SCHOTT solutions Nr. 1/2010 > Solararchitektur

Für das Vordach des REWE Green Buildings entwickelte ertex solar gemeinsam mit SCHOTT eine Solararchitekturlösung mit effizienten polykristallinen Zellen von SCHOTT Solar. Foto: REWE Group

Effizientes Energiemanagement


Mit dem CO2-frei betriebenen
„Green Building” – inklusive einer Solarglasarchitekturlösung – setzt die Supermarktkette REWE das Prinzip Nachhaltigkeit in die unternehmerische Praxis um.


Christine Fuhr

Kurz nach der Einweihung im November 2009 schreibt das Berliner REWE Green Building bereits Erfolgsgeschichte: Der nach modernsten Erkenntnissen gestaltete Supermarkt verbraucht wesentlich weniger Energie als ein Standardmarkt und wurde für sein „Konzept Zukunft” mehrfach ausgezeichnet – von der Deutschen Gesellschaft für Nach­hal­tiges Bauen (DGNB) mit dem Prädikat Gold und vom Handelsverband Deutschland (HDE) als „store of the year 2010”. Außerdem erfolgte eine Nominierung für den „Sustainable Energy Award 2010“ der EU-Kommission.

Nachhaltigkeit ist für die REWE Group nicht Trend, sondern Haltung, was sich in zahlreichen Aktivitäten und Initiativen widerspiegelt: So ist REWE in Deutschland Vorreiter bei Grünstrom; Lebensmittel aus fairem Handel gibt es seit mehr als 15, Bio-Produkte seit über 20 Jahren.
Foto: REWE Group
Mit ihrem deutschlandweit ersten Green Building setzt das Unter­nehmen national wie international Maßstäbe für den nachhaltigen Bau und Betrieb von Handelsimmobilien. Die 1.830 Quadratmeter große Verkaufsfläche wird CO2-neutral betrieben. Dank des Einsatzes moderner Heizungs-, Lüftungs-, Beleuchtungs-, Klima- und Kälteanlagen in Kombination mit entsprechender Dämmung erzielt man im Vergleich zum Standardbau eine beinahe 50-prozentige Energieeinsparung. Für die Kühl- und Tiefkühlverbundanlagen wird ausschließlich natürliches Kältemittel eingesetzt. Bei den Gefrierschränken wurden SCHOTT Termofrost® Gefrierschranktüren der Ausführung Eco-Clear™ eingesetzt: Hauptvorteil dieses „passiven“ Türen-Konzepts ist, dass die Türen nicht mehr beheizt werden müssen, um das Beschlagen beim Öffnen zu verhindern, was wiederum eine große Energieeinsparung bedeutet.
Bei den Türen der Gefrierschränke kommt SCHOTT Termofrost® Eco-Clear™ zum Einsatz. Vorteil: Die Türen müssen nicht beheizt werden, was wiederum Energie spart. Foto: REWE Group
Rund 40 Prozent des Energiebedarfs produziert das Green Building selbst: Eine insgesamt knapp 2.000 Quadratmeter große Photovoltaik­anlage kombiniert dabei eine Aufdachanlage mit einer glasintegrierten Photovoltaikanlage im Vordach. Die von ertex solar GmbH, Amstetten/Österreich, realisierte Architektur­lösung setzt Solarzellen von SCHOTT Solar ein. Für diese wurden 99 Verbundsicherheitsglas-Elemente in überkopftauglicher Ausführung eingesetzt. 8.712 effiziente polykristalline 6-Zoll-Zellen von SCHOTT Solar sind in die jeweils 311 Wattpeak (Wp) starken Module einlaminiert. Mit einer Gesamtleistung von 30,79 Kilowattpeak (kWp) können vor Ort etwa 27.000 Kilowattstunden Strom produziert werden. Um einen gewissen Tageslichtanteil in den Markt zu bringen, wurde eine Transparenz von 23 Prozent gewählt.

Das Prinzip der Tageslichtarchitektur wird im Green Building durch ein umlaufendes gläsernes 280 Meter langes Fassadenband und 18 Dachlichtkuppeln umgesetzt und mit nachhaltigen Materialien wie Holz – und damit einem weithin sichtbaren Symbol für Nachhaltigkeit – kombiniert. Eine Geothermieanlage macht den Einsatz fossiler Brennstoffe ganzjährig überflüssig. Darüber hinaus spart man durch Regenwassernutzung für die Fußbodenreinigung, Toilettenspülung und Gartenbewässerung kostbares Trinkwasser. Wer vielleicht sogar mit einem Elektroauto zum Shoppen in die Berliner Groß-Ziethener Chaussee 37 kommt, kann dort auch „green” Strom auftanken – an den dortigen Tankstellen wird zertifizierter Grünstrom aus erneuerbaren Energien angeboten.
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