SCHOTT solutions Nr. 1/2011 > Pharmarohr

Seit einem Jahrhundert fertigt SCHOTT qualitativ hochwertige Fiolax® Spezialglasröhren für Pharmaverpackungen. Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften ist das verwendete Borosilicatglas prädestiniert für die hohen Qualitätsanforderungen bei der Verpackung innovativer Medikamente. Foto: SCHOTT/Hauser & Eisenhut

Pro Jahr 25-mal um die Erde


Das pharmazeutische Röhrenglas SCHOTT Fiolax® feiert sein 100-jähriges Markenjubiläum und wird im Alter immer besser.


Oliver Hahr

Vor langer Zeit hießen birnenförmige medizinische Glasgefäße mit engem Hals Phiolen. Eine Wortschöpfung aus dieser Vokabel schaffte es jedoch bis in die Gegenwart: 1911 von Firmengründer Otto Schott in den Markt eingeführt, sind Fiolax® Spezialglasröhren heute immer noch ein Begriff in der Branche – und das meist verwendete Standardglas für hochwertige pharmazeutische Primär­verpackungen rund um den Globus. Das bewährte Borosilicatglas besticht durch Eigenschaften, von denen zunächst die Packmittel-Hersteller profitieren: Die Robustheit sowie hohe kosmetische und geometrische Qualität von Fiolax® ermöglichen eine effiziente und schnelle maschinelle Weiterverarbeitung mit stabilen Abläufen und hoher Ausbeute bei der Fertigung hochwertiger Spritzen, Karpulen, Fläschchen und Ampullen. In der Anwendung überzeugen die inneren Werte wie hohe chemische Resistenz, sehr gute Sterilisierbarkeit und die hervorragenden Barriereeigenschaften gegenüber Medikamenten. Mit seinem niedrigen Alkali-Gehalt und optionalen UV-Schutz erhält das Glas die Wirksamkeit von Arzneimitteln für viele Jahre – ein großer Vorteil beim Einsatz in der Biotechnologie. „Qualität ist das A und O in der Pharmazie. Als Qualitätsführer arbeiten wir deshalb permanent an weiteren Optimierungen, um das Leistungs­paket Fiolax® immer weiter zu ver­bessern. Dazu kooperieren wir auch eng mit unseren Kunden“, erläutert Jürgen Achatz, Sales Director Pharmaceutical Tubing.
Foto: SCHOTT
Das zeigt sich nicht nur an einem Informations- und Rückverfolgungssystem, das Kunden genaue Informationen über wichtige Fertigungs-, Material- und Qualitätsparameter einer Charge bietet – und das über einen Zeitraum von zehn Jahren ab dem Herstelldatum. Mit der Fiolax® Academy bietet SCHOTT seinen Partnern entlang der Wertschöpfungs­kette in der Pharmabranche auch eine umfassende technisch-wissenschaft­liche Kundenberatung. In modularen Trainingsprogrammen vermitteln Experten von SCHOTT Wissen unter anderem über die Zusammensetzung, Eigenschaften und Produktion von pharmazeutischen Glasröhren.
Die Fiolax® Academy vermittelt Kunden detaillierte Informationen zu Pharmaröhrenglas und dessen Einsatz im pharmazeutischen Fertigungsprozess. Foto: SCHOTT/Hauser & Eisenhut
So lernten Anfang März 2011 rund 50 angehende Pharmazeuten der Universität Jaroslawl in Zentralrussland die Grundlagen von Spezialglasröhren und ihrer Herstellung kennen, die Wechselwirkung von Verpackung und Medikamenten sowie internationale Regulatorien und Standards für die Pharmabranche. „Für uns ist die Fiolax® Academy nicht nur eine Quelle für Glaskompetenz und westeuropäische Praxiserfahrung, sondern auch strategisch wichtig zur Weiterentwicklung und Kooperation mit Blick auf die Pharmastrategie 2020 zur Zukunftssicherung der russichen Pharmaindustrie”, betonte Alexander V. Sugak, Dekan der chemisch-technischen Fakultät an der Universität. Seit Gründung der Fiolax® Academy im Sommer 2010 wurden bereits 300 Teilnehmer geschult, 2011 sind insgesamt 35 solcher Trainings geplant. Und dies weltweit, denn die Aktivitäten rund um Pharmaröhrenglas erstrecken sich buchstäblich rund um den Globus. Nicht nur, weil Fiolax® in alle Welt verkauft und mittlerweile in Deutschland, Spanien, Brasilien und Indien gefertigt wird. Sondern auch, weil die jährliche Produktionsmenge von einer Million Kilometer Pharmarohr schon 25-mal um die Erde reicht. <|