SCHOTT solutions Nr. 1/2010 > Architektur

Im Zuge der Modernisierung seiner Konzernzentrale in Mainz erweiterte der Technologiekonzern SCHOTT sein 45 Jahre altes Verwaltungsgebäude um einen gläsernen Neubau, in dem zahlreiche SCHOTT Gläser eingesetzt werden. Das Flachdach des Atriums etwa besteht aus halbtransparenten Dünnschicht-Photovoltaikmodulen von SCHOTT Solar. Foto: SCHOTT/A. Stephan

Neues Gesicht


Die modernisierte SCHOTT Konzernzentrale in Mainz vereint Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit.


Judith Schwarz

Eine 3.500 Quadratmeter große Glasfassade ist Blickfang der neuen Zentrale des Technologiekonzerns SCHOTT. Das 45 Jahre alte Verwaltungsgebäude am Hauptsitz des Unternehmens in Mainz wurde innerhalb von 15 Monaten saniert, erweitert und im vergangenen Dezember offiziell ein­geweiht.

„Wir wollten eine repräsentative Konzernzentrale schaffen, die den Werkstoff Glas in den Mittelpunkt einer modernen, transparenten Architektur stellt”, erläutert Frank Bollmann, Leiter Immobilienmanagement bei SCHOTT. „Auch bei der Innenraumgestaltung haben wir großen Wert auf Transparenz gelegt und offene, zeitgemäße Büros gestaltet.” Ein weiteres Ziel war, die zentralen Konzernfunktionen wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb und Marktentwicklung, Strategie, Recht und Controlling, die bisher an unterschiedlichen Standorten verteilt waren, an einem Ort zu bündeln. Und damit Wegezeiten zu verkürzen und die Kommunikation zu optimieren.
Foto: SCHOTT/A. Stephan
Federführend bei der Modernisierung war das Frankfurter Architekturbüro JSK Architekten. Insgesamt vier Varianten inklusive Kosten-Nutzen-Analysen wurden in einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Der Vorstand der SCHOTT AG entschied sich für die Kernsanierung des viergeschossigen Bestandsgebäudes mit zweigeschossiger Aufstockung in Leichtkonstruktionsbauweise und einem sechsgeschossigen Erweiterungsbau mit einem sich über alle Stockwerke erstreckendem Atrium, das zugleich als Haupt­eingangsbereich, der Produktpräsentation und der Kommunikation dient. „Das Konzept der Integration des Bestandsgebäudes in die Neubaumaßnahmen hat überzeugt. Der Gesamtkomplex erhält damit eine nach außen und innen deutlich sichtbare nachhaltige Aufwertung. Hier wird nicht nur dokumentiert, wofür die SCHOTT AG zukünftig steht, sondern es wurden auch die eigenen Produkte zur Unterstützung der Nachhaltigkeit und für die Gestaltung des Gebäudes in der Außenwirkung und im Innenbereich eingesetzt. Schöner bauen und für sich werben kann man nicht”, so der für die Planung verantwortliche Architekt Dipl.-Ing. Joachim Lepper.

Die Erweiterung des Gebäudekomplexes vergrößerte dessen Bruttogeschossfläche von rund 5.000 auf 12.000 Quadratmeter. Die neue Glasfassade des Atriums ließ SCHOTT im Eingangsbereich bis in drei Meter Höhe mit dem beidseitig entspiegelten Spezialglas Amiran® ausstatten. Durch seine geringe Reflektion wirkt das Architekturglas beinahe unsichtbar, bringt viel Licht ins Gebäude und gewährt dem Besucher bereits von außen einen ungestörten Blick in das Atrium bis zum Empfangs­bereich. Oberhalb davon schließt sich eine Sonnenschutzverglasung an.
Foto: SCHOTT/A. Stephan
Die ökologische Komponente stand bei der Planung mit an oberster Stelle: So bilden 300 Quadratmeter halbtransparente Dünnschicht-Photovoltaikmodule ASI® Thru von SCHOTT Solar das Flachdach des Atriums. Sie decken einen Teil des Strombedarfs, lassen Tageslicht einfallen, schützen aber gleichzeitig vor thermischer Aufheizung durch direkte Sonneneinstrahlung. Als weitere umweltfreundliche Maßnahme wird Wasser aus dem werkseigenen Grundwasserbrunnen durch den Boden des Atriums geleitet und trägt so zur energiesparenden Klimatisierung des Gebäudes bei. Neben dem Atrium besteht der Gebäudekomplex aus Empfangsbereich, geräumigen Teamzonen, Einzelbüros und Besprechungsräumen. In Foyer, Aufzugsbereich und Konferenzzone setzt das blau durchgefärbte Flachglas Imera® als Raumteiler und Gestaltungselement Akzente. Darüber hinaus bieten „LightPoints” – unsichtbar in Glas eingebundene Leuchtdioden – in Glas­türen faszinierende Effekte.
Bei den „LightPoints” erhalten LEDs unsichtbar Strom über eine elektrisch leitfähige Schicht im Glas. Foto: SCHOTT/A. Stephan
Bei der Bürogestaltung legte SCHOTT Wert auf neueste arbeits­ergonomische und -organisatorische Erkenntnisse unter Einbeziehung einer maximal möglichen Tageslichtökonomie. Zugunsten von geräumigen und kommunikationsfördernden Teamarbeitsbereichen wurde die Anzahl der Einzelbüros gering gehalten, die Akustik im Hinblick auf die offene Bauweise unter anderem durch schallschluckende Oberflächen der Möblierung optimiert. Die Büros bieten Platz für rund 400 Arbeitsplätze.

„Das Gebäude ist das neue Gesicht des Technologiekonzerns SCHOTT”, erklärt Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der SCHOTT AG. „Dies gilt für Kunden, die das Unternehmen be­suchen, wie auch für die vielen Menschen, die täglich zu Fuß vorbeigehen oder im Auto, in der Straßenbahn oder im Zug vorbeifahren.”
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