SCHOTT solutions Nr. 1/2011 > Schienenverkehr

Auf dem Sprung von der Vision zur Realität: Licht wird auch im Schienenverkehr zunehmend als Instrument gesehen, das Orientierung, Stimmung und Komfort schaffen kann – ob in der Gestaltung von Zugrestaurants (hier) oder VIP-Sitzlösungen (links unten). Foto: SCHOTT/L. Zimmermann

Mehr Zugkraft mit Licht


Intelligente Beleuchtungslösungen im Zugabteil stellen die Weichen auf Komfort – auch um Fluggäste auf die Schiene zu locken.


Thilo Horvatitsch

Bei der Rekordfahrt eines chinesischen Personenzugs Ende 2010 sorgte nicht nur das enorme Tempo für viel Jet-Feeling an Bord. Mit persönlichen Leseleuchten am Sitz verfügten die Passagiere der vip-Klasse auch über Komfort wie im Flugzeug. „Wir lieferten bereits über 2.000 LED Reading Lights für den Einsatz in chinesischen Hochgeschwindigkeitszügen aus. Der Kunde lobt die sehr gute Qualität und das passende Design, deshalb rechnen wir uns gute Chancen aus für weitere Nachfragen”, sagt Dr. Armin Plichta, General Manager Transportation bei SCHOTT Lighting and Imaging. Das Beispiel Sitzbeleuchtung deutet auf einen beginnenden Trend: Licht wird auch im Schienenverkehr zunehmend als Instrument gesehen, das Orientierung, Stimmung und Komfort schaffen kann – vor allem auf Langstrecken. Dort genügt das höhere Tempo der Superschnellzüge allein nicht, um etwa verwöhnte Airline-Passagiere auf die Schiene zu locken. Darum orientieren sich Designer und Her­steller bei der Innenraumgestaltung von Zügen stärker an den Komfortstandards mancher Flugklassen. Die gesamte Bahnfahrt soll zum Wohlfühl-Erlebnis besonders in höheren Fahrgastklassen werden. Zudem geht es darum, die vielfältigen Reisebedürfnisse besser zu erfüllen. So wünschen sich etwa Business-Reisende ruhige Zonen mit Platz zum Arbeiten oder für Gespräche, First-Class-Passagiere eine Lounge oder Bar – Anforderungen, zu denen individuelles Beleuchtungsdesign einen großen Beitrag leisten kann.
 

„Unsere Kunden sollen schnell und einfach zu gestalterisch hochwertigen Lösungen kommen.”

Dr. Armin Plichta, General Manager Transportation SCHOTT Lighting and Imaging

 
Foto: SCHOTT/L. Zimmermann
Lichttechnische Lösungen eignen sich jedoch nicht nur für Lang­strecken-Szenarien. So hat sich gezeigt, dass der Einsatz hochwertiger Materialien in Straßenbahnen und Metros die Hemmschwelle für Vandalismus erhöhen kann. Eine solche Wirkung lässt sich auch beleuchtungstechnisch unterstützen, denn Licht beeinflusst das Verhalten. SCHOTT bietet für all diese Anwendungen ein breites Angebot – von funktionalen Lichtlösungen für Kabine, Decke oder Notbeleuchtung über die Spot- und Sitzbeleuchtung bis zu Kontur­beleuchtung, Ambiente- und Mood-Lighting. Zum Einsatz kommen dafür hauptsächlich LED-Lichtquellen, die in bestimmten Fällen mit faseroptischen Lichtleitern kombiniert werden. Diese hybriden Systeme bieten große Vorteile gerade im Schienenverkehr: Die Trennung von Lichtleitung und -quelle begünstigt einen flexiblen, platzsparenden Einbau und erleichtert Betrieb und Wartung. Das System ist äußerst belastbar bei Vandalismus sowie gegenüber Vibration, Schmutz, Feuchtigkeit und Hitze. Auch ist es betriebssicher, denn in Glasfasern fließt kein Strom. Hinzu kommen die hohe Lebensdauer und der geringe Leistungsverbrauch der Leuchtdioden.

Bereits gefragte Neuheit für den Schienenverkehr ist ein sehr dünnes, homogen strahlendes LED-Flächenlicht zur Integration in Wand- und Decken-Panels. Dieses ultraflache LED-Panel ist nur sechs Millimeter dick, lässt sich auch in gebogener Form einsetzen und eignet sich vor allem für Doppelstockzüge mit begrenztem Einbauraum. „Unsere Kunden sollen schnell und einfach zu gestalterisch hochwertigen Lösungen kommen – ganz im Sinne unseres Mottos ‚Design and Simplicity’”, betont Armin Plichta. <|