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Vom Glaslabor zum WeltkonzernSeit mehr als 125 Jahren ist SCHOTT |
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Auf der Basis seiner neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse fertigte Otto Schott erstmals optische Spezialgläser mit genau definierbaren und reproduzierbaren Eigenschaften. Diese ermöglichten die Serienfertigung leistungsstarker Mikroskope und anderer optischer Geräte in gleich bleibender Qualität und begründeten den Weltruf der deutschen optischen Industrie und der Spezialglasindustrie. Mit dem Borosilicatglas gelang Otto Schott eine weitere herausragende Erfindung. Widerstandsfähig gegen Säuren und Laugen sowie extrem beständig gegen Hitze und schroffe Temperaturwechsel war das neue Spezialglas prädestiniert für die verschiedensten Anwendungen in der Technik. Zunächst stellte SCHOTT damit Thermometerglas, Laborglas und Lampenzylinder her. Später kamen Röhren als Vorprodukt für pharmazeutische Packmittel hinzu sowie Ampullen und Spritzen selbst, darüber hinaus Flachgläser sowie Hauswirtschaftsglas mit dem bekannten Markennamen Jenaer Glas®. Um 1895 verhalf das Borosilicatglas der Gasbeleuchtungstechnik zum Durchbruch. Mit der Massenfertigung der Glaszylinder wandelte sich das Unternehmen innerhalb weniger Jahre vom kleinen Glaslabor zum Industriebetrieb. Bis heute gilt das Borosilicatglas auch als Qualitätsstandard in der Pharmaindustrie. Seit 1911 ist es unter dem Namen Fiolax® erfolgreich am Markt und zeichnet sich durch höchste chemische Resistenz, Neutralität, Dichtheit und Festigkeit aus. Jahr für Jahr werden daraus bei SCHOTT mehr als sieben Milliarden Spritzen, Karpulen, Fläschchen und Ampullen produziert. Schon bald nach der Firmengründung waren die Spezialgläser von SCHOTT weltweit gefragt. Bereits 1900 betrug der Exportanteil 50 Prozent vom Umatz. |
Das Stiftungsstatut von 1896 gewährte den Mitarbeitern soziale Rechte, die für die damalige Zeit außergewöhnlich waren und später in die allgemeine Sozialgesetzgebung oder in tarifvertragliche Regelungen eingegangen sind. Auf Basis der Ideen von Otto Schott und Ernst Abbe entwickelte sich bei SCHOTT eine besondere Unternehmenskultur, die neben der technologischen Kompetenz auch von einem breiten Grundkonsens zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern und von der Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung geprägt ist. Dieses Selbstverständnis hat auch dazu geführt, dass SCHOTT im Umwelt- und Klimaschutz schon seit vielen Jahren ein Vorreiter der internationalen Glasindustrie ist. So hat das Unternehmen nicht nur bei der Entstickung und Entstaubung der Schmelzwannenabgase Standards gesetzt, sondern auch bei der Reduzierung des Energieverbrauchs in der Produktion. Seit 1927 leitete Erich Schott, der Sohn des Firmengründers, das Unternehmen. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte für SCHOTT einen tiefen Einschnitt. Weil Jena zur sowjetischen Besatzungszone gehören sollte, nahmen amerikanische Truppen bei ihrem Rückzug im Sommer 1945 die Geschäftsleitung und ausgewählte Spezialisten aus Jena mit in den Westen Deutschlands, um so das Know-how für sich zu sichern. Diese Odyssee ging als „Zug der 41 Glasmacher“ in die Firmengeschichte ein und führte die „Schottianer“ schließlich 1952 nach Mainz. Auslöser dafür war die Enteignung des Stammwerkes in Jena und die Umwandlung in einen volkseigenen Betrieb 1948 sowie die politische Teilung Deutschlands durch die Gründung der Bundesrepublik im Westen und der DDR im Osten im Jahr 1949. In Mainz bauten die „41 Glasmacher“ unter der Leitung von Erich Schott ein neues Hauptwerk auf. In den Folgejahren war die Geschichte von SCHOTT ein Spiegelbild der deutschen Zeitgeschichte. Wie Deutschland war nun auch das Unternehmen SCHOTT geteilt. Fest in die sozialistische Planwirtschaft eingebunden, etablierte sich der nun Volkseigene Betrieb (VEB) in Jena zum Hauptlieferanten für Spezialglas in Osteuropa. Im Westen baute SCHOTT von Mainz aus eine internationale Firmengruppe mit Produktions- und Vertriebsstätten in Europa, Amerika und Asien auf. Mit neuen Produkten wie zum Beispiel Glaskomponenten für Fernsehgeräte, Glasfasern für Licht- und Bildleiter, Zerodur® Glaskeramik-Spiegelträgern für Weltraumteleskope, Glaskeramik-Kochflächen der Marke Ceran® eroberte SCHOTT als einer der führenden Spezialglashersteller die Märkte der Welt. Die staatliche Wiedervereinigung Deutschlands bot auch den beiden SCHOTT Unternehmen in Ost und West die Möglichkeit zur Wiedervereinigung. Das alte Stammhaus in Jena wurde restrukturiert und als moderner Standort in den SCHOTT Konzern eingegliedert. Ausgelöst von der zunehmenden Globalisierung der Weltwirtschaft hat SCHOTT in den letzten Jahren den größten Modernisierungsprozess seiner Firmengeschichte vollzogen. Dazu gehörte die Umwandlung des Stiftungsunternehmens in eine rechtlich eigenständige, nicht börsennotierte Aktiengesellschaft (2004), der Wandel von einer Gruppe mittelständisch geprägter Unternehmen zu einem strategisch geführten Konzern, der Ausbau der weltweiten Präsenz mit neuen Produktions- und Vertriebsstandorten in allen wichtigen Märkten sowie die Fokussierung auf starke Kerngeschäfte und aussichtsreiche Zukunftsgeschäfte. |
„Unsere Firmengeschichte ist durch drei Konstanten geprägt: technologische Kompetenz und Innovationskraft, kontinuierliche Internationalisierung sowie Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft.“(Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer, Chairman of the Board of Management of SCHOTT AG) |
Von besonderer Bedeutung sind die Aktivitäten im Bereich Solar. Die SCHOTT Solar AG, ein Tochterunternehmen der SCHOTT AG, produziert wesentliche Komponenten für Photovoltaikanwendungen und Solarkraftwerke. In der Photovoltaikindustrie gehört das Unternehmen zu den wenigen integrierten Herstellern von multikristallinen Wafern (im Joint Venture WACKER SCHOTT Solar), Zellen und Modulen. Auch in der Dünnschichttechnologie zählt SCHOTT Solar zu den richtungsweisenden Unternehmen. Bei Solarreceivern sieht sich SCHOTT Solar als Technologie- und Marktführer. Die Receiver sind Schlüsselkomponenten von Großkraftwerken, die auf der Basis der Parabolrinnentechnologie zentral Strom aus Sonnenenergie erzeugen und damit ganze Städte versorgen können. 125 Jahre SCHOTT, das sind 125 Jahre Spitzentechnologie: Von der Erforschung des Weltalls über die Verpackung von empfindlichen Pharmaprodukten bis hin zur zukunftsweisenden Solartechnik – wo immer innovative Glastechnologien zum Einsatz kommen, ist SCHOTT ein gefragter Partner. <| |
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