SCHOTT solutions Nr. 1/2009 > Solartechnologie

Die neue kombinierte Solar-Produktionsstätte in New Mexico/USA ist auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet und startete in einer ersten Phase mit rund 350 neuen Arbeitsplätzen. Foto: SCHOTT/A. Sell

Sonnige Aussichten


Die neue Fertigung von SCHOTT Solar in Albuquerque ist die einzige US-amerikanische Produktionsstätte für CSP-Receiver und wird zugleich die PV-Produktionskapazität vor Ort vervierfachen.


Brelyn Johnson

Südlich von Albuquerque, der größten Stadt des US-Bundesstaates New Mexico, eröffnete SCHOTT Solar im Mai 2009 ein neues Werk: Dort werden künftig auf 18.600 Quadratmetern „Concentrated Solar Power“ (CSP)-Receiver für solarthermische Kraftwerke sowie PV-Komponenten mit einer Kapazität von 85 Megawatt hergestellt.

Hier, im Südwesten des Landes, erleben erneuerbare Energien derzeit ein Hoch. Mit der Investition von über 100 Millionen Dollar stärkt SCHOTT Solar seine richtungweisenden Position am wachsenden Markt für zentrale und dezentrale Energien in den USA. Zunächst werden am neuen Standort rund 350 Mitarbeiter tätig sein.

Zukünftige Planungen gehen bei voller Kapazität von 1.500 Mitarbeitern aus. „In den USA wird das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Investitionen in erneuerbare Energien immer stärker. Weil die Regierung von Präsident Obama dies unterstützt, trägt die neue SCHOTT Solar Fertigung dazu bei, dass Amerika das Ziel der Energieunabhängigkeit erreichen kann“, sagt Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der SCHOTT AG.

Die Vorschläge der Obama-Administration zu einer umweltfreundlichen Energiepolitik haben die erneuerbaren Energien auf der Prioritätenliste ganz nach oben gepusht. Das U.S. Federal Government bietet Herstellern finanzielle Anreize an: So können sie zum Beispiel Darlehen für erneuerbare Energie-Projekte aufnehmen oder Solarinstallationen auf öffentlichen Gebäuden finanzieren. Um die Produktion bei Versorgern anzukurbeln, ist vorgesehen, den Erwerb von Land, das für erneuerbare Energien benötigt wird, zu erleichtern. „Amerika ist gut aufgestellt: Dank seiner Sonnenregionen und der Bereitschaft, die heimische Produktion erneuerbarer Energien zu fördern, kann das Land eine Vorreiterrolle einnehmen“, erklärt Dr. Martin Heming, CEO SCHOTT Solar. „Es gibt Anzeichen dafür, dass der schlafende Riese allmählich aufwacht.“
Vom großen Potenzial für Solarenergie in den USA überzeugt (von li. nach re.): Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Vorsitzender des Vorstandes der SCHOTT AG, Bill Richardson, Governeur New Mexico, Dr. Gerald Fine, President und CEO SCHOTT North America sowie Dr. Martin Heming, CEO SCHOTT Solar. Foto: SCHOTT/A. Sell

PV ideal für die USA

SCHOTT Poly® 225, das neuste Produkt im Portfolio von SCHOTT Solar, ist das erste Modul, welches am Standort Albuquerque hergestellt wird. Das Modul kombiniert hohe Effizienz mit Dauerhaftigkeit im Einsatz. Alle Module von SCHOTT Solar unterliegen strengsten Qualitätskontrollen. Die Testkriterien liegen deutlich über den geforderten Werten der Industrie. Die Entscheidung, in den USA ein 225-Watt-Modul herzustellen, ist Resultat einer Kundenbefragung sowie einer Marktanalyse. In Albuquerque sollen zusätzlich zu den bestehenden Kapazitäten von SCHOTT Solar PV-Kapazitäten von etwa 70 Megawatt jährlich geschaffen werden, falls der Markt sich wie prognostiziert weiterentwickelt. Der Standort in Albuquerque ergänzt die innerhalb des Konzerns existierenden Produktionsstätten für CSP-Receiver in Mitterteich, Deutschland, sowie in Sevilla, Spanien. SCHOTT Solar ist führend in der CSP-Technologie. Seine Receiver wurden bereits erfolgreich installiert in den Anlagen von Acciona Energy’s Nevada Solar One in der Nähe von Las Vegas, von APS’ Saguaro Solar Power und von SEGS in der Mojave-Wüste.

Die CSP-Technologie ist eine der effektivsten Methoden, um die Sonne in den Wüsten im Südwesten der USA als natürliche Energiequelle zu nutzen. Staaten wie New Mexico sind bereits dabei, Anlagen zu planen und die dort produzierte Energie in Nachbarstaaten zu exportieren. Um dieses Ziel zu verwirklichen, stellt die US-Regierung Fördermittel für die Entwicklung von „intelligenter Energienetztechnik“ zur Verfügung. Damit soll der periodische Energieertrag, der typisch ist für Wind- und Solarenergie, verstetigt und integriert werden. Die so erzeugte Energie soll in Regionen geleitet werden, die den höchsten Bedarf haben.

Prima Perspektiven

Die Produktionsstätte Albuquerque wird dazu beitragen, den wachsenden Bedarf erneuerbarer Energien in den USA zu decken. In Abhängigkeit von der Marktentwicklung kann der Standort seine Größe auf rund 74.000 Quadrameter vervierfachen. „Die Regierung in New Mexico sieht die Solarenergie als eine zukunftsorientierte Industrie und will Unternehmen interessieren, sich hier anzusiedeln“, sagt Dr. Gerald Fine, President und CEO SCHOTT North America. „Diese harte Arbeit zahlt sich heute aus, denn SCHOTT Solar beschäftigt hier Hunderte von Menschen aus New Mexico und bietet sichere und hochqualifizierte Arbeitsplätze in dieser Region.“ Trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise prognostizieren Ökonomen – insbesondere aufgrund der neuen Energiepolitik der Obama-Administration –, dass die US-Solarindustrie an Fahrt gewinnen wird. Laut aktuellen Umfragen bestätigen 94 Prozent der Amerikaner, es sei wichtig für das Land, die Solarenergie zu nutzen. Nahezu 80 Prozent der Befragten glauben, dass die Regierung der Entwicklung der Solarenergie höchste Priorität verleihen sollte. <|
Solarkomponenten im Doppelpack: In Albuquerque werden sowohl SCHOTT Poly® Photovoltaik-Module (links) als auch hocheffiziente Receiver für solarthermische Kraftwerke (rechts) hergestellt. Fotos: SCHOTT/A. Sell