SCHOTT solutions Nr. 1/2010 > Interview

Peter Redlin, Kreativdirektor und Geschäftsführer Milla & Partner, hat die Ausstellung im Pavillon entworfen. Foto: SCHOTT/A. Sell

„Idealisierter urbaner Kosmos”


Kreativdirektor Peter Redlin,
Milla & Partner, und Architekt Lennart Wiechell, Schmidhuber + Kaindl, über den Deutschen EXPO-Pavillon und die besonderen Herausforderungen bei „balancity”.


Dr. Haike Frank

solutions: Worin bestand die Herausforderung des EXPO-Pavillons?

Wiechell: Zum einen in der Größe des Projekts, der Anzahl der beteiligten Personen und der damit aufwendigen, aber wichtigen Kommunikation. Zum anderen kamen die kurze Planungs- und Bauzeit von nur zwei Jahren hinzu.

Redlin: Dieser Pavillon ist der größte deutsche EXPO-Beitrag aller Zeiten. Herausforderungen waren das hohe Materialvolumen und die kreative Realisierung des EXPO-Mottos „Better City, Better Life”.

solutions: Wie setzt der Deutsche Pavillon dieses Motto um?

Redlin: Ausgangspunkt war der Gedanke der Balance, der Ausgleich zwischen Tradition und Moderne, Natur und Technik. Unter dem Titel „balancity”, eine Stadt im Gleichgewicht, stellen wir einen idealisierten urbanen Kosmos vor.
Lennart Wiechell, Architekt und Partner bei Schmidhuber + Kaindl, ist für die Architektur des Pavillons zuständig. Foto: SCHOTT/A. Sell
Wiechell: Das Thema „balancity” hat Milla & Partner entwickelt. In der Architektur haben wir die Idee der Balance wörtlich genommen und in den Baukörpern selbst ausgedrückt. Jeder für sich betrachtet scheint zu kippen, aber in der Gemeinschaft lasten sie aufeinander und schaffen so das Gleichgewicht.

solutions: Wie haben Sie die SCHOTT Solarfassade in Ihr Konzept integriert?

Wiechell: Auch hier gibt es eine Balance zwischen Technologie und Natur. Der Sockel der Fassade sieht wie ein geologisches Erdschichtenmodell aus. Eine dieser Schichten ist nicht mehr Kohle, sondern Silizium, veredelt in Form von Solarzellen, dem Energieträger der Zukunft.

solutions: Welches kreative Konzept steckt hinter dem Aufbau der Ausstellung?

Redlin: Die Stadträume sind wie eine Perlenkette unter dramaturgischen und inhalt­lichen Gesichtspunkten aneinandergereiht. Sie sind unterschiedlich gestaltet, was Farbatmosphäre, Lichtambiente und Design angeht.

solutions: Wie kommen SCHOTT Produkte zum Einsatz?

Redlin: Der Tunnel am Anfang der Aus­stellung besteht aus einer Narima® Farbglasfassade, integriert sind rund 9.000 „LightPoints”. Lichtinszenierungen, Bilder und Ton strömen effektvoll auf die Besucher ein. Die Ausstellung im Depot zeigt in 90 Boxen Hightech aus Deutschland, so auch Ceran®. Die Exponate haben wir mit SCHOTT Faseroptik und LEDs inszeniert.

solutions: Welche Produkte von SCHOTT im Pavillon finden Sie am spannendsten?

Wiechell: Ein Highlight ist die gebäude­integrierte Solarfassade. Weitere spannende Produkte sind im VIP-Bereich verbaut. Die Projektionswand des Konferenzraums ist aus Opalika® Glas, das kaum reflektiert und für Projektionen optimal ist. Im VIP-Bad erzeugen Boden, Wände und Decke aus spiegelndem SCHOTT Schwarzglas eine besondere Atmosphäre.

solutions: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit SCHOTT erlebt?

Redlin: Wir haben mit SCHOTT einen tollen Partner gefunden, der innovative Materialien herstellt, eigene Ideen einbringt und sehr akkurat arbeitet.

Wiechell: Wir haben viele Ideen mit SCHOTT entwickelt und wurden zu Themen wie Brandschutz, Verarbeitung oder Glasstatik professionell beraten.
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