SCHOTT solutions Nr. 1/2009 > Beleuchtung und Bildübertragung

Digitale Bildübertragungslösungen von MORITEX finden Einsatz in kosmetischen und medizinischen Anwendungen. „Facial Stage“, eine 5-Megapixel-Digitalkamera mit speziell entwickelter Beleuchtung, hilft dabei, subdermale Probleme zu identifizieren. Foto: MORITEX

Globale Allianz


SCHOTT und MORITEX Corporation, Tokio, verfolgen das Ziel, ihre Position als weltweit führender Anbieter für Lighting- und Imaging-Lösungen auszubauen.


Andreas Uthmann

Seit über 40 Jahren ist SCHOTT im Bereich Licht- und Bildüber tragung tätig. Mittlerweile ist aus dem Faseroptik-Geschäft ein breit gefächertes Systemangebot für Beleuchtungs- und Bildübertragungs lösungen geworden. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistete die Übernahme der Mehrheitsanteile am japanischen Unternehmen MORITEX durch SCHOTT Ende 2008. Um diesem erweiterten Leistungsprofil auch im Namen zu entsprechen, nennt sich SCHOTT Fiber Optics seit April dieses Jahres SCHOTT Lighting and Imaging.

Bei SCHOTT Lighting and Imaging sind alle relevanten Beleuchtungstechnologien unter einem Dach. So entstehen Lighting-Systeme, die beispielsweise faseroptische Technologien mit LED-Elementen kombi nieren. Im Bereich Imaging stehen Bildleiter, Linsen, Objektive und Kameras zur Verfügung. Die Komponenten von MORITEX ermöglichen zudem intelligente Systemsteuerungs- und -auswertungslösungen. Diese breite technologische Kompetenz gibt SCHOTT Lighting and Imaging die nötige Flexibilität, um auf viel seitige Anforderungen reagieren zu können.

SCHOTT ist eine von nur drei deutschen Firmen, die ein freund liches Übernahmeangebot für eine japanische Firma abschließen konnten. „SCHOTT und MORITEX sind für einander geschaffen“, so Dr. Ottmar Ernst, Executive Vice President SCHOTT Lighting and Imaging. Schon vor der Kapitalverflechtung zeigte sich, dass nicht nur die Technologieplattformen vorzüglich harmonieren. Beide Unternehmen können ihren Kunden – SCHOTT mit starker Präsenz in Europa und den USA, MORITEX in Asien – auch eine breitere Leistungspalette anbieten. „Der Zusammenschluss bedeutet eine Win-win-Situation für beide. Wir wollen unsere Position als ein weltweit führender Anbieter von Lighting- und Imaging-Lösungen ausbauen“, fasst SCHOTT Vorstandsmitglied Dr. Jürgen Dahmer zusammen.

LED-Technik und Machine- Vision-Systeme aus Japan

LED-Beleuchtungssysteme bieten Lösungen für Anwendungen im Bereich industrieller Inspektion. „MG-Wave Series” ist eine Systemfamilie, die über eine Konstantstrom-Sensorsteuerung, hohe Lichtausbeute und geringe Wärmeentwicklung verfügt. Foto: MORITEX
Das Streben nach Perfektion und einem Höchstmaß an Qualität hat in Japan eine lange Tradition. Vor diesem Hintergrund hat sich MORITEX seit 1973 einen Namen als Anbieter von Systemen zur visuellen Fertigungs kontrolle erworben. Heute ist das Unternehmen in Asien Marktführer für LED-basierte und faseroptische Beleuchtungssysteme sowie optische Abbildungssysteme für die industrielle Bildverarbeitung – sogenannte Machine-Vision-Systeme. Stammsitz ist Tokio, wo MORITEX seit 2000 in der ersten Sektion der Börse gelistet ist. Das Unternehmen beschäftigt rund 450 Mitabeiter in Japan, Singapur und China. In Europa sowie den USA ist MORITEX mit Vertriebsgesellschaften vertreten. Immer mehr Waren werden industriell gefertigt. Um hier den Überblick zu behalten, bedarf es ausgeklügelter Lösungen wie z. B. „Machine Vision Systems“ zur Steuerung und Kontrolle von Fabrikationsprozessen. Mit Lichtsystemen und Kameras steht ein Angebot zur Ver fügung, das flexibel Kundenbedürfnissen angepasst werden kann. Das Spektrum der Anwendungen reicht von Überwachungsanlagen bei der Computerchipherstellung oder der Produktion von Flachbildschirmen bis hin zu Inspektionssystemen bei pharmazeutischen Fabrikationsprozessen oder Applikationen in der Lebensmittelindustrie.
Integrierte Systeme mit optimierten Linsen- und Beleuchtungslösungen ermöglichen hohe Qualitäts-Standards in der Produktion, z. B. bei der Kontrolle von TFT- oder Solarmodulen. Foto: MORITEX
Der Bereich „Digital Imaging“ adressiert medizinische, kosmetische und industrielle Anwendungen. Video-Mikroskope mit integrierter CCD-Kamera ermöglichen eine detaillierte Hautanalyse. In Sekundenschnelle können Hautfeuchtigkeit und andere Parameter auf einem integrierten LCD-Bild schirm abgelesen beziehungsweise digital an externe Auswertungssys teme übertragen werden. Im Bereich „Optical Components and Equipment“ geht es zum einen um optische Inspektions- und Messsysteme für LCD Panel Systems, Mikro-Elektromechanische Systeme (MEMS), dreidimensionale Formenkontrolle oder IR Transmitting Inspection Systems. Zum anderen bieten optische Module, Linsen und andere optische Komponenten Lösungen für Telekommunikationsleistungen an.

„Wir haben mit MORITEX in puncto System integration einen Schritt nach vorne gemacht“, resümiert Dr. Ottmar Ernst mit Blick auf das heutige Portfolio. Die MORITEX Produkte bieten zum klassischen SCHOTT Sortiment die Möglichkeit, komplexere Leistungssysteme anzubieten. Zudem kann aufgrund der neu erworbenen Kompetenzen im Systemdesign schneller, besser und kundenspezifischer reagiert werden. Eine Neuigkeit, die Kunden positiv sehen: „Wir können heute mit SCHOTT über ein viel ausgefeilteres und weitreichen deres Leistungsbündel sprechen“, so Jürgen Schumann, verantwortlich für den weltweiten Vertrieb von Machine-Vision-Lösungen. Und asiatische Kunden profitieren von der gestärkten, regionalen Präsenz. In den kommenden 24 Monaten sollen alle relevanten Funktionsbereiche von SCHOTT und MORITEX abschließend vernetzt werden. <|