. Einem Depot gleich, finden die Besucher die Exponate zunächst scheinbar ungeordnet vor. Erst auf den zweiten Blick entdecken sie Zusammenhänge zwischen ihnen und Geschichten dahinter.

Das „Alles-und-Nichts-Museum” der vierten Arbeitsgruppe nimmt Gegenstände ebenfalls aus ihrem üblichen Kontext heraus. Der Besucher betrachtet die Ausstellungsstücke aus immer neuen Blickwinkeln. Eine erste Vorstellung davon vermittelte ein Exponat: Fünf von SCHOTT zur Verfügung gestellte Effektgläser um­gaben einen Stuhl und ließen ihn von jeder Seite aus anders erscheinen. Als Konzeptanbieter für Museen möchte SCHOTT Architekten, Licht- und Ausstellungsgestalter bei der Verwirk­lichung ihrer Visionen ganzheitlich unterstützen – von der Beratung bis zur Installation. „Glas kann Volumen geben – oder sich völlig im Raum auflösen, Glas kann Bedeutung verleihen oder selbst als Bedeutungsträger fungieren. Das Museum des Jahres 2020 wird ganz sicher ein Museum sein, das gläserner ist als alles, was heute entsteht”, ist Dr. Dietmar Danner, Chefredakteur des Architekturmagazins AIT, überzeugt. Bis die in München skizzierten Visionen Wirklichkeit werden, sind gewiss noch einige Zwischenschritte erforderlich. Wie auch immer das Museum der Zukunft tatsächlich aussehen wird – Individualität, Spontanität und Sinn für Überraschungen werden darin ohne Zweifel eine große Rolle spielen. <|
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