SCHOTT solutions Nr. 1/2011 > Architektur

Faszinierendes Stilelement: Im Londoner Bürokomplex „Walbrook” kommt das strukturierte Glas der Marke Conturax® erstmals als großflächige Lösung zum Einsatz. Foto: SCHOTT/M. Couchman

Ausgefallene Glasrohre für exquisite Effekte


Die Architekten von Foster + Partners setzen in einem Londoner Bürokomplex auf Rohrglas von SCHOTT.


Judith Schwarz

Eingehüllt in ein wellenartiges Gitter aus hochreflektiven Aluminium-Lamellen, funkelt der Bürokomplex im Herzen der Londoner City im Sonnenlicht. Die gebogenen Fassadenelemente zum Sonnenschutz reihen sich mit zunehmender Höhe dichter und dichter aneinander und schimmern immer intensiver.

Von 2005 bis 2010 erbaute das internationale Architekturbüro Foster + Partners im Londoner Finanzviertel den Bürokomplex „Walbrook”. Das skulpturhafte Bauwerk bietet rund 40.000 Quadratmeter Büro- und Handelsräume; entlang der 70 Meter langen Front zur Cannon Street entstehen Einzelhandels- und Restaurantflächen. Wer das Gebäude betritt, blickt auf eine 70 Meter lange, weiß illuminierte Wand aus Glasröhren. Sie trennt die beiden Teile des Foyers voneinander und erstreckt sich hinter der Rezeption hinauf bis zur Decke. Durch ihre Wellenstruktur wirkt sie beinahe fließend.

Die von Foster + Partners eingesetzten Glasröhren von SCHOTT-Rohr- glas eignen sich bestens für Design- und Architekturanwendungen. In dem Bürogebäude kommt das strukturierte Glas der Marke Conturax® erstmals als großflächige Lösung zum Einsatz. Für die 6,6 Meter hohe Wand wurden jeweils 3,3 Meter hohe Scheiben aus aneinander gereihten Glasrohren aufeinander montiert – eine nicht alltägliche Anwendung, die für die Glas­spezialisten neben ihrer Faszination auch ihre Tücken hatte. Denn die maximale Wanddicke des strukturierten Borosilicatglases ist begrenzt – eine Herausforderung für eine Architekturanwendung dieser Größen­dimension. „Wir standen vor der Aufgabe, aus Sicherheits­gründen das Bruchrisiko der nur drei Milli­meter dicken Gläser zu reduzieren”, verdeutlicht Klaas W. Roelfsema, Business Manager Rohrglas Nord-West-Europa bei SCHOTT.
Die 70 Meter lange, weiß illuminierte Wand aus Glasröhren trennt die beiden Teile des Foyers voneinander und reicht 6,6 Meter hoch bis zur Decke. Foto: SCHOTT/M. Couchman
Das Team bei SCHOTT-Rohrglas kam schließlich auf die Lösung, das profilierte Glas durch ein zweites Röhrenglas mit größerer Wanddicke zu verstärken. Dazu setzten die Monteure ein neun Millimeter dickes, unstrukturiertes Rohrglas der Marke Duran® vor die Conturax® Röhren. Beide Spezialgläser fixierten sie von mehreren Seiten und integrierten eine Halogenbeleuchtung, die von unten in die Röhren hineinstrahlt. „Durch die Kombination der zahlreichen Glasröhren entstand eine riesige Wand aus Licht“, veranschaulicht Roelfsema. „Der strahlende, gleichmäßige Beleuchtungseffekt über die gesamte Höhe der Röhrenwand hinweg hat die Architekten beeindruckt und von dem Spezialglas überzeugt.” So wurde die imposante Wand Teil einer zugleich energieeffizienten und optisch eindrucksvollen Beleuchtungsstrategie.

Auch die vollständig verglasten Aufzüge tragen im Foyer zu dem Spiel mit Licht und Reflexion bei, welches das Gebäude innen wie außen kennzeichnet. Und noch ein weiteres Motiv setzen Foster + Partners sowohl in der Fassade als auch im Innenraum- design ein: Die wellenartige Struktur, welche die Gebäudehülle des Bürokomplexes ziert, findet sich im Foyer in der strukturierten Wand aus Glasröhren wieder. <|
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